Verkaufsoffener Sonntag: Regen hält die Kauflustigen nicht ab
Schnacken, snacken, shoppen: Am Nachmittag füllt sich die Buxtehuder Altstadt mit Besuchern, wie der Blick in die Lange Straße zeigt. Fotos: Lepél
Viele Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag in der Buxtehuder Altstadt: Das Schmuddelwetter lockte sie vor allem in die Geschäfte. Manch Kauflustigen beschlich aufgrund der steigenden Corona-Zahlen aber auch ein mulmiges Gefühl.
Das sonntägliche Shoppingvergnügen fand diesmal unter dem Thema „Lebendige Einkaufsstadt – barrierefrei“ statt. Der veranstaltende Altstadtverein hatte auf dem Petri-Platz ein Zelt aufgebaut, in dem das Thema Barrierefreiheit von der Interessengemeinschaft „Barrierefreies Buxtehude“ und der Buxtehuder Ortsgruppe des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in den Fokus genommen wurde.
Und zwar ganz praktisch: Unter Anleitung von Nils Klensang und Janine Beuße von der Lebenshilfe bauten Kinder, aber auch Erwachsene, aus Legosteinen Rampen, mit denen ganz einfach Hürden etwa beim Betreten von Geschäften überwunden werden können.
Geschäfte gesucht, die Legorampen haben möchten
Die erste Legorampe wurde am Eingang des Zeltes aufgestellt – und erfüllte direkt ihren Zweck. Die an MS erkrankte Birgit Klenke probierte die unkonventionelle Lösung mit ihrem Rollator aus und war angetan: „Das hilft wirklich dabei, Stufen und Schwellen zu überwinden“, sagte die Buxtehuderin. Jetzt werden weitere Geschäfte gesucht, die Legorampen haben möchten und Spender der bunten Steine, die im Stadthaus abgegeben werden können.
Die an MS erkrankte Birgit Klenke probiert die Lego-Rampen aus.
Die Buxtehuder seien hilfsbereit, aber manchmal werde eine Behinderung auch nicht gesehen, sagt Uschi Reinke, 1. Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes: „Deshalb ist es wichtig, dass wir immer wieder auf die Menschen zugehen.“ Nils Klensang von der Lebenshilfe verwies noch auf ein weiteres Problem: „Seit Corona kommen viele Menschen mit Behinderung nicht mehr aus dem Haus. Wir suchen dringend zuverlässige Unterstützer, die uns dabei helfen, das zu ändern.“
Mulmige Gefühl angesichts steigender Corona-Zahlen
Corona war auch in der Fußgängerzone immer wieder Thema: „Wir wollten nur den Adventskalender der Lions holen, sonst wären wir gar nicht in die Stadt gekommen“, sagt eine Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte. „Ich habe angesichts der steigenden Corona-Zahlen ein mulmiges Gefühl. Wir sind auch schon wieder auf dem Heimweg.“
Trotz Pandemie und Schmuddelwetter herrschte geschäftiges Treiben in der Altstadt. Besonders bei Stackmann schauten sich viele Kauflustige um und besorgten sich Kleidung und Accessoires.
Janine Beuße (Lebenshilfe) verklebt das Bauwerk von Japneet Kaur .
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