Tage des Landhauses Hammah sind gezählt
Sie rechnen das Ergebnis des Bürgerentscheids aus: Bürgermeister Stefan Holst (OLH), Gemeindedirektor Holger Falcke, Marc-André Wolfkühler (SPD) und Angela Schwerdts (OLH, von links), und sie sind sichtlich zufrieden. Foto: Helfferich
Um 19.38 Uhr stand das Ergebnis in Hammah fest: 845 Bürger stimmten beim Bürgerentscheid am Sonntag gegen den Erhalt des Landhauses, 765 dafür. Damit ist die Politik des Gemeinderates bestätigt.
„Sind Sie für den Weiterbetrieb des Landhauses?“ – so lautete die Frage des Bürgerentscheides in Hammah. 52,5 Prozent waren dagegen. Damit scheint der Abriss der gemeindeeigenen Gaststätte in der Ortsmitte besiegelt. Vieles spricht dafür, dass an dessen Stelle ein Frischemarkt an der Bahnhofstraße plus Seniorenwohnanlage im rückwärtigen Bereich der Fläche gebaut wird (Bischoff-Entwurf).
„Jetzt ist es wichtig, dass alle das Ergebnis akzeptieren und dass wir gemeinsam die Ortsmitte gestalten“, sagte Bürgermeister Stefan Holst um 19.40 Uhr, kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Er sehe sich nicht als Gewinner dieses Bürgerentscheids. „Ich freue mich über das Ergebnis. Aber wenn ich mich als Gewinner sähe, gäbe es auch Verlierer. Das möchte ich nicht.“
Er wolle jetzt auf die Initiative Bürgerbegehren zugehen, so Holst. „Niemand soll das Gefühl haben, nicht mitgenommen zu werden“, erklärte der Bürgermeister. Über das Ergebnis des Bürgerentscheids und wie es umgesetzt wird, soll voraussichtlich am 17. Juni im Rat beraten werden.
Im Landhaus gegenüber dem Rathaus war die Stimmung spürbar gedrückt. Dort hatten sich die Initiatoren des Bürgerentscheids versammelt; das Rathaus fest im Blick. Für sie war Rolf-Henner Prestien im Wahllokal, um die Auszählung zu beobachten. Der frühere SPD-Ratsherr war in Folge der Landhaus-Diskussion aus der SPD ausgetreten und sitzt nun als Parteiloser im Rat.
Als das Ergebnis feststand, kam auch er ins Landhaus. Initiator Jürgen Gooßen war die Enttäuschung anzusehen. „Was soll ich dazu sagen? Es ist verloren“, meinte er. Die relativ knappe Entscheidung tröste ihn. „Wir haben letztlich viel erreicht.“
Thomas Schomacker, Hausbesitzer in Hammah und Unterstützer der Initiative, will noch nicht aufgeben. Er glaubt nicht, dass der Rat bei einer so knappen Entscheidung von 47,5 zu 52,5 Prozent „gegen fast die Hälfte der Bürger Politik machen kann“. Der Rat müsse über Alternativen nachdenken, so seine Meinung.
2471 Bürgerinnen und Bürger hatten sich an dem Bürgerentscheid beteiligt. Das ist eine Wahlbeteiligung von 65,18 Prozent.