TWarum es am Geld fehlt
Zum Artikel „Buxtehuder Schulleiter schlagen Alarm“ (TAGEBLATT vom 29. März) schreibt Peter Schulze aus Buxtehude:
„Der Zustand am Schulzentrum Süd in Buxtehude scheint desaströs“, heißt es. Nur die letzte einer Vielzahl von Alarmmeldungen zur Situation der Schulen. Vor allem fehlt es am Geld.
Ein Blick zurück: In meiner Schulzeit (50er Jahre) war es warm, trocken und ruhig im Klassenraum. Während meiner gesamten Schulzeit fiel kein Unterricht aus. Was ist dann passiert?
Ab 1946, unter der Regie der Westalliierten, betrug der Spitzensteuersatz 95 Prozent. (So hoch wie in den USA unter Präsident Roosevelt.) Auch unter den CDU/CSU-Regierungen galten hohe Steuersätze, weil Steuersenkungen gegen die alliierten Kontrollen nicht durchsetzbar waren: Erst 1953 sank der Spitzensteuersatz auf 80 Prozent. Ab 1958 gab‘s das Ehegattensplitting, wodurch Spitzenverdiener nur noch einen Steuersatz von 53 Prozent zahlten.
Dadurch kam natürlich weniger Geld in die Staatskasse. Was also tun? Erfunden wurde 1968 die Mehrwertsteuer mit 10 Prozent auf alle Einkäufe. Sie wurde nach und nach erhöht, während die Steuern für die Wohlhabenden und Reichen gleichzeitig sanken. Die Vermögenssteuer wurde unter der Regierung Kohl sogar ganz abgeschafft.
Der letzte große Coup gelang 2007 der ersten Merkel-Regierung. Die Mehrwertsteuer wurde von 16 auf 19 Prozent erhöht, die Körperschaftssteuer für Kapitalgesellschaften von 45 auf 15 Prozent gesenkt.
Folge: Die Wohlhabenden und Reichen tragen immer weniger zum Wohlergehen des Staates bei, die Finanzlücke füllen wir alle durch Konsum. Kein Wunder also, dass für Schulgebäude und Lehrer zu wenig Geld da ist.