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Tote Schafe

TViele Wolfsangriffe im Süden von Hamburg – Zwei Fälle in Buxtehude

Ein Wolf soll dieses Schaf in Hamburg-Marmstorf gerissen haben.

Ein Wolf soll dieses Schaf in Hamburg-Marmstorf gerissen haben. Foto: Lenthe-Medien

Bislang stand vor allem der nördliche Kreis Stade im Fokus von Wolfsangriffen. Doch auch im Süden mehren sich Schafsrisse. Ein Überblick.

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Von Karsten Wisser
Mittwoch, 24.09.2025, 05:50 Uhr

Buxtehude. In Hamburg gab es seit der Rückkehr der Wölfe vor 25 Jahren erst zwei bestätigte Angriffe auf Nutztiere. Den ersten gab es laut Medienberichten 2018 im Hamburger Nordwesten, im Stadtteil Schnelsen. Der zweite Angriff auf Nutztiere in Hamburg fand wohl vor einer Woche im Stadtteil Marmstorf im Hamburger Süden statt. Ein DNA-Test soll das noch definitiv klären.

Schaf durch einen typischen Kehlbiss getötet

Auf einer Weide in der Nähe der Bundesstraße B75 (Bremer Straße) waren über Nacht zwei Schafe gerissen worden. Das eine Tier sei bereits tot gewesen, als es am Morgen vom Landwirt auf einem Hof in Marmstorf nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen gefunden wurde.

Das zweite Schaf war so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste. Das tote Schaf war mit einem für Wölfe typischen Kehlbiss getötet, das zweite Schaf in der Art und Weise verletzt worden.

Der Vorfall in Hamburg könnte die Fortsetzung einer ganzen Serie von Wolfsrissen sein. Seit zwei Jahren gibt es im Raum Buxtehude, Moisburg, Hollenstedt und Buchholz immer wieder Angriffe – in der Regel auf Schafe. Durch den DNA-Test soll auch geklärt werden, ob der Wolf möglicherweise bereits für andere Risse in der Region verantwortlich war. Dafür gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit.

Buxtehude: 2025 zwei Wolfsangriffe auf Schafe

2023 gab es fünf Risse südlich von Buchholz. Ein Jahr später gab es im Bereich zwischen Buchholz und Buxtehude schon 25 Angriffe auf Schafe. In der Regel waren die Tiere laut der Kriterien nicht ausreichend gegen Wolfsangriffe geschützt. Die Mindestanforderung für den Herdenschutz war in den überwiegenden Fällen nicht gegeben.

In diesem Jahr sind es bislang 15 Angriffe, darunter auch zwei im Buxtehuder Stadtgebiet. Im April wurden zwischen Eilendorf und Immenbeck zweimal Schafe getötet. Die Opferzahl bei der Angriffsserie in der Region lag meistens bei einem bis drei Tieren.

In einem Fall in Elstorf im Februar wurden sechs Schafe getötet. Im Bereich der Gemeinde Neu Wulmstorf gab es drei bestätigte Angriffe auf Schafe. Die Daten stammen aus der offiziellen Nutztierriss-Übersicht des Landes Niedersachsen.

Ein Wolfsrüde 13-mal als Verursacher überführt

Bei den beiden Angriffen in Buxtehude konnte dabei durch einen DNA-Test der Rüde GW3190m als Verursacher festgestellt werden. Beim zweiten Angriff konnte kein Verursacher per DNA-Test ermittelt werden.

Der Rüde GW3190m ist einer der aktivsten Wölfe in Niedersachsen. Ihm wurden bisher 13 Nutztierrisse in der Region zwischen Buxtehude und Buchholz nachgewiesen. Das Tier könnte zum Rudel Buchholz gehören.

Zwei Wolfsterritorien im Landkreis Stade bestätigt

Im Landkreis Stade gibt es laut niedersächsischem Wolfsmonitoring aktuell zwei Wolfsterritorien, bei denen ein Wolfspaar nachgewiesen wurde. Es sind das Oldendorfer und das Drochterser Rudel.

Bei beiden gab es zwischenzeitlich Zweifel, ob es sie noch gibt. Sie konnten über einen längeren Zeitraum nicht mehr nachgewiesen werden. Das hat sich laut niedersächsischem Wolfsmonitoring wieder geändert.

Im Spätsommer häufen sich die Wolfsangriffe

Im Spätsommer steigt stets die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere an. Die im März oder April geborenen Wolfswelpen haben einen größeren Nahrungsbedarf. Der Wildtier-Nachwuchs – vorrangig Beute der Wölfe – ist inzwischen aber groß und schnell, sodass er keine leichte Beute für den Wolf mehr ist. Daher sind eingezäunte Schafe häufig Opfer von Wolfsangriffen.

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A
Andreas Mohr
27.09.202518:08 Uhr

Was ich merkwürdig finde, ist was für ein hipe gemacht wird, wenn ein Wolf ein Schaf reißt. Berichte über eine halbe Zeitungsseite, große Überschriften, Artikel mit meinungsbildenden Texten. Wenn allerdings zB ein Fußgänger oder Radfahrer durch einen Unfall mit einem LKW / PKW ums Leben kommt, ist es allenfalls eine Randnotiz wert. Das lässt vermuten, dass man sich mit getöteten Menschen durch Kraftfahrzeuge bereits abgefunden hat, während der böse Wolf mordet. Nebenbei bemerkt, die niedlichen Lämmchen und auch die erwachsenen Schafe kommen auch in unseren Topf, sind Menschen also besser als Wölfe, weil sie auf 2 Beinen laufen und die Schafe nicht tot auf der Weide liegen lassen sondern als Wurst verabeiten?

W
Wilhelm Hartmann
24.09.202519:28 Uhr

Das BT berichtet über jeden Wolfsriss, und das ist gut so. Weiter so. Die gesamte Problematik ist den Wolfsbefürwortern und den Wolfsgegnern ausreichend bekannt. Eine politische Entscheidung ist überfällig und sollte in einer Demokratie mit einem Kompromiss abgeschlossen werden: Absoluter Wolfsschutz im Truppenübungsplatz Munster, im Rest Niedersachsens gilt das Jagdrecht mit Schonzeiten für den Wolf. Damit ist das Problem zügig größtenteils gelöst.
Aber warum berichtet das BT immer nur über tote Pferde, Rinder und Schafe?
(...). Seeadler als Nahrungsgäste und Rotmilane als Brutvögel sind entschwunden. Auch Seeadler und Rotmilane haben ein Lebensrecht. Wer hindert das BT seit Jahren an einer Berichterstattung? Wer hat davon einen finanziellen Vorteil? Man sollte immer der Spur des Geldes folgen. // Kommentar von der Redaktion gelöscht - bitte belegen Sie Ihre Behauptungen. TAGEBLATT online

M
Meike Windfuhr
24.09.202519:08 Uhr

Ich zitiere aus ihrem Artikel: "In der Regel waren die Tiere laut der Kriterien nicht ausreichend gegen Wolfsangriffe geschützt."
Das wäre doch mal eine geeignete Überschrift.
Was die Bilder dem geneigten Leser suggerieren sollen, möge ich jeder für sich selbst entscheiden.

I
Ilse Berdien antwortete am
25.09.202520:13 Uhr

Die Weidetierhaltung ist bald ganz vorbei- wer will seine Tiere noch der Gefahr des Wolfsangriff aussetzen!
Ob der Zaun nu Wolfssicher ist oder auch nicht , wenn der Wolf rein will kommt er rein ansonsten muss der Zaun so sein wie im Zoo - dasist der einzige Wolfssichere Zaun zu sehen . Warum wird da wohl so gebaut - wollen wir so was im Feld haben ?
Der Wolf der Nutztiere mit und ohne sichern Zaun reißt gehört hier nicht her . Peng!

I
Ilse Berdien antwortete am
25.09.202520:13 Uhr

Doppelter Kommentar gelöscht. TAGEBLATT online

K
Klaus Wilkens
24.09.202512:41 Uhr

Lieber Herr Wisser, muss das wirklich sein, solche Bilder hier zu veröffentlichen?

J
Jan Köpcke antwortete am
24.09.202515:10 Uhr

Ja

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