TuS Harsfeld: Die gute Laune ist zurück
Zufriedene Gesichter beim TuS Harsefeld: Hier freuen sich die Fußballer über die 1:0-Führung kurz vor der Pause. Foto Bröhan
Nach dem Fußballspiel schauen sich glückliche Gesichter auf dem Platz in Harsefeld an. Der Landesligist TuS Harsefeld ist mit einem 3:0 gegen Emmendorf in das neue Jahr gestartet. Keine Selbstverständlichkeit. Und zudem mit zwei erfreulichen Comebacks.
Nach 15 Saisonspielen stand der Vizemeister der Vorsaison mit 17 Pünktchen auf dem elften Tabellenplatz. Die Hinrunde dieser Landesligasaison war also verkorkst, personelle Probleme spielten dabei eine gewichtige Rolle. Die Personalnot ist Vergangenheit, auch dank der wetterbedingten langen Pause. Zudem hat der TuS Harsefeld zwei neue Kräfte an Bord, Henry Sung und Stefan Forthaus haben in ihrem ersten Punktspiel sogleich angedeutet, dass sie die Mannschaft verstärken. Forthaus (27) ist zugezogen, spielte in der Westfalenliga, und gab als Innenverteidiger ein souverän-solides und fehlerfreies Debüt beim TuS Harsefeld. Sung, der einstige Sechser oder Außenverteidiger des Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, stieg beim TuS als offensiv ausgerichteter Zehner ein. Er feierte nach mehr als einem Jahr, die linke Schulter war verletzt, ein gelungenes Comeback auf dem Fußballplatz.
Sung braucht noch Spielpraxis, war aber schon jetzt an jeder gelungenen Aktion beteiligt. „Das hat Spaß gemacht“, sagte er nach dem Spiel, „vor allem, wenn alle so mitziehen wie heute.“ Das 3:0 durch Dennis Osuch hatte er nach schöner Flanke von Kai-Ole Ehrlich per Kopf vorbereitet. Ausgewechselt wurde Sung für den zweiten großen Rückkehrer: René Kracke, der wegen Verletzungen und schwerer Krankheit eine gefühlte Ewigkeit dem TuS als Takt- und Ideengeber fehlte, präsentierte sich nach seiner Einwechslung mit großer Spiellaune. Dass dabei noch nicht alles klappt, wie es der Techniker gewohnt war, ist klar. In der vergangenen Saison kam Kracke auf nur vier Einsätze, sein letztes Spiel machte er am 16. September 2016 gegen Meckelfeld, er schoss zwei Tore. Kracke war nach seinem Kurzeinsatz, na klar, glücklich.
„Wir sind schwer ins Spiel gekommen“, sagte Trainer Dennis Mandel, „aber in der zweiten Halbzeit haben wir guten Fußball gespielt und aufgrund der vielen Chancen auch verdient gewonnen.“ Der Sieg sei nicht selbstverständlich gewesen. Mandel konnte vor dem Spiel nur hoffen. „Wir waren ja nicht gerade mit großem Selbstvertrauen ausgestattet.“
Das haben sich die Harsefelder nun ein gutes Stück weit zurückerarbeitet. Der SV Emmendorf kam als Tabellendritter zum TuS Harsefeld. Die Mannschaft bot den bemühten Gastgebern keine Möglichkeit, ihr Spiel aufzuziehen. Sehr kompakt, sehr geordnet, sehr zweikampfstark und bei Kontermöglichkeiten stets gefährlich – Emmendorf war in der ersten Halbzeit ein sehr unangenehmer Gegner. Der TuS spielte aber geduldig und hatte mit Debütant Forthaus und Routinier Alexander Martens zwei abgeklärte Innenverteidiger. Zudem war Torhüter Fabiano Curia bärenstark, zwei Mal parierte er glänzend und hielt so den 1:0-Vorsprung fest.
Die Führung hatte Manuel Detje mit dem Pausenpfiff erzielt. Nach einer verlängerten Ecke nickte er den Ball übersichtig per Kopf ins lange Eck. Zu dem Zeitpunkt hatte sich der TuS schon ein Chancenplus erarbeitet und sich die Pausenführung verdient.
Im Laufe der zweiten Halbzeit wurden die Harsefelder, angeführt von Detje und Sung, spielerisch immer besser. Das 2:0 durch Pascal Schawaller war überfällig. Das Tor erzielte der Stürmer mit Wille und Wucht. Das 3:0 fiel schnell danach. Der TuS stand ob seiner Souveränität als Sieger fest und zelebrierte nun die wiedergewonnene Spiellaune.
Glücklich, mit einem Lächeln im Gesicht, humpelte sogar Kapitän Leandro Dittmer Richtung Kabine. Der Zeh sei noch dran, sagte er, das Blut im Stutzen ließ Schmerzen erahnen. „Ich geh’ jetzt ins Warme und genieß’ ein Sieger-Bier“, frohlockte Trainer Mandel, „das hatte ich lange nicht mehr.“ Er grinste.
Der SV Emmendorf wird ab der nächsten Saison vom ehemaligen D/A-Stürmer Danny-Torben Kühn trainiert. Es wird die erste Trainerstation des 32-Jährigen sein. Zurzeit kickt Kühn noch in der Hamburger Kreisliga beim SC Union 03 Altona.
Tore: 1:0 (45.) Detje, 2:0 (74.) Schawaller, 3:0 (76.) D. Osuch
TuS Harsefeld: Curia, Ziemann, Martens, Forthaus, Dittmer (69. Bockelmann), Detje, N. Osuch, Sung (78. Kracke), D. Osuch (82. Sylla), Schawaller, Ehrlich
Zuschauer: 60
Nächstes Spiel: Bornreihe – Harsefeld ( 21. März, 19.30 Uhr)