Was die Jäger in der Region bewegt
Niels Wölpern und Tochter Nele aus Kutenholz begutachten auf der Hegeschau ein schwarzes Reh . Fotos Kordländer
Die Afrikanische Schweinepest, die zunehmende Wolfspopulation, Gefahren durch Wildunfälle, der Schießstand in Ohrensen und jagdpolitische Themen: Das waren die Schwerpunkte des 66. Kreisjägertages in der Harsefelder Festhalle „Im Wieh“.
Angegliedert war der Versammlung die gesetzlich vorgeschriebene Hegeschau, in der die Weidmänner und –frauen Gehörne und Geweihe von erlegtem Reh- und Damwild ausstellten. Die Hegeschau ist vorgeschrieben, damit die Behörden unter anderem die Erfüllung der Abschlusspläne beim Reh- und Damwild überwachen können.
Experten hatten die Trophäen bewertet, bevor sie in der Harsefelder Festhalle ausgestellt wurden. „Wir sehen hier einige kapitale Böcke“, betonte Kreisjägermeister Günther Bube. Die Besucher schauten sich die Gehörne und Geweihe an den Ausstellungswänden mit großem Interesse an, und über so manches Stück wurde auch lebhaft diskutiert. Niels Wölpern aus Kutenholz zum Beispiel führte seine Tochter Nele, die auch Jägerin werden möchte, an den Ausstellungswänden entlang und erklärte ihr die prächtigen Gehörne. Der Kopf eines schwarzen Rehs faszinierte beide besonders.
Auch im Weidwerk sei das Ehrenamt unerlässlich, betonte Jägerschaftsvorsitzender Dr. Martin Wenzel. „Ohne die Ideen von ehrenamtlich mitarbeitenden Menschen lassen sich Projekte nur schwer umsetzen. Wir brauchen aktive Helfer, die aufstehen und mit anpacken.“
Die Jägerschaft ist gerade dabei, ihre Homepage umzugestalten. „Der Inhalt der Seiten wird ausgebaut“, so Wenzel. Jagdanfänger sollen auf den Seiten ebenso Informationen finden wie routinierte Jäger, die ihr Wissen über bestimmte Themen erweitern möchten.
„Wir haben einen gutfunktionierenden Schießstand in Ohrensen“, betonte der stellvertretende Jägerschaftsvorsitzende Erwin Eichel. Er berichtete, dass der über 40 Jahre alte Kugelstand der Anlage in jüngster Vergangenheit saniert werden musste. Als Sicherheitsmaßnahmen hätten zu groß gewordene Bäume entfernt werden müssen, es seien Brandschutzmaßnahmen getätigt und Kugelfänge erneuert worden. Der Kugelstand wird alle vier Jahre von einem Sicherheitsexperten überprüft, den Tontaubenstand inspiziert ein Gutachter alle fünf Jahre.
Des Weiteren wies Eichel darauf hin, dass nach dem Waffengesetz nur Personen mit anerkannten Nachweisen auf dem Schießstand eingesetzt werden dürfen. Auf Zertifikaten müsse die Unterschrift des Prüfungsnehmers vorhanden sein. Froh äußerte sich Eichel darüber, dass der Schafstall beim Schießstand unter der Regie der Jägerschaft betrieben werde.
Landrat Michael Roesberg informierte, dass neben der Einrichtung an der Landesstraße 123 zwischen Harsefeld und Helmste inzwischen eine weitere Warnblickanlage an der Kreisstraße 2 in Mulsum zum Hinweis von Wildwechsel installiert worden sei.
Auch an Leitpfosten sollen im Kreisgebiet weitere Wildwarner angebracht werden. „Für diese Maßnahmen konnten wir 5000 Euro aus dem Topf der Buß- und Strafgelder entnehmen“, hob Michael Roesberg hervor. Weiter berichtete der Landrat, dass für die Trichinen-Untersuchung von Wildschweinen auf Gebühren verzichtet wird, dass Jagdsteuer-Gelder zurück in das Grünstreifenprojekt fließen und dass sich im April 68 Jägeranwärter im grünen Abitur beweisen werden.
Über landespolitische Themen, die längst auch schon den Stader Landkreis erreicht haben, informierte der Vorsitzende der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke aus Ohrensen.
„Wenn es der Schutzcharakter erforderlich macht, muss der Erlass zur Regelung in der Jagd in diesen Bereichen angewendet werden“, erläuterte er. In einer neuen Jagdzeitenverordnung wird festgelegt, dass Schwarzwild und das in der Population steigende Tier Nutria ganzjährig bejagt werden dürfen. Das Nutria könne beim Bau seiner Höhlen Schäden an Deichen hervorrufen. Helmut Dammann-Tamke: „Es geht uns nicht darum, Wildschweine oder Nutria auszurotten. Wir streben eine weidgerechte Bejagung der Tiere an.“ Dabei müsse der Schutz vor Seuchen und der Schutz von Sicherheitseinrichtungen einbezogen werden.