VfL Fredenbeck überzeugt mit Moral - Remis gegen Flensborg
Das Heimspiel gegen den DHK Flensborg war sehr umkämpft. Die Fredenbecker, hier Fynn Sievert, hielten aber dagegen. Sievert erzielte auch einen der schönsten Treffer des Spiels. Foto: Potreck
Die Handballer des VfL Fredenbeck erkämpfen sich gegen den DHK Flensborg ein 27:27-Unentschieden, nach einem 9:14-Halbzeitrückstand. Damit gewinnen sie den ersten Punkt in heimischer Halle nach dem Drittliga-Aufstieg und begeistern ihre Fans.
Fredenbecks Fans strömten erstmals seit Wochen wieder zahlreicher in die Geestlandhalle. Gegen den DHK Flensborg wurde ein Kampf auf Biegen und Brechen erwartet. Sie sollten nicht enttäuscht werden.
Von der ersten Minute an wurde auf beiden Seiten um jeden Meter Hallenboden gekämpft. Körperlich deutlich überlegene Flensburger zeigten dem Fredenbecker Angriff schmerzhaft, dass für sie alles andere als ein Sieg und damit die Revanche für die Niederlage im Hinspiel Pflicht war. Aber auch Fredenbecks Abwehr ließ sich nicht lumpen. So hatte das Schiedsrichtergespann in den ersten Minuten Mühe, das Spiel in geordnete Bahnen zu lenken.
Nach starkem Start die Übersicht verloren
Die ersten Minuten gehörten den Fredenbeckern, die durch Tore von Daniel Sharnikau und Fynn Sievert schnell 2:0 (3.) in Führung gingen. Doch dann verloren die Fredenbecker die Übersicht. Wie schon so oft in dieser Saison spielten Ballverluste durch technische Fehler, verpasste Abpraller und zu frühe Wurfabschlüsse dem DHK Flensborg in die Karten und Fredenbecks Trainer Igor Sharnikau zur Verzweiflung. Nach einem 4:0-Lauf hatten die Flensburger das Spiel gedreht, gingen mit 4:2 (8.) in Führung. Der Fredenbecker Angriff lief sich im Positionsspiel fest. Es fehlte Bewegung; einfache Tore gelangen nicht. So sehr die Fredenbecker sich auch mühten, den Rückstand aufzuholen, die Flensburger bauten ihre Führung auf fünf Tore aus (11:6, 20.). Trainer Igor Sharnikau probierte es mit verschiedenen Deckungsformationen, ohne Erfolg. „Unsere 5:1-Deckung hat dieses Mal nicht funktioniert. Wir haben zu wenig agiert.“ Auch eine Manndeckung gegen Flensburgs stärksten Offensivmann, Ole Zakrzewski, änderte daran zunächst nichts. Der DHK Flensborg führte zur Halbzeit mit 14:9.
Die Flensburger spielten nun ihre Angriffe regelmäßig bis zum drohenden Zeitspiel aus und hielten bis in die 45. Minute (16:21) gegen vergeblich anrennende Fredenbecker ihren Vorsprung, auch weil immer wieder mit dem „letzten Ball“ der Torwurf gelang.
Neuer Torwart bringt Abwehr Sicherheit
Mit einem Torwartwechsel auf Fredenbecker Seite, Teo Meštrovic kam für Sebastian Spark (38.), wendete sich das Spiel zugunsten des VfL Fredenbeck. Meštrovic brachte mehr Sicherheit in die Fredenbecker Abwehr, Flensburgs Kräfte schwanden. Bis zur 51. Minute hatten die Fredenbecker den Anschluss (21:22) durch zwei spektakuläre Aktionen von Teo Meštrovic geschafft. Erst verwandelte er einen Abwurf direkt, dann bediente er Fynn Sievert, der im Sprung den Ball am Kreis erwischte und einwarf.
Die Halle stand jetzt Kopf. Als Jan Möller in der 57. Minute den Ausgleich (25:25) erzielte, schien das Spiel endgültig zu Fredenbecker Gunsten zu kippen. Der VfL Fredenbeck ging in die offene Manndeckung über, die Flensburger waren „platt“. Doch der Siegtreffer sollte nicht gelingen, Teo Meštrovic mit einem missglückten Direktwurf und Jan Möller von Rechtsaußen verpassten den Siegtreffer. Es blieb beim Endstand von 27:27.
Remis als Gewinn
Das Unentschieden ist angesichts des bisherigen Saisonverlaufs ein Gewinn für die junge Fredenbecker Mannschaft. Sie hat Moral bewiesen und auch gezeigt, dass sie konditionell mithalten kann. Daran hatten ihre Auftritte in den letzten Spielen Zweifel gesät. Die sind ausgeräumt, auch wenn im nächsten Spiel gegen Meisterschaftsfavorit 1. VfL Potsdam die Bäume nicht in den Himmel wachsen dürften.
Statistik
VfL Fredenbeck: Spark, Meštrovic 1; Sievert 2, Buhrfeind 1, Sharnikau 3, Huckschlag 1, Fick 6/3, Brassait 2, Lens 1, Redecker 3/1, Möller 5, Müller 2, Dede
Siebenmeter: VfL 5/4 – DHK 3/3
Zeitstrafen: VfL 3 – DHK 9
Zuschauer: 315
Nächstes Spiel: 1, VfL Potsdam – VfL Fredenbeck (So., 30. Januar, 16 Uhr)