TTierseuche in Nordkehdingen: So gehen Sie mit Hasen-Kadavern um
Die Myxomatose rafft die Hasen innerhalb kürzester Zeit dahin. Hier eines der toten Tiere aus Nordkehdingen. Typisch sind die völlig verklebten Augen. Foto: Jägerschaft Stade
Dutzende von Hasen in Nordkehdingen sind bereits tot. Und es werden noch mehr. Die neue Variante der tödlichen Tierseuche Myxomatose ist im Landkreis Stade angekommen.
Nordkehdingen. Mehrere Dutzend Feldhasen seien im Spätsommer in Nordkehdingen, vor allem um Freiburg herum, tot aufgefunden worden, berichtet Jens Hariefeld, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Stade. Inzwischen wurden verendete Tiere untersucht. Bei allen wurde die Myxomatose nachgewiesen, teilte jetzt der Landkreis Stade mit.
Auch in Dithmarschen und im Landkreis Cuxhaven wurde die Seuche nachgewiesen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Seuche – bei Hasen, aber auch bei Kaninchen – weiter ausbreitet und dass weiterhin Kadaver dieser Tiere gefunden werden“, sagt die Leiterin des Amtes Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Dr. Sibylle Witthöft.
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Bereits im Frühjahr seien bei einem Hasen in Bargstedt, der bei einem Autounfall umkam, Antikörper gegen die Myxomatose festgestellt worden, berichtet Hariefeld. Das habe hoffen lassen, dass sich Resistenzen gebildet hätten. „Doch Myxomatose ist nicht gleich Myxomatose“.
Erstmals sterben auch hiesige Hasen daran
Es gebe inzwischen verschiedene Stämme der Krankheit, die früher nur Kaninchen befallen haben, sagt der Jägerschaftsvorsitzende. „Es ist das erste Mal, dass Feldhasen im Landkreis Stade daran sterben“. Gerade Nordkehdingen weist hohe Bestände an Feldhasen auf. In anderen Revieren hätten die Jäger bislang noch keine toten Hasen oder Kaninchen gefunden.
Für den Menschen ist die Myxomatose ungefährlich. Amtstierärztin Witthöft verweist aber darauf, dass tote Feldhasen möglicherweise auch an der Hasenpest (Tularämie) erkrankt sein könnten. Im Kreisgebiet hat es bisher keinen Nachweise dieser bakteriellen Erkrankung gegeben und auch bei den untersuchten Hasen aus Nordkehdingen wurde dieser Erreger nicht nachgewiesen.
Trotzdem Vorsicht beim Umgang mit Kadavern
Anders als die Myxomatose ist die Tularämie potentiell für den Menschen gefährlich, auch Haustiere wie Katzen und Hunde können sich infizieren. Daher rät das Veterinäramt beim Umgang mit Kadavern oder kranken Hasen Gummihandschuhe und eine FFP2- oder FFP3-Maske zu tragen.
Die Übertragung der Myxomatose erfolgt in der Regel über direkten Kontakt empfänglicher Tiere - Hasen, Haus- und Wildkaninchen - untereinander. Die Ausbreitung bei Kaninchen gehe rasanter vonstatten, da diese in ihren Bauten häufig Kontakt untereinander hätten, Hasen hingegen sind Einzelgänger, treffen vor allem bei der Paarung aufeinander, sagt Hariefeld.
Auch Mücken könnten Überträger sein
Es wird angenommen, dass kontaminierte Futterpflanzen und Stechmücken bei der Übertragung ebenfalls eine Rolle spielen, teilt der Landkreis Stade mit. Die Myxomatose ist weder anzeige- noch meldepflichtig. Hauskaninchen können vorbeugend geimpft werden.
Der Tod kommt schnell
Bei den Langohren verläuft die Krankheit schnell und heftig. Typisch sind stark verklebte und geschwollene Augenlider und innen teils ausgetrocknete Augen sowie wunde Pfoten und Abszesse. Die Tiere verendeten innerhalb von rund drei Tagen, weiß Hariefeld. Rund 80 Prozent der Population könnten sterben.
Da es sich bei der Myxomatose um eine auf Tiere übertragbare Krankheit handelt, sind die Kadaver der Hasen in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt zu entsorgen. Kranke oder Myxomatose-verdächtige Tiere sollten unverzüglich erlegt werden. Jäger könnten dazu beitragen, die Seuche einzudämmen, indem tote Tiere eingesammelt und entsorgt würden, sagt Amtstierärztin Witthöft.
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Die Jäger vergraben die Kadaver häufig in einem halben Meter Tiefe, damit sie nicht von anderen Tieren - etwa Aasfressern - erreicht und verschleppt werden könnten, erzählt Harriefeld.
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