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Walfund

Toter Wal im Bodden – Analysen bestätigen Bakterieninfektion

Der tote Wal vom Greifswalder Bodden ist seziert worden. (Archivbild)

Der tote Wal vom Greifswalder Bodden ist seziert worden. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa

Nach der Bergung des im Greifswalder Boddens tot gefundenen Buckelwals liegen nun Laborergebnisse vor. Sie bestätigen die bereits vermutete Todesursache.

Von dpa 01.10.2026, 14:55 Uhr
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Stralsund. Laboranalysen haben bestätigt, dass der im August tot im Greifswalder Bodden gefundene Buckelwal infolge einer bakteriellen Infektion verendet ist. Es seien die Bakterien Streptococcus phocae und Bacteroides fragilis nachgewiesen worden, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. „Beide Erreger sind für Meeressäuger als Träger zwar nicht ungewöhnlich, können aber bei Tieren mit einem geschwächten Immunsystem zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung führen“, so die Experten.

Die Bakterien verursachen demnach häufig Abszesse, wie sie auch bei diesem Buckelwal an vier Stellen im Körper gefunden worden seien. „Eine Sepsis kann nicht zweifelsfrei bestätigt werden, da das Blut bereits durch zahlreiche verschiedene Verwesungsbakterien verunreinigt war.“

Große Abszesse und schlechter Ernährungszustand

Der Buckelwal war Mitte August zwischen der Insel Rügen und dem Festland auf dem Rücken im Wasser treibend entdeckt worden. Bei der Sektion wurden teils große Abszesse vor allem entlang der Wirbelsäule gefunden, die dem Tier beim Schwimmen nach Einschätzung der Experten wahrscheinlich schwer zugesetzt haben. Teils waren demnach Wirbel porös durchsetzt gewesen. Großflächig war zudem Haut des etwa zehn Meter langen Männchens abgelöst. Das Tier war demnach auch in einem schlechten Ernährungszustand. 

Burkard Baschek, der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, zeigt ein Schaubild mit den Abszessen des toten Wals. (Archivbild)

Burkard Baschek, der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, zeigt ein Schaubild mit den Abszessen des toten Wals. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa

Das Meeresmuseum geht früheren Angaben zufolge davon aus, dass es sich um den Wal handelte, der bereits vor der Küste Schleswig-Holsteins, später im Wismarer Hafen und auch vor der polnischen Küste gesehen worden war. Die Ostsee ist mit ihrem niedrigen Salzgehalt und unzureichender Nahrung nicht der normale Lebensraum für Buckelwale.

Das Tier war schon der zweite Buckelwal, der in diesem Jahr vor der deutschen Ostseeküste Aufsehen erregt hat. Ende März war ein Buckelwal vor Poel gestrandet, nachdem er zuvor bereits anderswo an der Küste festgesessen hatte. Eine private Initiative transportierte den als krank geltenden Wal in einer spektakulären, aber umstrittenen Aktion in die Nordsee und ließ ihn dort frei. Später wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.

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