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Traumatisierten Kindern wird in Stade geholfen

Frank Münter und Dieter Stempnewicz vom Lions Club Stade erkundigen sich bei Colette Schiwietz und Gaby Siedentopf (von links) nach den traumatisierten Kindern. Foto Laudien

Frank Münter und Dieter Stempnewicz vom Lions Club Stade erkundigen sich bei Colette Schiwietz und Gaby Siedentopf (von links) nach den traumatisierten Kindern. Foto Laudien

Es war die erste Charity-Aktion des Lions Clubs Stade – und ein starker Erfolg: 3000 Glücklose für je 10 Euro wurden verkauft, um mit dem Erlös traumatisierten Flüchtlingskindern zu helfen.

Freitag, 16.12.2016, 16:36 Uhr

Der gute Zweck, aber auch die attraktiven Gewinne wie der Kleinwagen „Seat Mii“ vom Autohaus Cordes und die Reisen nach Lissabon und in die Türkei mit Unterstützung vom TUI ReiseCenter am Pferdemarkt sorgten – auch dank der Hilfe weiterer Firmen und Institutionen, darunter auch das TAGEBLATT – für hohe Einnahmen: Insgesamt 14 250 Euro Überschuss wurde bei der dreimonatigen Charity-Aktion im Frühjahr erwirtschaftet und an die Arbeiterwohlfahrt (Awo) übergeben.

Das Geld kommt den traumatisierten Kindern, die als Flüchtlinge in den Landkreis gekommen sind, zugute, erfuhren Dieter Stempnewicz und Frank Münter vom Stader Lions Club bei einem Treffen mit Psychologin Colette Schiwietz und Gaby Siedentopf von der Migrationsberatung der Awo. „Zurzeit werden von dem Geld fünf Kinder und Jugendliche, die teils in Pflegefamilien oder eigenen Familien im Landkreis Stade leben, therapiert“, berichtet Gaby Siedentopf. Es gebe eine Warteliste. Siedentopf: „Die Auswahl fiel uns nicht leicht.“

Entschieden wurde nach Dringlichkeit bei akuten Notfällen für Kinder, die teils suizidgefährdet sind. Während ihrer Reise nach Deutschland hätten diese Kinder schreckliche Dinge erlebt, seien selbst Opfer oder Zeugen von Gewalt geworden, haben Angehörige oder Eltern verloren, schildert Siedentopf die dramatischen Schicksale der betroffenen Kinder. „Dank der Zusammenarbeit mit Sprachmittlern läuft die Verständigung sehr gut und es gibt bereits eine gute Vertrauensbasis“, berichtet Colette Schiwietz von der Therapie mit den Kindern. Es sei wie eine Wunde, die gereinigt werden müsse. Schiwietz: „Die erste Maßnahme ist die Stabilisierung.“ Für ein Jahr sind die Therapieplätze für die fünf Kinder und Jugendlichen dank der Spendeneinnahmen des Lions Clubs Stade gesichert.

Der Anfang ist gemacht, 2017 soll es weitergehen. Die Beteiligten der Lions-Charity würden es begrüßen, wenn andere Service-Clubs oder Initiatoren weitere Spenden-Aktionen initiieren, um den anderen traumatisierten Kindern den Weg zurück ins Leben zu ermöglichen.

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