Torfweg: Hier kaufen die Buxtehuder gerne ein
In den Umbau des Platzes hat die Stadt Buxtehude 950 000 Euro investiert. 75 Prozent davon gab die EU aus ihrem Fonds für Regionalentwicklung dazu. Fotos Wisser
Fußgänger, Fahrradfahrer und Autos teilen sich den Platz. Mehr Kundschaft in den Geschäften. Zu schnelle Autofahrer.
Es ist gelungen, die Attraktivität des Einzelhandels am Torfweg deutlich zu steigern. Das ist eines der Ergebnisse einer Infoveranstaltung der Stadt Buxtehude am Sonnabend. Vor eineinhalb Jahren wurde der Platz am Torfweg zwischen Kirche und Ladenzeile nach umfangreichen Umbaumaßnahmen in einen sogenannten Shared Space umgewandelt. Seitdem kommen wieder mehr Kunden.Fußgänger, Fahrradfahrer und Autos teilen sich die Fläche. Der Umbau wurde mit Geld der Europäischen Union gefördert. Die vierköpfige städtische Mannschaft um Stadtbaurat Michael Nyveld stellte sich drei Stunden lang den Fragen der Anwohner und der Kunden. Das Ergebnis des Tages: Die Ladeninhaber verzeichnen mehr Kundschaft, der Platz ist im Vergleich zu vorher optisch deutlich attraktiver und es gibt Probleme bei der Nutzung des sogenannten „Shared Space“. Der Bereich zwischen Ladenzeile und Kirche ist ein verkehrsberuhigter Platz. Der Torfweg ist in der Hansestadt Buxtehude die einzige Straße, die alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt nutzen. Es gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme.
„Der Umsatz steigt – von Monat zu Monat“, sagt Dieter Pape, Inhaber des nah&frisch-Lebensmittelladens am Torfweg. „Viele Kunden finden es positiv, wie sich der Platz verändert hat“, sagt Arne Sturm von der Süd Apotheke in der Nachbarschaft.
Die Umgestaltung habe ihren Zweck erfüllt. Stadtbaurat Nyveld sieht das auch so. „Der Platz hat an Attraktivität gewonnen. Die Geschäftsleute sind zufrieden“, sagt er gegenüber dem TAGEBLATT. Für die Stadt ist die wieder steigende Akzeptanz des Einzelhandels am Torfweg wichtig. Der Buxtehuder Süden gilt in Sachen Nachversorgung als unterversorgt und die Sicherung des Standortes Torfweg ist deshalb erklärtes Ziel von Politik und Verwaltung.
Das Gesprächsangebot der Stadt wurde gut angenommen. In dem vor der Apotheke aufgestellten Zelt gab es Butterkuchen und Kaffee und neben Nyveld beantworteten Sophie Schröder, Daniela Brüggemann und Johannes Kleber die Fragen und nahmen die Anregungen auf. Bürgerbeteiligung vor Ort scheint bei den Menschen anzukommen.
Ein Problem kam dabei immer wieder zur Sprache. Es gibt Autofahrer, die sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. „Viele haben das System noch nicht verstanden“, vermutet Anwohner Christian Fröbisch. Er ist an diesem Sonnabend mit seiner Familie am Torfweg unterwegs. Das Problem hohe Geschwindigkeit und falsches Parken sind offenbar für viele die wesentlichen Ärgernisse. Schrittgeschwindigkeit heißt vier bis sieben Kilometer pro Stunde. Viele Autofahrer halten sich daran, auch weil am Sonnabendmorgen so viel auf der Straße los ist, dass es kaum Alternativen gibt. Aber es gibt auch immer wieder Fahrer, die es offenbar so eilig haben, dass sie deutlicher schneller als erlaubt unterwegs sind. Bei der Stadt Buxtehude wird deshalb über Kontrollmaßnahmen nachgedacht. Aber: Besonders unfallträchtig ist die Situation nicht. Geschäftsmann Dieter Pape erinnert sich an einen Unfall in den vergangenen eineinhalb Jahren – und das war vor 14 Tagen.
Es gibt weitere Kritikpunkte: Das Parken klappt nicht wie geplant. Das ist nur auf den gekennzeichneten Flächen für drei Stunden erlaubt. Oft werden aber für Fußgänger vorgehaltene Flächen zugeparkt. Die Fahrradständer sehen schick aus – ein bisschen wie moderne Kunst, sind aber offenbar nicht funktional. „An dem Metall zerkratzt man sich das eigene Fahrrad“, sagt Arnhild Biesenbach. Die Fraktionschefin der Buxtehuder CDU kauft auch am Torfweg ein.
Geschäftsinhaber Dieter Pape ist mit der Entwicklung des Torfwegs sehr zufrieden.