Unterwegs an Australiens Ostküste
Die Felsformation Three Sisters im Nationalpark Blue Mountains hat es der Abiturientin Selina Rasenberger während ihrer Reise nach Down Under besonders angetan. Foto privat
Für Abiturientin Selina Rasenberger bricht ein neuer Lebensabschnitt an. Gerade hat die 18-Jährige ihre Abschlussprüfungen am Gymnasium Süd in Buxtehude hinter sich gebracht. Im September startet ihr Duales Studium bei der Polizei. Doch vorher reist die junge Harsefelderin durch Australien. Die Jugendreporterin meldet sich aus Down Under.
Die letzten zwölf Jahre hieß es für mich: lernen, lernen und lernen. Im Juni habe ich dann meine Abiturprüfungen am Gymnasium Buxtehude Süd absolviert. Viele gehen danach für ein Jahr ins Ausland. Ich fange im September mein Duales Studium bei der Bundespolizei an, weshalb ein Auslandsjahr nicht infrage kommt. Doch reisen wollte ich schon immer. Also nahm ich mir vor, wenigstens die zwei Monate zwischen dem Abiball und dem Studienbeginn zu nutzen. So kam es, dass ich mit einer Freundin Pläne schmiedete – und nun sitzen wir in Australien.
Unsere Reiseroute umfasst die Ostküste zwischen Melbourne und Cairns (etwa 5000 Kilometer) und ist auf zwei Monate angelegt.
Am 24. Juni starteten wir mit dem Flug von Hamburg nach Melbourne. Leider kamen wir mit 15 Stunden Verspätung an. Geschlafen haben wir in einem Hostel in St. Kilda. Tagsüber erkundeten wir die Stadt. Da wir hier jedoch im Winter ankamen, waren die Temperaturen entsprechend niedrig – immerhin 13 Grad, aber es regnete. Nach zwei Tagen holten wir dann unseren Campervan ab. Unser erster Halt war Phillip Island, wo wir abends Pinguine dabei beobachten konnten, wie sie aus dem Meer zurück in ihre Nester gingen – die sogenannte Pinguin Parade. Außerdem besuchten wir das Koala Conservation Centre und konnten Koalas aus nächster Nähe beobachten.
Von dort aus ging es weiter zum Wilson Promontory Nationalpark. Ein sehr schöner Park, in dem es sich ausgezeichnet wandern lässt. Von einem Blick auf den größten Teil des Nationalparks bis zu Buchten, wie Whisky Bay, haben wir alles gesehen. Zwischendurch schien sogar die Sonne. Danach ging es weiter zum Golden Beach. Dies ist ein Teil des 90-Meilen-Strandes, dem längsten Strand der Welt. Hier verbrachten wir einen wunderschönen Tag, übernachteten auf einem kostenlosen Campground und begannen den nächsten Tag mit einem Frühstück draußen in der Sonne mit Blick auf den Strand. Nach dieser Etappe hatten wir die ersten 1000 Kilometer erfolgreich gemeistert. Dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Eden. Dies ist ein ehemaliges Walfängerdorf. Nach ein paar Tagen „Wildnis“ zog es uns schon wieder in eine Stadt. Dieses Mal war es die australische Hauptstadt Canberra. Eine kleinere Stadt, angenehm, konnte uns aber leider nicht richtig in den Bann ziehen. Außerdem war es in den zwei Nächten dort zwei Grad kalt, was das Schlafen im Auto nicht wirklich angenehm machte, da der Van keine Heizung hatte.
Aufgrund der Erfahrung dieser kalten Tage in Canberra fuhren wir wieder Richtung Küste und kamen am weißesten Strand der Welt an, dem Jervis Bay. Dort genossen wir den Blick auf das Meer und hatten das Gefühl, als wären wir in der Karibik. Doch auch hier meldete sich recht schnell wieder der Regen und wir sind weiter nach Kiama gefahren. Endlich waren wir wieder in der Sonne und wanderten von unserem Campingplatz entlang der Küste zu den bekannten Wasserfontänen. Außerdem kletterten wir auf den Felsen, um einen besseren Blick auf die drei Buchten zu bekommen. Da es am nächsten Tag weiter ins Hotel nach Sydney ging, mussten alle Essensreste vernichtet werden – und zu unserer Überraschung hatten wir am Ende eine super leckere vegetarische Paella.
Und dann kam Sydney. Dort hatten wir drei wunderschöne Tage, erkundeten fast die gesamte Stadt zu Fuß und sahen sie am Tage und bei Nacht von einem Boot aus. Abends wirkt die größte Stadt Australiens noch schöner als im Tageslicht. Am Abreisetag mussten wir unser Hotelzimmer früh räumen, wollten das gute Wetter jedoch genießen, weshalb wir zum Bondi Beach fuhren. Ein berühmter Strand. Viele Surfer nutzten das gute Wetter. Mit Glück bekamen wir aber einen guten Tisch in einem Café mit Blick auf den gesamten Strand. Dies war bislang unser bestes Frühstück.
Angrenzend an Sydney befinden sich die Blue Mountains, welches unser nächstes Ziel war. Dieser Nationalpark ist bekannt für seine schönen Hikingtracks rund um die Three Sisters und die Wentworth Falls. Das eine sind drei nebeneinanderstehende Felsen und das andere große Wasserfälle. Beides haben wir auf den Wanderwegen mit Anstrengung genauer betrachten können. Doch auch hier blieben wir nicht lange und brachen kurzerhand nach Nelson Bay auf. Auf dieser Strecke hatten wir dann auch schon 2000 Kilometer zurückgelegt. Der Tag war sonnig und warm und wir konnten das erste Mal über mehrere Stunden den blauen Himmel sehen. In Nelson Bay erwarteten uns dann sogar 19 Grad. Mal sehen, wie lange es uns hier halten wird.
In den nächsten fünf Wochen stehen noch weitere Ziele und Aktivitäten auf dem Plan: Entspannen am Strand, Sightseeing in Brisbane, Action auf Fraser Island, tauchen im Great Barrier Reef und vieles mehr. Mal sehen, was uns sonst noch auf den vielen Kilometern spontan in den Sinn kommt.
Blog
Wer an dem Abenteuer von Selina Rasenberger interessiert ist und ihre Reise in den kommenden fünf Wochen weiterverfolgen möchte, kann dies auf ihrem Blog tun. Die Autorin freut sich über Kommentare. www.zweimonateeinekueste.jimdo.com