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Explosion auf S-Bahnstation

Tatverdächtiger verhaftet

Nach der kleinen Explosion am S-Bahnhof Veddel am Sonntag schließen die Ermittler einen Terroranschlag mittlerweile aus. „Auf einen terroristischen Hintergrund gibt es keinerlei Hinweise“, sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Von Markus Lorenz Montag, 18.12.2017, 19:28 Uhr

Die weiteren Ermittlungen liegen nicht mehr beim Staatsschutz im Landeskriminalamt, sondern bei der Abteilung für Sprengstoffdelikte.

Wie berichtet, hatte sich die Detonation am späten Sonntagnachmittag an der S-Bahnstation unweit der Elbbrücken ereignet. Personen wurden nicht verletzt, allerdings ging die Glasscheibe eines Passagier-Windfangs zu Bruch. In der Umgebung fanden Ermittler später Schrauben. Ob diese zum Sprengkörper gehören, ist weiterhin ungeklärt.

Bilder der Videoüberwachung zeigen, wie ein Mann am Sonntag kurz vor der Explosion einen Zug der S-Bahnlinie 3 verlässt, am Bahnsteig eine Plastiktüte abstellt und dann mit der S-Bahn seine Fahrt fortsetzt. Kurz darauf explodierte laut Polizei ein „pyrotechnischer Gegenstand“ in der Tüte mit einem ohrenbetäubenden Knall und einer erheblichen Druckwelle. Dem Vernehmen nach handelte es sich um einen Polen-Böller, offiziell bestätigt ist das bisher aber nicht.

Die Aufnahmen aus der Videoüberwachung brachten die Polizei am Montag schnell auf die Fährte des möglichen Täters. Sprecher Florian Abbenseth: „Die erste Auswertung des vorliegenden Videoüberwachungsmaterials ergab Hinweise auf einen Mann als mutmaßlichen Täter.“ Ein bürgernaher Beamter habe diesen anhand der Bilder am Vormittag in der Lauterbachstraße in Harburg, unweit einer Polizeiwache, wiedererkannt und diesen vorläufig festgenommen. Bei ihm handelt es sich den Angaben zufolge um einen 51-jährigen Deutschen. Bis zum Abend hätten sich die Verdachtsmomente gegen ihn so weit verdichtet, dass der 51-Jährige vor den Haftrichter kam. Angaben zum möglichen Motiv machten die Fahnder ebenso wenig wie zur Beschaffenheit des Sprengsatzes.

Rund um den Bahnhof hatte der Vorfall am Sonntagabend Angst und Schrecken verbreitet. Zwei Tage vor dem Jahrestag des Breitscheidplatz-Anschlags von Berlin gab es zunächst noch Vermutungen über einen terroristischen Hintergrund. Die Bundespolizei sperrte den Bahnhof hermetisch ab, mehrere Züge fielen auf.

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