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Vierköpfige Familie stirbt bei Unfall

Es waren Bilder, die selbst hartgesottene Helfer an ihre Grenzen führten. Ein Gemüselaster hat in der Nacht zu gestern auf der A1 in Hamburg einen voll besetzten Personenwagen auf einen haltenden Lkw geschoben. Der Aufprall geschah offenbar ungebremst, der Citroën Xsara Picasso wurde regelrecht zusammengequetscht. Alle vier Insassen starben. Es war einer der schwersten Verkehrsunfälle in Hamburg der vergangenen Jahrzehnte.

Dienstag, 19.07.2016, 18:11 Uhr

Als die Retter gegen 23 Uhr die Unfallstelle zwischen den Abfahrten Billstedt und Öjendorf erreichten, war ihnen schnell klar, dass es nichts mehr zu retten gab. Ein Notarzt stellte noch vor Ort fest, dass von der Familie aus Hamburg-Allermöhe niemand überlebt hatte. Im Citroën starben der Vater (57), die Mutter (56) sowie Sohn (17) und Tochter (13). Noch mit den Leichen der Familie im Inneren nahm ein Kran das Wrack auf, das zum Gelände der Feuerwehr-Akademie in Hamburg-Billbrook gebracht wurde. Erst dort machten sich die Feuerwehrleute daran, die toten Körper aus dem vollkommen deformierten Fahrzeug zu bergen.

Der Xsara war auf eine Länge von 1,50 Meter gestaucht, ansonsten misst er 4,30 Meter. Die am Einsatz beteiligten Feuerwehrleute wurden von der Spezialeinsatzgruppe „Gesprächsnachsorge“ begleitet.

Die Unfallursache war zunächst unklar. Der Fahrer (46) des Gemüselasters stand ebenso unter Schock wie der Fahrer (37) des anderen Lkw. Laut Polizei hatte sich der Verkehr auf der A1 in Richtung Süden „verkehrsbedingt“ gestaut. Der Lkw und der Wagen der Familie hätten gehalten, sagte Polizeisprecherin Tanja von der Ahé.

„Der dahinter fahrende Lkw fuhr auf den Pkw auf und schob ihn unter den Sattelauflieger des vorausfahrenden Lkw.“ Ob der 46-Jährige unaufmerksam war, vielleicht vom Sekundenschlaf überwältigt wurde oder ein technisches Versagen vorlag, war bis zum Abend offen. Der Verkehrsunfalldienst der Polizei und ein Sachverständiger übernahmen die Ermittlungen zur Unfallursache. Die Autobahn war bis gegen 3 Uhr voll gesperrt.

Auffahrunfälle haben häufig fatale Folgen: Es wirkten dabei gewaltige Kräfte, sagte der Sprecher des ADAC-Hansa-Clubs, Christian Hieff. „Wenn ein Lkw mit 70 bis 80 Kilometer pro Stunde auffährt, ist das wie ein Kometeneinschlag.“

Seit Ende November vergangenen Jahres müssten alle neu verkauften Lastwagen in der EU über einen Notbremsassistenten verfügen, erklärte Hieff. Bei der Annäherung an ein Hindernis gebe das Gerät dem Fahrer erst ein akustisches und optisches Signal, dann leite es eine automatische Teilbremsung und schließlich eine Notbremsung ein.

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