Tennet errichtet neue provisorische Strommasten
Ein Strommast entsteht : Vier Monteure schrauben eine Traverse an das Stahlfachwerkgerüst des neuen Mastprovisoriums. Das Bauteil wird mit dem Kran erst waagerecht angehoben und dann langsam aufgerichtet, um es nicht zu beschädigen. Die Män
Inmitten von Feldern und Obstplantagen wachsen neue Strommasten des Netzbetreibers Tennet in die Höhe. Schon jetzt haben die neuen Masten Rost angesetzt. Das ist laut Tennet-Bürgerreferent John Karl Herrmann aber nicht bedenklich.
Es handelt sich bei den Masten um Provisorien, die nach kurzem Einsatz wieder abgebaut werden. Die Tragfähigkeit sei durch den Rost nicht eingeschränkt, so Herrmann. Insgesamt 16 Mastprovisorien werden entlang der bestehenden 380-Kilovolt-Stromtrasse zwischen dem Umspannwerk Dollern und der Elbekreuzung 2 bei Lühesand errichtet.
Noch in dieser Woche sind die Arbeiter auf der Agathenburger Seite der A 26 mit dem Aufbau der Masten beschäftigt. In Handarbeit werden die Stahlteile zusammengesteckt. Für die Monteure sei das eine herausfordernde Arbeit, sagt Klaus Schlichtmann, der die Bauaufsicht ausübt. Sie klettern an dem entstehenden Mast in die Höhe. Bauteile, die mit dem Kran herangeführt werden, müssen die Männer dann an die Stahlkonstruktion anschrauben. Oben in den Masten sind die Arbeiter gesichert. Nur wenn der Wind zu stark bläst oder die Stahlteile vereisen, muss die Arbeit unterbrochen werden.
Zum Aufstellen eines provisorischen Strommasten benötigt das Personal einen Tag. „Bisher liegen wir voll im Zeitplan“, sagt Schlichting.
Wenn die Mastprovisorien stehen, werden die Leiterseile angebracht. Über Laufräder werden zuerst Vorseile und dann die Hauptseile an die Isolatoren an der Unterseite der Traversen angebracht. Übrigens: Die Experten sprechen in diesem Fall nicht von Kabeln, sondern von Seilen, weil diese nicht isoliert sind. Sie sind in der Mitte aus Stahl und außen aus Aluminium.
Die Bauarbeiter ziehen entlang der Stromtrasse weiter. Auf der anderen Seite der Autobahn, in Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen, laufen derzeit noch die Gründungsarbeiten. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die Masten später in der Elbmarsch einen festen Stand haben: Je nach Bodenbeschaffenheit werden vier Rohre pro Mast (eins für jeden Standfuß) in die Erde gerammt. Dabei qualmt und knallt es auch schon mal. „Die Rohre müssen so weit rein, bis sie auf tragfähigen Boden stoßen“, erklärt Schlichting. Wie tief das genau ist, wurde im Vorfeld für jeden Standort mit einer Baugrunduntersuchung ermittelt. Bis zu 30 Meter können es werden.
Es sind spezielle Mastprovisorien, die Tennet bei diesem Projekt aufstellen lässt. „Sie benötigen deutlich weniger Fläche“, sagt Herrmann. Die Obstbauern, auf deren Grundstücken gearbeitet wird, müssten somit auch weniger Fläche hergeben.
Mit den betroffenen Grundstückseigentümern steht Tennet in engem Kontakt, erzählt Herrmann. Mit den Gemeinden wurden im Vorfeld Nutzungsverträge abgeschlossen für die Straßen und Wege, die bei dem Bauprojekt befahren werden. Schäden, die bei den Arbeiten entstehen, werden anschließend ersetzt. Wer nicht direkt von den Arbeiten betroffen, aber grundsätzlich an dem Leitungsbauprojekt interessiert ist, der kann an einigen Baustellen einen Blick auf Informationstafeln werfen.
Mit dem Leitungsbauprojekt erweitert der Netzbetreiber Tennet die Kapazität der bestehenden Leitung. „Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau“, kurz NOVA, nennt sich das Prinzip, das dahinter steckt. Für die neuen Leitungsseile müssen stabilere Strommasten her. In der ersten Bauphase werden die 16 Mastprovisorien errichtet. Wenn diese stehen, sollen sie vorübergehend die alten Leitungsseile tragen. Nur so kann auch im weiteren Verlauf des Bauprojekts der Strom, der aus Windkraft gewonnen wird, ununterbrochen abtransportiert werden. Ansonsten müsste Tennet die Windmüller entschädigen. Für einen Augenblick muss der Stromtransport angehalten werden: wenn die neuen Leitungen ans Netz gehen.
In der zweiten Bauphase werden dann die alten Strommasten demontiert und die neuen Masten aufgebaut. Deren Stahl ist dann auch so beschichtet, dass er über Jahrzehnte keinen Rost ansetzt. Die rostigen Mastprovisorien sind dann schon lange Geschichte.
Das in diesem Artikel beschriebene Leitungsbauprojekt Hamburg/Nord – Dollern hat nichts mit dem SuedLink-Vorhaben des Netzbetreibers Tennet zu tun. Mehr zum Thema SuedLink lesen Sie morgen, am Sonnabend, in Ihrem TAGEBLATT.
Ansprechpartner
Tennet-Bürgerreferent John Karl Herrmann ist zu erreichen unter der Telefonnummer 04 31/ 78 02 81 55 oder per Email johnkarl.Herrmann@tennet.eu.
Im Alten Land , wie hier in Bachenbrock, laufen derzeit noch die Gründungsarbeiten.
Ansprechpartner und Vermittler beim Bauprojekt : Tennet-Bürgerreferent John Karl Herrmann (links) und Klaus Schlichting von der Bauaufsicht auf der Baustelle in Agathenburg. Fotos Meybohm