Vollsperrung der L 125: Sicherheit der Arbeiter vorrangig
Baubesprechung: Bürgermeister Wilfried Ehlers (SPD) und „Bunte“-Bauleiter Philipp Schidlowski (rechts) nehmen Antje Zufall-Rieks, Hans-Jürgen Haase und Michael Schöne von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Sta
Das Land saniert die Ortsdurchfahrt Altländer Straße (L 125) in Dollern: Anwohner werden in dieser Zeit mit „größeren Einschränkungen leben müssen“, betont Helmut Klaß vom Bauunternehmen Bunte.
Das heißt: Tageweise werden einzelne Grundstücke nicht mit dem Privat-Pkw erreichbar sein. Ab Montag, 25. November, wird die L 125 im oberen Teil in mehreren Abschnitten endausgebaut. Nach dem Fräsen folgt das Schottern und ab dem 9. Dezember auch das Asphaltieren.
Bei einem Vor-Ort-Termin an der Altländer Straße (L 125) machte der Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade, HansJürgen Haase, noch einmal deutlich, mit welchen rechtlichen Einschränkungen die Ortsdurchfahrt in Dollern grundsaniert wird. Hintergrund: Anwohner hatten Beschilderung und Haftungsausschluss moniert.
Vorschriften: Hans-Jürgen Haase und seine Kollegen Antje Zufall-Rieks und Michael Schöne verwiesen auf die Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung und das Arbeitsschutzgesetz – vor allem die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) auf Straßenbaustellen. Demnach wäre eine Straßensanierung ohne eine Vollsperrung nur bei einer Fahrbahnbreite von mindestens 8,45 Metern möglich. Selbst in diesem Fall könnten bei einer Fahrbahnbreite von 2,75 Metern nur Pkw die Baustelle passieren. Schöne verwies auf die Sicherheitsabstände und Arbeitsbreiten.
In Wischhafen gehe das, in Dollern nicht. „In Dollern fehlen uns mehr als zwei Meter“, sagt Schöne, die Fahrbahn sei lediglich 6,20 bis 6,40 Meter breit.
Deshalb stehe auch das Schild „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ vor der Baustellenzufahrt. Wer als Anlieger zu seinem Grundstück durchfährt, tue das auf eigene Gefahr und ohne Versicherungsschutz seitens Land oder Baufirmen. Denn aufgrund der Vorschriften dürften eigentlich nur Baufahrzeuge in der Baustelle unterwegs sein. Formal gibt es im Zuge der Ortsdurchfahrt also eine Vollsperrung. In Absprache mit den Straßenbauern dürften die Anwohner „auf eigene Gefahr“ und „in Schrittgeschwindigkeit“ sowie mit Sichtkontakt gleichwohl durch die Baustelle fahren. Das Schild „Anlieger frei“ dürfe aufgrund der rechtlichen Lage deshalb nicht aufgestellt werden, so Haase mit Verweis auf die Forderung von Anwohnern. Hinzu komme, dass ein solches Schild viele Autofahrer – trotz einer Sperrung – dazu verleite, einfach durch die Baustelle zu fahren. Kurzum: Die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis könnte die Aufstellung des Schildes überhaupt nicht genehmigen.
Damit nicht genug: Die Gewerbeaufsicht poche beim Arbeitsschutz ebenfalls auf Vorschriften, bei Verstößen gegen Arbeitsbreiten würden Baustellen zum Schutz der Straßenbauer sofort stillgelegt. Und das könne auch nicht im Sinne der Dollerner sein. Ohnehin gebe es keinen Rechtsanspruch auf die Straßenbenutzung, so Antje Zufall-Rieks von der Behörde mit Verweis auf das Niedersächsische Straßengesetz. Dort heißt in Paragraf 14 (2): „Auf die Aufrechterhaltung des Gemeingebrauchs besteht kein Rechtsanspruch.“
In der Zeit des Endausbaus werden einige Grundstücke tageweise nicht erreichbar sein (Vollsperrung plus), in mehreren kleineren Abschnitten werde der Unterbau zwischen Waldrand und B 73 vorbereitet, um im Dezember (9. bis 13. Dezember) asphaltieren zu können.
Zahlen: Geplant sei – abhängig von der Witterung – weiter, bis zum 18. Dezember fertig zu werden, so Haase. 1,6 Millionen Euro werde die Sanierung der 1,1 Kilometer langen Ortsdurchfahrt kosten: Fahrbahn plus Kanal und Fußweg, Letzteres kam wie berichtet hinzu und führte zu Mehrkosten von etwa 250 000 Euro. 5000 Tonnen Schotter und 3500 Tonnen Asphalt würden eingebaut. 20 Jahre werden die Dollerner dann Ruhe haben.
Bauabschnitte: Ab Montag, 25. November, wird es mit Abfräsen und Schottereinbau laut Baufirma „Bunte“ zu größeren Einschränkungen kommen. Es wird allerdings „in kleineren Abschnitten“ gearbeitet. Los geht es in dem Bereich zwischen Waldrand (Hausnummer 22) und B 73 und Einmündung Mühlenweg. Dann folgen Waldweg/Dorfstraße plus Waldweg/Waldrand (Dienstag), die Dorfstraße ist laut Bauleiter Philipp Schidlowski am Montag und Dienstag passierbar. Am Mittwoch folgen Mühlenweg und Sandbarg, am Donnerstag werde nur im Waldbereich gearbeitet. Ab dem 2. Dezember geht es im Bereich B 73/Dorfstraße und Mühlenweg/B 73 weiter. Ab Montag, 9. Dezember, wird die L 125 asphaltiert – voraussichtlich bis zum Freitag. Die Baufirma wird in dieser Zeit das Personal vor Ort aufstocken.
Gemeinde: „Wir sind froh, dass saniert wird“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Dollern, Wilfried Ehlers. Zu kritisieren sei allerdings, dass die rechtlichen Hintergründe der Beschilderung nicht umfassend erläutert worden seien. Das Land gelobte Besserung, eine Postwurfsendung zur Darstellung der nächsten L-125-Bauabschnitte ist auf dem Weg. Die Pkw sollen außerhalb des Bereichs abgestellt werden, Ehlers setzt auf Nachbarschaftshilfe.
Rettungswagen und Feuerwehr werden die Baustelle passieren können, zusätzlich werden für die Retter die Schlaglöcher im Verlauf des Mühlenwegs zwischen der L 125 und der B 73 verfüllt.