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Tipps für ein erfolgreiches Abi

Nach dem Abitur in Stade lernt Anika Lange jetzt für die Klausuren an der Uni in Potsdam.

Nach dem Abitur in Stade lernt Anika Lange jetzt für die Klausuren an der Uni in Potsdam.

Von der Vorbereitung bis zur Prüfung: Ehemalige Abiturientin Anika Lange berichtet von ihren Erfahrungen.

Freitag, 05.02.2016, 14:00 Uhr

Anika Lange hat 2014 ihr Abitur am Stader Gymnasium Athenaeum gemacht. Inzwischen ist sie 20 Jahre alt und studiert in Potsdam Politik und Wirtschaft im ersten Semester. Bei ihr beginnt jetzt die Klausur- enphase. Und das bedeutet: Sie fühlt sich in ihre Abiturzeit zurückversetzt. Die ehemalige Jugendreporterin berichtet über ihre Erfahrungen und Lerntechniken.

Es ist schon eineinhalb Jahre her, und doch erinnere ich mich daran, als wäre es erst gestern: meine Abiturzeit. 2014 habe ich mein Abitur im gesellschaftswissenschaftlichen Zweig am Stader Athenaeum erfolgreich bestanden. Vor zwei Jahren ungefähr zu dieser Zeit stand ich vor genau den gleichen Problem wie wahrscheinlich viele jetzt. Ich wusste, bald geht es los. Doch wann genau ist dieses bald? Wann muss ich anfangen zu lernen? Wie soll ich mir das bloß alles merken? Und kann ich mein Privatleben so weiterführen wie bisher?

Zunächst möchte ich sagen: Abiturienten sollten sich nicht zu viel Stress machen. Mit der richtigen Vorbereitung ist es wirklich nicht so schwer. Wer jetzt denkt, „Ja, hinterher ist so was leicht zu sagen“, dem sei gesagt: Das Abitur ist nichts weiter als eine normale Klausur – nur etwas länger.

Zur Vorbereitung: Beim ersten Schritt geht es um die Methode des Lernens. Da gibt es ja bekanntlich viele: Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen. Ich persönlich habe durchs Aufschreiben gelernt, aber auch andere Techniken mit aufgegriffen. Am Ende der Oberstufe sollten Schüler wissen, was für ein „Typ“ sie sind. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein, denn so geht das Lernen viel schneller und ist effektiver.

Organisation ist das halbe Leben – gerade zur Abizeit stimmt diese Weisheit. Angehende Prüflinge sollten sich im Kalender anschauen, wie ihre Klausuren liegen. So können sie ganz schnell sehen, wie viel Zeit sie zwischen den Klausuren haben und wann es Sinn macht, anzufangen, für ein Fach zu lernen. Man sollte mindestens einen Monat vorher beginnen und jeden Tag etwas machen. So ist das Lernen entspannter.

Bevor es losgeht, sollte sich der Schüler einen geeigneten Platz zum Lernen suchen oder schaffen. Jeder hat da seine eigenen Vorlieben. Es gibt aber ein paar Kriterien, die für jeden Arbeitsplatz gelten sollten. Ordentlichkeit ist eins. Der Arbeitsplatz sollte sauber und ordentlich gehalten werden, dann wird es die Arbeit auch. Außerdem sollte der Lernbereich von ablenkenden Gegenständen befreit werden – besonders vom Handy. Ich weiß, es ist nicht einfach, aber ständiges Chatten hält einen davon ab, sich zu konzentrieren. Ein Tipp zum Arbeitsumfeld: Auf dem Tisch sollten nur die Unterlagen für das Fach liegen, für das gerade gelernt wird. Alles andere lenkt nur ab und lässt das Arbeitspensum größer aussehen, als es in dem Moment wirklich ist.

Nun zum Inhaltlichen. Meine Empfehlung: Zusammenfassungen. Wer schon welche hat, weil er oder sie für die Klausuren welche gemacht hat, ist gut dran. Da ich durch Aufschreiben lerne, bin ich meine Mitschriften und Bücher trotzdem noch einmal durchgegangen und habe ausführlichere Zusammenfassungen geschrieben. Damit hatte ich das Meiste dann schon wieder im Kopf. Danach habe ich mich abfragen lassen und versucht, alles zu erzählen, was ich aufgeschrieben habe.

Für die Gesellschaftswissenschaften ist damit schon der größte Teil getan. In den Naturwissenschaften (gerade Mathe) habe ich Aufgaben gerechnet. Gerade in diesen Fächern sind Aufgaben das Beste, um zu sehen, ob man ein Thema verstanden hat und anwenden kann. Besonders Klausuren aus den letzten Jahren sind gut.

Ein paar Tage vor einer Klausur sollten sich Lernende die Zeit nehmen und nur das jeweilige Fach wiederholen. Den Tag direkt vorher sollten sie sich freinehmen und etwas Schönes machen. Wer vernünftig gelernt hat, kann bis dahin alles. Es ist wichtig, entspannt und vor allem auch ausgeschlafen in die Klausur zu gehen.

Angehende Abiturienten sollten nicht ganze Tage nur mit Lernen verbringen, sondern weiter ihre Hobbys betreiben und sich mit Freunden treffen. Es ist essenziell, zwischendurch den Kopf freizubekommen und nicht unter Dauerstress zu stehen.

So sind Schüler super aufs Abitur vorbereitet. Die Auswahl der Aufgaben hat bei mir immer etwas für Nervosität gesorgt, aber auch das ist gar nicht so schlimm. Wichtig ist: auf das Gefühl zu vertrauen. Am meisten Angst hatte ich vor der mündlichen Prüfung. Doch auch die ist kein Monster. Es ist natürlich unglaublich aufregend, in diesen Raum reinzugehen, aber wer durch die Vorbereitungszeit gut gewappnet ist, dem kann eigentlich nichts passieren. Sobald der Prüfling angefangen hat zu reden, geht alles weitere wie von allein.

Mein Rat: Fangt früh genug an zu lernen und geht ganz entspannt ran – dann läuft es.

Die Halbjahreszeugnisse sind verteilt, jetzt geht es für Schüler in die Zielgerade. Ziel ist für die meisten die Versetzung, Zwölftklässler stehen vor dem Abitur. Für Schüler mit Prüfungsangst hat Sabine Thalmayr, Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Psychologie und Hypnotherapeutin, den praxisorientierten Ratgeber „Keine Angst vor Prüfungsangst – Wie man dem Angsthasen Beine macht“ geschrieben.

An Fallbeispielen aus ihrem Arbeitsalltag zeigt die Autorin auf, wodurch Prüfungsangst entsteht, und zeigt Wege auf, wie die Angst überwunden werden kann. In dem Ratgeber geht es um Schüchternheit, um Entspannungsrituale für einen optimalen Gehirncocktail, und den Einfluss der Eltern und anderer Autoritäten. Ein ganzes Kapitel widmet die Autorin dem Thema „Was können Eltern tun?“. Sie lässt die Leser deren Angstbereitschaft testen, zeigt einfache Übungen auf, um die eigenen Fähigkeiten bewusst zu machen, und gibt Tipps wie „Lernen mit allen Sinnen“.

Sabine Thalmayr: „Keine Angst vor Prüfungsangst“, CBX Verlag, 2016. 14,95 Euro.

 

 

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