Verdacht auf Blaualgen: Naturfreibad geschlossen
Das Naturfreibad in Krummendeich. Foto: Archiv
Das Naturfreibad in Krummendeich bleibt am Dienstag geschlossen. Der Grund sind blühende Algen. Ob es sich dabei um die schädlichen Cyanobakterien – im Volksmund Blaualgen genannt – handelt, steht frühestens am Freitag fest.
Bei der routinemäßigen vierwöchentlichen Kontrolle durch das Gesundheitsamt des Landkreises Stade wurde am Dienstag entschieden, zumindest für diesen einen Tag das Freibad zu schließen. Am Wochenende habe die Algenblüte eingesetzt, berichtete Schwimmmeisterin Yvonne Meyer. Grüne Schlieren treiben auf dem Wasser. „Das sieht wirklich nicht schön aus“, so die Schwimmmeisterin. Die Schlieren hatten sich am Dienstag insbesondere bei den Einstiegsleitern festgesetzt. Ob es sich um Blaualgen handelt, muss erst untersucht werden.
In den vergangenen Jahren war das Nordkehdinger Naturfreibad immer wieder mal von Cyanobakterien befallen, die Hautreizungen und Übelkeit verursachen können. Daher hatte die Samtgemeinde Schilfgürtel pflanzen lassen, die die Phosphate binden sollen, die den Algenwuchs fördern. Außerdem wurde eine Belüftungsanlage installiert. Dennoch war die „Kuhle“ 2012 erneut von Blaualgen befallen und musste fast den gesamten August geschlossen werden. Damals hatten starke Regenfälle zu viele Nährstoffe in den Badesee geschwemmt.
Schwimmmeisterin Meyer hofft, dass es diesmal nicht zu einer längeren Schließung kommt. Nach dem verregneten Sommer im vergangenen Jahr ist das Bad in diesem Sommer gut besucht. 5500 Gäste hat sie bis Mitte Juli gezählt. 2017 kamen während des gesamten Sommers nur 6500. Solange kein Untersuchungsergebnis der Wasserprobe vorliegt, wird die Schwimmmeisterin täglich nach Augenschein neu entscheiden, ob sie das Bad öffnet. Ein Indikator ist hierfür die Sichttiefe. Sie sollte nicht geringer als einen Meter sein.
Wer das Naturfreibad besuchen möchte, sollte sich telefonisch unter 0 47 79 / 12 80 oder über Facebook informieren, ob das Bad geöffnet ist. (sh)
Blaualgen sind keine Algen, sondern Bakterien. Aufgrund des Farbstoffes Phycocyanin werden sie als Cyanobakterien bezeichnet. Sie vermehren sich bei hohen Wassertemperaturen und können Haut- und Schleimhautreizungen auslösen.