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TAGEBLATT extra: Zwei Brüder und ihre Laster

Marco (links) und Torben Hinck vor einem ihrer Fahrzeuge. Die beiden Brüder haben in Ahlerstedt ein Unternehmen mit insgesamt 60 Mitarbeitern rund um Spedition, Reparatur und Service für Landmaschinen und Ladekräne aufgebaut. Fotos Fehlbus

Marco (links) und Torben Hinck vor einem ihrer Fahrzeuge. Die beiden Brüder haben in Ahlerstedt ein Unternehmen mit insgesamt 60 Mitarbeitern rund um Spedition, Reparatur und Service für Landmaschinen und Ladekräne aufgebaut. Fotos Fehlbus

Aus der TAGEBLATT Extra-Ausgabe für Harsfeld: Bei Hinck Services in Ahlerstedt sind Fahrzeuge willkommen, die nicht in die normale Werkstatt oder Waschanlage passen: Die Brüder Torben und Marco Hinck kümmern sich um Laster – um die eigenen der Spedition und um alle anderen.

Von Miriam Fehlbus Freitag, 22.02.2019, 10:00 Uhr

Gegen den heutigen Firmenkomplex wirkt die 200-Quadratmeter-Garage im Ahlerstedter Gewerbegebiet, mit der der Reparaturbetrieb einmal angefangen hat, fast winzig. 3100 Quadratmeter Werkstatt- und Bürogebäude mit eigener Waschstraße und Tankstelle stehen auf dem großzügigen Gelände im „Kleinen Kamp“. Quasi auf der grünen Wiese ist ein Familienbetrieb gewachsen, der alles rund um Kräne, Auflieger, Nutzfahrzeuge, Transporter und auch Landmaschinen bietet, darunter eine Vor-Ort-Hydraulik- und Dampfschlauchanfertigung. Dass hier jeder willkommen ist, hat sich aber noch lange nicht überall herumgesprochen. „Viele denken, wir reparieren nur unsere eigenen Fahrzeuge“, weiß Marco Hinck.

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Als Irmgard und Bernhard Hinck, die Eltern der heutigen Geschäftsführer, die Spedition 1981 in Oersdorf gründeten, starteten sie mit einem Lkw. Beim Umzug 1994 auf das Gelände im Kleinen Kamp in Ahlerstedt waren es schon acht Fahrzeuge. 2002 stieg zunächst Torben Hinck nach kaufmännischer Ausbildung in das Familienunternehmen mit ein, drei Jahre später folgte Kfz-Mechaniker Marco Hinck, der mit 20 Jahren die Meisterschule besuchte.

Zunächst wurde in der 200 Quadratmeter großen Halle an der Tankstelle geschraubt. „Als wir uns entschlossen haben, neu zu bauen, wollten wir das Risiko übernehmen, das sollten nicht unsere Eltern tragen müssen“, erklärt Marco Hinck. So kam es 2010 schon zur Übergabe der Spedition an die zweite Generation und zeitgleich zur Planung des zuerst 2250 Quadratmeter großen Speditions- und Werkstattgebäudes.

Mit der Infrastruktur und steigendem Bekanntheitsgrad kamen neue Auftraggeber, Chancen und Herausforderungen. Der Ladekran-Hersteller Palfinger, der nach eigenen Angaben auf diesem Gebiet Weltmarktführer ist, und der führende Nutzfahrzeughersteller Scania wollten Hinck als Servicepartner gewinnen und arbeiten heute eng mit dem Unternehmen zusammen.

Ahlerstedt liegt nicht weit entfernt von der Autobahn. Aber das sei nicht das Geheimnis des Erfolgs, meint Marco Hinck. „Hier auf dem Dorf wird alles hergebracht, der Bauunternehmer braucht Steine, der Landwirt Ladegut, der Mittelstand arbeitet auf dem Dorf, nicht in der Stadt“, sagt der 34-Jährige mit großer Überzeugung.

Auf dem Hof der Spedition Hinck stehen inzwischen 90 Auflieger und 55 Sattelzüge zum Transport unterschiedlichster Güter bereit, darunter Schubboden- oder Kippmuldenfahrzeuge, isolierte Bandwagenauflieger, bei denen über ein Gummiband empfindliches Schüttgut wie Kartoffeln besonders schonend entladen werden kann. Flüssige Lebensmittel transportieren die Tanktransporte Ahlerstedt vom gleichen Standort aus. Zur Reinigung der Tanks geht es in die hauseigene Anlage zur Tankinnenreinigung mit Hochdruckdüsen und Heißwasser.

Von außen übernimmt eine Waschanlage die Reinigung, die auch landwirtschaftliche Fahrzeuge, Maschinen, Wohnwagen, Wohnmobile und andere Gefährte mit Übergröße aufnehmen kann. „Wir wollen unseren Kunden alles aus einer Hand bieten“, sagt Marco Hinck, der nicht nur beim Einsatz am Fahrzeug auf modernste Technik und Erkenntnisse setzt.

In der großen Halle wird repariert. Es ist ein kühler Februartag. Die 36 Mitarbeiter von Hinck Services haben warme Füße, dank Fußbodenheizung. Für den Transport und das Anheben der Reifen gibt es spezielle Geräte, die Rückenschmerzen verhindern helfen sollen. Gibt es trotzdem einmal Probleme, kann der Betrieb auf eine Physiotherapeutin zurückgreifen, bei der es sofort Termine gibt. Neben den für die Mittagspause ausgestatteten Aufenthaltsräumen für die Mitarbeiter wird es ab diesem Sommer auch eine Sonnenterrasse für Erholungsphasen geben. Die Urlaubsplanung wird schnell über eine App im Handy gemacht. Anträge laufen sofort beim Chef auf. Sind die Tage genehmigt, wird das im Kalender angezeigt, den alle Mitarbeiter am Computer oder Smartphone abrufen können. „Damit kann man dann besser mit der Familie die Termine zu Hause absprechen und es geht nicht so viel hin und her“, sagt Hinck.

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Zehn Prozent der Arbeiten bei Hinck Services entfallen auf die eigenen Fahrzeuge, der Rest sind Arbeiten für den Kunden von außerhalb. Die Brüder haben die Bereiche Spedition und Service untereinander aufgeteilt, sind aber gleichberechtigte Geschäftsführer, die den Begriff Familienbetrieb wörtlich nehmen wollen. „Meine Mutter hat früher immer gesagt, sie hat zwei Söhne und noch 20 nebenbei“, sagt Marco Hinck. Damit meinte sie die Mitarbeiter, die stets Familienanschluss fanden. So soll es auch heute sein.

Gerade rollt wieder ein Lkw auf den Hof. Es ist Freitagnachmittag. Bevor es ins Wochenende geht, werden noch einige Kunden und Speditionsfahrer erwartet. Sie kennen, was viele aus der nächsten Umgebung noch nicht entdeckt haben: Ein Unternehmen, das alles für große Fahrzeuge und für interessierte neue Mitarbeiter bietet. „Wir können noch den ein oder anderen Mechatroniker gebrauchen“, sagt Marco Hinck.

Blick in die Fahrzeughalle, in der repariert wird: Auch an kalten Tagen muss hier dank Fußbodenheizung niemand frieren.

Blick in die Fahrzeughalle, in der repariert wird: Auch an kalten Tagen muss hier dank Fußbodenheizung niemand frieren.

Rückenfreundlich: Der Reifen wird automatisch gehoben.

Rückenfreundlich: Der Reifen wird automatisch gehoben.

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