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Fußball-Bundesliga

Vor dem ersten Heimspiel: Werder-Stimmung schon im Keller

Werder-Trainer Daniel Thioune.

Werder-Trainer Daniel Thioune. Foto: Selim Sudheimer/dpa

Werder Bremen steht schon vor dem ersten Heimspiel der Saison unter Druck. Wichtige Spieler sind verletzt, der Sportchef steht in der Kritik. All das kommt den Bremern noch sehr bekannt vor.

Von Sebastian Stiekel, dpa 04.09.2026, 13:40 Uhr
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Bremen. Ein Trainerwechsel. Ein erfolgreicher Abstiegskampf. Und mehr als 20 Zu- und Abgänge im Kader. Das alles ist bei Werder Bremen zwischen September 2025 und September 2026 passiert. Trotzdem wirkt der Club gerade wie in einer Zeitschleife gefangen. Vor dem ersten Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) ist die Stimmung in Bremen beinahe schon wieder genauso schlecht wie ein Jahr zuvor.

„Werders Schrott-Sommer“ (Bild). „Gefährliches Spiel mit Werders Zukunft“ (Deichstube). Das sind die Schlagzeilen dieser Woche.

Vieles spielt dort hinein und fast alles kommt einem aus dem vergangenen Jahr bekannt vor. Was damals der Kreuzbandriss von Mitchell Weiser war, ist diesmal der Sehnenabriss im Oberschenkel von Jens Stage. Wieder muss Werder neben zahlreichen anderen Ausfällen über mehrere Monate einen Spieler ersetzen, den man mit den eigenen Mitteln nicht ersetzen kann. Und wieder ging der Saisonauftakt beim 1:4 in Freiburg auch deshalb gehörig schief.

Clemens Fritz in der Kritik

Im Zentrum des Unmuts steht erneut ein Mann: der Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. Nach dem Ende der Transferfrist wird der frühere Nationalspieler vor allem dafür kritisiert, keinen offensivstarken Ersatz für Stage im zentralen Mittelfeld mehr geholt zu haben.

Die anderen Vorwürfe sind ebenfalls nicht neu: Zu viele Neuzugänge (5) seien nur ausgeliehen. Die Last-Minute-Transfers Arthur, Moussa Ndiaye und Youri Regeer kamen erst, als die Saison schon lief. Werder ist darauf angewiesen, in jedem Jahr Spieler für einen Millionenbetrag zu verkaufen. Aber wer soll diese Erlöse bei dieser Kaderstruktur noch garantieren?

In der Kritik: Werders  Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz.

In der Kritik: Werders Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. Foto: David Ebener/dpa

Fritz stellte sich dieser Kritik noch bevor der Transfermarkt am Dienstagabend schloss. „Jede darf seine Meinung haben. Aber wir können nur das umsetzen, was wir an Möglichkeiten zur Verfügung haben“, sagte der 45-Jährige.

Das Argument: 13 Neue - aber nur fünf Leihen

Werder fehlt das Geld. Trotzdem seien von den 13 Neuzugängen nur fünf per Leihe gekommen. Bei zwei von ihnen habe man per Kaufoption „die Hand drauf“ (Fritz). Die Rückkehr der schon in der Werder-Jugend ausgebildeten Niclas Füllkrug und Eren Dinkci seien „emotionale Leihen“ gewesen. Nur den Brasilianer Arthur könne man sich langfristig nicht leisten. Er wird nach einem Jahr nach Leverkusen zurückkehren.

Fritz sieht den Kader lange nicht so schlecht besetzt, wie dies in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Werder habe einige junge Spieler, „die Werte schaffen“. Und dazu genug Herzens-Bremer wie Niclas Füllkrug und Marco Friedl, „die eine stabile Achse bilden. Ich sehe unseren Kader als konkurrenz- und entwicklungsfähig an“.

Der Mann, der diese Einschätzung nun bestätigen muss, ist Werders Trainer Daniel Thioune. Er richtete vor dem Leipzig-Spiel einen Appell an Medien uns Fans: „Geben Sie mir und der Mannschaft die Chance, es allen zu zeigen. Ich merke auch, wie kritisch gerade alles ist“, sagte er. „Im Moment kann ich diese kritischen Stimmen nicht mit Leistung widerlegen. Aber ich kann sagen, dass wir bereit sind, gehen zu wollen, Strecke zu machen, Ziele zu erreichen. Dieser Kader birgt die Chance, daraus etwas zu entwickeln.“

Auch das ist eine Parallele zum Vorjahr: Damals ging es nach vergleichbaren Verletzungsproblemen, vergleichbaren Transferdebatten und einem vergleichbaren Debakel zum Saisonauftakt gleich im ersten Heimspiel gegen einen Champions-League-Teilnehmer. Niemand erwartete etwas von Werder, Mitte der zweiten Halbzeit lag man gegen Bayer Leverkusen in Unterzahl mit 1:3 zurück. In der Nachspielzeit traf der 18-jährige Karim Coulibaly aber noch zum 3:3 - und die ganze schlechte Stimmung ging in einem grün-weißen Jubelmeer unter.

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