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(Vor-)Lesen ist für Kinder wichtig

Lorna Behrends hat vor drei Jahren das Vorlesen bei „Hollern hört“ ins Leben gerufen. Foto: Battmer

Lorna Behrends hat vor drei Jahren das Vorlesen bei „Hollern hört“ ins Leben gerufen. Foto: Battmer

Seit drei Jahren liest Lorna Behrends einmal im Monat für Kinder in der Bücherei in Hollern-Twielenfleth unter dem Motto „Hollern hört“. Außerdem veranstaltet sie jeden Donnerstag eine Lauschpause in der Grundschule. Mit ihrem Ehrenamt will Lorna Behrends Eltern und Kinder unterstützen.

Freitag, 13.12.2019, 10:01 Uhr

Lorna Behrends sitzt auf einem geflochtenen Hocker. Ihr gegenüber sitzen fünf Kinder und drei Mamas. Sie lauschen Lorna Behrends gespannt, heute liest sie auf dem Buch „Emil – Besuch im Leuchtturm“. Das Buch hat sie in Richtung der Kinder aufgeschlagen, damit sie die Bilder sehen können. Die 42-jährige Mutter liest mit ganz viel Stimmung und Gefühl. Immer wieder unterbricht sie und bindet die Kinder mit ein. „Welche Tiere, die Emil besuchen, kennt ihr?“, fragt Behrends.

Nach etwa 20 Minuten ist das Vorlesen vorbei. Kinderbücher sind nun mal keine dicken Wälzer. Wie viele Kinder zuhören, sei immer unterschiedlich. Heute kamen fünf Kinder, in der vergangenen Woche seien es noch ungefähr 20 gewesen. „Mir persönlich ist das richtig doll egal, wie viele Kinder kommen. Ich lese auch für zwei Kinder vor, Hauptsache, sie haben Spaß.“

Außerdem bringt es die Kinder auch pädagogisch voran. „Lesen macht schlau und ist für die ganze Entwicklung wichtig“, sagt Lorna Behrends, „zumal die Kleinen hier noch nicht selbst lesen können.“ Ganz konkret fördere (Vor-)Lesen die Aufmerksamkeit, Ruhe, Interaktions- und Dialogfähigkeit sowie den Wortschatz der Kinder. „Lesen ist ein Rundum-Paket.“

Sie muss es wissen, denn beruflich arbeitet Lorna Behrends als Pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule in Dollern. Die studierte Ökotrophologin – Haushalts- und Ernährungsexpertin – arbeitete nach ihrem Studium in einer PR-Redaktion, kam so näher mit Texten in Berührung. In ihrer Elternzeit habe sie gemerkt, „wie dankbar Kinder sind, wenn man ihnen vorliest.“

Lorna Behrends engagiert sich, weil sie andere Eltern unterstützen wollte. Mit dem Vorlesen hat sie etwas gefunden, was ihr selbst auch Spaß macht. „Ansonsten würde ich es auch nicht machen.“ Sie hat „Hollern hört“ vor drei Jahren ins Leben gerufen, ein ähnliches Angebot gab es damals schon in Steinkirchen. In der großen Pause liest Lorna Behrends donnerstags außerdem in der „Lauschpause“ in der Grundschule in Hollern-Twielenfleth. „Das wird richtig gut angenommen, gerade bei schlechtem Wetter“, sagt Lorna Behrends. Nur wenn sie spontan zum Vertretungsunterricht gerufen wird, fällt die Lauschpause aus. „Dann geht der Job vor dem Ehrenamt.“

Die Termine stimmt Lorna Behrends mit den Büchereien in Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen ab. In Steinkirchen gibt es mit „Ohren auf“ ein ähnliches Format. „Es ist so einfach, vorzulesen. Ein Leser, Zuhörer und ein Buch – mehr braucht man nicht“, sagt Lorna Behrends. „Hollern hört“ geht am 27. Januar weiter mit dem Buch „Ein komischer Vogel“.

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