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TAGEBLATT-Interview: Gregor Meyle über Karriereknicks und Leistungsdruck

Im TAGEBLATT-Interview spricht Gregor Meyle über Karrierekrisen und Erfahrungen als Tontechniker.

Im TAGEBLATT-Interview spricht Gregor Meyle über Karrierekrisen und Erfahrungen als Tontechniker.

Einmal im Jahr holt das Stadeum einen richtigen Kracher nach Stade. In diesem Jahr kommt  Gregor Meyle beim Stadeum-Sommerkonzert 2016 am 1. September nach Stade. Im TAGEBLATT-Interview spricht er vorab über Karrierekrisen und Erfahrungen als Tontechniker.

Von Karsten von Borstel Mittwoch, 24.08.2016, 09:09 Uhr

TAGEBLATT: Gregor, Sie sind 2007 durch eine Castingshow von Stefan Raab bekannt geworden. Danach ist es dann recht schnell wieder ruhig um Sie geworden. Haben Sie in der Zeit mal ans Aufhören gedacht? Gab es für Sie jemals so etwas wie einen Plan B?


Meyle: Das ging so ein Jahr ganz gut und dann haben wir plötzlich nur noch ein Zehntel der Konzertbesucher gehabt. Zu dieser Zeit haben wir zu zweit in kleineren Locations für 20 bis 30, manchmal auch 50 Leute gespielt. Trotzdem war es ja nie so, dass es nicht zum Leben gereicht hat. Ich habe mit meiner jetzigen Frau noch in einer Wohngemeinschaft gelebt und zwischendurch auch mal auf der Straße gespielt. Du darfst dir halt für nichts zu schade sein. Ich wollte nach der Castingshow einfach nicht wahrhaben, dass es mit der Musik schon wieder vorbei sein soll. Davor habe ich zehn Jahre als Tontechniker gearbeitet. Das wäre dann natürlich mein Plan B gewesen.

Profitieren Sie bei Ihren Auftritten heute noch in irgendeiner Form von diesem Wissen als Tontechniker?

Formell habe ich es ja niemals gelernt. Mit 17 Jahren habe ich meine erste Tournee als Tontechniker begleitet und dann mit 18 meinen Gewerbeschein bekommen. Ich habe damals zwar mehrere Ausbildungsplätze angeboten bekommen, hatte dann aber schon einen Fuß in der Tür und wollte lieber mit Künstlern arbeiten. Und klar: Heute profitiere ich immer noch extrem von diesem Wissen. Wenn es um die Fehlersuche bei der Technik geht, ist es immer eine Geduldfrage. Für solche Dinge bringe ich – denke ich – viel mehr Verständnis auf.


Andreas Kümmert hat in der Castingshow „The Voice“ gewonnen und hätte im Vorjahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten sollen. Wegen psychischer Probleme hat er die Teilnahme abgesagt. Was sagt das über den Leistungsdruck in ihrer Branche?

Nicht viel. Das muss man individuell betrachten. Ich war zuvor 12 Jahre selbstständig. Das heißt ich konnte nicht krank sein, denn das Geld musste ja reinkommen. Mein Vorteil ist, dass ich das richtige Leben kenne. Wenn man neu an die Sache herangeht, und den Leistungsdruck nicht kennt, ist man womöglich ein bisschen naiver. Und mancher lässt sich sicher von Leuten Entscheidungen aufdrücken, die langfristig nicht gut sind. Vielleicht hatte ich einfach Glück, die Castingshow nicht gewonnen zu haben. Dadurch wurde ich nie auf einen zu hohen Sockel gestellt.

www.stadeum.de

Das komplette Interview lesen Sie heute Abend bei im Abo-Bereich TAGEBLATT online und im TAGEBLATT.

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