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Notfallmaßnahmen

Wasserrohrbrüche legen Verkehr in Hamburg lahm – Es hakt weiter

Nach einem Wasserrohrbruch in Hamburg in der Amsinckstraße arbeiten Bauarbeiter in einem Loch.

Nach einem Wasserrohrbruch in Hamburg in der Amsinckstraße arbeiten Bauarbeiter in einem Loch. Foto: Gerald Wintzer/dpa

Am Mittwoch ist es in Hamburg an zwei wichtigen Knotenpunkten zu Rohrbrüchen gekommen. Was jetzt zu beachten ist und wie es allgemein um die Hamburger Rohrleitungen steht.

Von Cosima Eiwan, dpa 01.10.2026, 18:15 Uhr
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Hamburg. Wasserrohrbrüche an zwei wichtigen Hamburger Straßen - der Amsinckstraße und der Fuhlsbüttler Straße - beschäftigen seit Mittwoch viele Menschen. Die meisten betroffenen Haushalte konnten schnell wieder mit Trinkwasser versorgt werden. Die letzten betroffenen Haushalte in Ohlsdorf sollen bis Freitagmorgen wieder regulär Trinkwasser haben. Das teilte der Versorger Hamburg Wasser mit. Demnach soll die Leitung in der Nacht repariert werden. Eine Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, rund 25 Hausanschlüsse seien betroffen. Die Bewohner werden demnach aktuell aus Wasserwagen versorgt. 

Die Überflutungen der Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße haben aber auch andere weitreichende Auswirkungen. Ole Braukmann, Pressesprecher von Hamburg Wasser, erklärt, was Pendler nun wissen sollten und wie es mit den Wasserrohren in Hamburg ganz generell aussieht. 

Welche Straßen sind wegen der beiden Rohrbrüche gesperrt?

Die Amsinckstraße und die Fuhlsbüttler Straße, in denen es am Mittwoch zu den Rohrbrüchen kam, sind weiterhin gesperrt. Auch alle zulaufenden Straßen können nicht befahren werden. Beide sind wichtige Verbindungsstraßen. 

Die Amsinckstraße verbindet die Innenstadt mit dem Osten Hamburgs und ist zudem für Pendler die wichtigste Verkehrsader auf dem Weg in den Süden. Dass die zur Hauptverkehrszeit ohnehin schon volle Straße nun auf Höhe der Nordkanalbrücke unweit des Hauptbahnhofs gesperrt ist, verlagert den Verkehr beispielsweise in die Hafencity.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) kündigte an, dass bis zum Wochenende das Ausmaß des Schadens an der Straße geprüft werde. Anfang nächster Woche soll dann ein Sanierungsplan für den betroffenen Abschnitt vorgelegt werden. 

Die Fuhlsbüttler Straße verbindet im Nordosten der Stadt die Stadtteile Barmbek-Nord und Ohlsdorf.

Wie kann ich die Sperrungen umfahren?

Die Verkehrsleitzentrale der Polizei Hamburg empfiehlt, beide Sperrungen weiträumig zu umfahren. Um die Amsinckstraße staue es sich in alle Richtungen, vor allem auch im Heidenkampsweg. Am besten sei es, die Stadtteile Hammerbrook und Hafencity komplett zu meiden. 

In Ohlsdorf sei die Lage ruhiger. Die Fuhlsbüttler Straße könne über die Sengelmannstraße oder ganz über Poppenbüttel umfahren werden. Dabei müsse allerdings beachtet werden, dass die Wellingsbütteler Landstraße bereits seit längerer Zeit gesperrt ist.

Wenn möglich, sollten U- und S-Bahnen benutzt werden. Busse stecken nämlich teils ebenfalls im dichten Verkehr fest. Tjarks rief die Menschen auf, auch in den kommenden Tagen die S-Bahn zu nehmen oder das Homeoffice zu nutzen.

Wie lange dauern die Sperrungen noch an?

Das ist noch unklar. Heute Vormittag sollen die beschädigten Rohre besichtigt und der Asphalt der betroffenen Straßen getestet werden. Erst danach kann gesagt werden, welche Reparaturen notwendig und ob die Straßen belastbar sind. Es ist möglich, dass die Sperrungen länger andauern.

Wieso können die Sperrungen „länger“ dauern?

Es ist auch möglich, dass die Gelegenheit genutzt wird, um nicht nur den Schaden zu reparieren, sondern die Stellen auch auszubessern. Dann würde ein sogenanntes „Maßnahmenbündel“ wie damals in der Kollaustraße durchgeführt werden. Vor allem in der Fuhlsbüttler Straße werde diese Option abgewägt, da dort für nächstes Jahr ohnehin Arbeiten geplant waren.

Wie viele Rohrbrüche gibt es eigentlich pro Jahr in Hamburg?

Dem Pressesprecher von Hamburg Wasser zufolge kommt es in Hamburg jährlich zu rund 400 Rohrbrüchen. Zwei Wasserrohrbrüche an einem Tag sind demzufolge nicht wirklich ungewöhnlich. Im Vergleich mit anderen Großstädten wie Stockholm oder Paris komme es in Hamburg durchschnittlich sogar zu weniger Rohrbrüchen. 

Wie konnte es zu zwei großen Rohrbrüchen an einem Tag kommen? 

Ungewöhnlich ist dagegen, dass ausgerechnet zwei Verkehrsknotenpunkte wie die Amsinckstraße und die Fuhlsbüttler Straße an einem Tag betroffen sind. Zu den beiden Rohrbrüchen kam es aber unabhängig voneinander, da die beiden keinen hydraulischen Zusammenhang haben. Innerhalb Hamburgs gibt es verschiedene Zonen der Wasserleitungen, die nicht miteinander verbunden sind.

Was hat die beiden Rohrbrüche ausgelöst?

Die genaue Ursache ist bisher nicht klar, allerdings bündeln sich bei Rohrbrüchen oft mehrere Faktoren. Die beiden betroffenen Straßen sind stark befahren, was eine hohe Belastung für die Leitungen bedeutet. Außerdem bestehen die Rohre teils aus altem Material.

Gibt es Hinweise auf Sabotage?

Bislang nicht. Der Sprecher von Hamburg Wasser sagte, es gebe keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Dass zwei Leitungen am selben Tag kaputtgingen, sei ein „unglücklicher Zufall“.

Aus welchem alten Material bestehen die Rohre?

Anfang bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in Hamburg Wasserrohre aus sogenanntem „Grauguss“ verlegt. Dieses Material ist weniger elastisch. Das bedeutet, dass die Rohre teils die starke Belastung des modernen Verkehrs nicht mehr so gut ausgleichen können. 

Aus welchem Material sind die neuen Trinkwasserrohre?

Die neuen Trinkwasserrohre bestehen aus einem duktilen Guss. Dieser soll elastischer sein und sich so besser an Bewegungen anpassen können. Zudem verfügen die neuen Rohre über eine Ummantelung, die gegen Korrosion schützt.

Wie lang ist eigentlich das Hamburger Trinkwasser-Netz?

Die Leitungen ergeben eine Länge von mehr als 5.500 Kilometern. Darüber werden Haushalte in Hamburg und der Umgebung mit Trinkwasser versorgt. Wie viel Prozent des Netzes bereits modernisiert ist, konnte der Sprecher nicht sagen. 

Drohen weitere Rohrbrüche in Hamburg?

Die Anzahl der Rohrbrüche in Hamburg hat in den letzten Jahren abgenommen. Allerdings können Wetterphänomene, wie beispielsweise Frost und dessen Effekt auf den Boden, Rohre stark belasten. Deswegen kann nie gesagt werden, wie sich die Rohre in der Zukunft verhalten werden. Hamburg Wasser arbeitet aber stetig daran, das Hamburger Wassernetz auszubessern.

Wo wird das Hamburger Wassernetz ausgebessert?

Die Entscheidung, an welchen Leitungen gearbeitet wird, hängt von mehreren Faktoren ab wie beispielsweise dem Verkehrsfluss an der Stelle. Es müssen nicht zwingend alle alten Rohre ausgewechselt werden, da diese je nach Belastung auch in einem guten Zustand sein können. Hamburg Wasser hat sein Budget für Ausbesserungen der Leitungen seit 2024 von 30 auf 50 Millionen Euro aufgestockt.

Die Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße bleiben nach den Rohrbrüchen am Mittwoch vorerst gesperrt.

Die Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße bleiben nach den Rohrbrüchen am Mittwoch vorerst gesperrt. Foto: Bodo Marks/dpa

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