Sven Frisch ist jetzt der Bürgermeister
Der neue Engelschoffer Bürgermeister Sven Frisch , flankiert von seinen Stellvertretern Adolf Kröncke und Carsten Raap (rechts). Fotos Klempow
Neue Wege will der Gemeinderat Engelschoff gehen. „Mit frischen Ideen.“ Der das verkündete heißt passenderweise Sven Frisch. Er ist der neue Bürgermeister der Gemeinde Engelschoff. Die Ideen will der verjüngte Rat aber gemeinsam erarbeiten.
Sven Frisch wurde am Dienstagabend im Beisein von etlichen Zuhörern in Neuland einstimmig zum neuen Bürgermeister gewählt. Sein Vorgänger Heinz Düe war bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten und hatte die konstituierende Ratssitzung noch ein letztes Mal als Bürgermeister eröffnet. Für die Wahl seines Nachfolgers zog er sich vom Ratstisch zurück. „Das war meine kürzeste Sitzung in 20 Jahren“, sagte Düe. Er hinterlasse große Spuren, wandte sich Frisch nach seiner Wahl an den verdienten Politiker und dankte ihm für die „wahnsinnige Arbeit“ der letzten Jahrzehnte. Bestimmt werde er in der ersten Zeit noch seinen Rat brauchen, meinte Frisch.
Für ihn und den neuen Gemeinderat sei es jetzt an der Zeit, in den nächsten fünf Jahren neue Spuren zu hinterlassen. Mehr „Transparenz und Offenheit“, habe sich der stark verjüngte Rat vorgenommen. „Ich möchte vorangehen und mich der Aufgabe stellen“, sagte Frisch. Zu seinen Stellvertretern wählte der Gemeinderat einstimmig Carsten Raap und Adolf Kröncke. Raap hatte bei der Kommunalwahl mit 235 Stimmen die mit Abstand höchste Anzahl der Stimmen erreicht. Als Bürgermeister hatte er sich aber nicht zur Verfügung gestellt. „Ich bin das erste Mal dabei“, warb der Ratsneuling für Verständnis bei den Zuhörern. „Ich werde jetzt erst einfach mal reinschnuppern.“ Zum allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters berief der Rat Frank Buhrmester von der Samtgemeindeverwaltung. Der Rat hat für die nächsten Jahre einige Vorhaben in Engelschoff und Neuland auf der Agenda: Die Kreisstraße 62 mit dem Radweg, der Moorbahnhof und der Schmuggelstieg als Tourismus- und Naherholungsprojekte kommen hinzu. Außerdem fehlen Bauplätze in der Gemeinde. Genügend Anlässe also für gemeinsame Ideen.
Auf die Bildung eines Verwaltungsausschusses, den es in der vergangenen Wahlperiode noch gegeben hatte, verzichtete der neue Gemeinderat einstimmig für die nächsten fünf Jahre. Der Ausschuss ist neben dem Gemeinderat ein wichtiges Entscheidungsgremium, tagt aber hinter verschlossenen Türen.
Den Einspruch eines Bürgers zur Gemeinderatswahl nahm der Rat als form- und fristgerecht zur Kenntnis, wies ihn aber als unbegründet zurück. Es lägen keine ausreichenden Gründe für einen Wahleinspruch vor. Den Einspruch hatte ein Mandatsbewerber eingereicht, der den Einzug in den Gemeinderat äußerst knapp verpasst hatte und die Feststellung der ungültigen Stimmen beanstandet hatte. „Allein die Tatsache, dass ein sehr knappes Ergebnis vorliegt und ein unterlegener Bewerber eine Überprüfung der ungültigen Stimmzettel verlangt, ist kein hinreichender Grund für eine Nachzählung“, hieß es in der Beschlussempfehlung der Verwaltung, die eine Stellungnahme des Gemeindewahlleiters Wilfried Hilck eingeholt hatte.
Heinz Düe als Vorsitzender bei seiner letzten und kürzesten Ratssitzung.