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Von Leidenschaften und Abgründen

Michael von Au als Thomas und Anika Mauer als Wanda. Aldag

Michael von Au als Thomas und Anika Mauer als Wanda. Aldag

Wer am Mittwochabend im Buxtehuder Theater „Venus im Pelz“ gesehen hat, erlebte einen Kampf der Geschlechter um Abhängigkeit und Erniedrigung nach dem gleichnamigen Bühnenstück von David Ives. Das wiederum basiert auf einer lange Zeit umstrittenen Novelle, die ein obsessiver Leopold von Sacher-Masoch im Jahr 1870 veröffentlicht hat.

Donnerstag, 04.02.2016, 13:10 Uhr

Wer jetzt glaubt, auf die Bühne halten Porno und Sado-Maso Einzug, wird mit einer eher harmlosen und braven Variante einer längst gesellschaftsfähigen sexuellen Orientierung konfrontiert und dennoch mit einem streckenweise lustvollen Fight mit fließenden Übergängen zwischen Fiktion und Realität. Regie in dieser Produktion des Renaissance-Theater Berlin führt Torsten Fischer. In dessen teils abstruser und überladener Inszenierung kommt die Botschaft des Amerikaners David Ives voll zum tragen, der den Text von Sacher-Masoch über dämonische Obsessionen und wütende Entgrenzungsgelüste als Springbrett nutzt für eine ganz alltägliche Geschichte über das, was so alles passieren kann zwischen Männern und Frauen. Dass „Venus im Pelz“ den Besuchern auf der Halepaghen-Bühne trotzdem einen unterhaltsamen beschert hat, liegt an der Schauspielkunst der beiden herausragenden Protagonisten Michael von Au alsThomas und Anika Mauer als Wanda, die für ihre Darstellung mit dem „‘Goldenen Vorhang 2014“ ausgezeichnet wurde.

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