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Wie D/A das Kehdinger Stadion für den Pokal-Knaller aufpeppt

Die entsprechenden Ziffern unten im Text geben Auskunft über die jeweilige Maßnahme. Foto: Elsen

Die entsprechenden Ziffern unten im Text geben Auskunft über die jeweilige Maßnahme. Foto: Elsen

Borussia Mönchengladbach ist Gegner des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel in der ersten Runde des DFB-Pokals. Hinter den Kulissen bereitet das Team um Vereinspräsident Rigo Gooßen das Spiel der Spiele, das am 20. August um 15.30 Uhr angepfiffen wird, akribisch vor. 

Von Daniel Berlin Dienstag, 19.07.2016, 18:59 Uhr

Der Jubelschrei aus Dutzenden Kehlen im Vereinsheim des Kehdinger Stadions in Drochtersen in der Nacht zum 19. Juni hallt noch nach. DFB-Präsident Reinhard Grindel gab gerade den Gegner des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel in der ersten Runde des DFB-Pokals bekannt. Die Losfee zog den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach aus dem Topf. Seither ist die Spielvereinigung in heller Aufregung. Und hinter den Kulissen bereitet das Team um Vereinspräsident Rigo Gooßen das Spiel der Spiele, das am 20. August um 15.30 Uhr angepfiffen wird, akribisch vor. Der enorme Aufwand soll sich lohnen.

Von Daniel Berlin (Text) und Martin Elsen (Foto)

Wir haben eine Masse an Aufgaben zu bewältigen“, sagt Vereinspräsident Rigo Gooßen. Fast täglich ist der D/A-Macher mit der Organisation beschäftigt. Fast täglich geben sich TV-Produktionsfirmen, Sicherheitsunternehmen, Polizeibeamte und Delegationen des Deutschen Fußballbundes (DFB) im Kehdinger Stadion die Klinke in die Hand.

Seit einigen Tagen steht fest: Der Pokalknaller ist am Sonnabend, 20. August, 15.30 Uhr, terminiert. Der Vorverkauf soll in der kommenden Woche starten. Angedacht ist, dass im Rahmen des Saisonauftaktes in der Regionalliga am Freitag, 29. Juli, gegen den BSV Rehden die ersten Tickets in den freien Verkauf gelangen. Sitzplatzkarten werden 35, Stehplatzkarten werden 18 Euro kosten. „Die Preise richten sich nach dem Aufwand und entsprechen den Preisen von vergleichbaren Spielen“, sagt Rigo Gooßen. D/A verkauft zudem VIP-Karten für 100 Euro das Stück.

Etwa 7000 Zuschauer werden im Kehdinger Stadion Platz finden. Vereinbart ist, dass D/A 2000 Karten an die Fans von Borussia Mönchengladbach abgibt. Allein aus der Region kamen bislang 6000 Anfragen für Karten.

Bereits vor der Auslosung begann das Team um Rigo Gooßen mit der Organisation des Pokalspiels. „Erfreulich ist, dass wir weitaus mehr Zuschauer ins Kehdinger Stadion bekommen, als wir vorher für möglich gehalten haben“, sagt der D/A-Präsident. Das Spiel beispielsweise in einem größeren Stadion in Hamburg auszutragen, stand nie ernsthaft zur Debatte. Immer betonte Gooßen, die Partie unter allen Umständen in Drochtersen austragen zu wollen.

Die Menschen werden mit Bussen und Autos anreisen. Die Baustelle im Zentrum des Dorfes sorgt für erschwerte Bedingungen. Um das erwartete hohe Verkehrsaufkommen zu entzerren, wird D/A das Kehdinger Stadion bereits drei Stunden vor Spielbeginn öffnen. Der Verein plant, von ortsansässigen Unternehmen Firmengelände zu mieten, um Parkraum zu schaffen. Von den Parkplätzen soll es einen Shuttle-Service zum Kehdinger Stadion geben. Mit welchen Firmen D/A dabei zusammenarbeitet, steht noch nicht fest.

Der DFB überweist dem Verein für das Erreichen der ersten Hauptrunde 140 000 Euro. 20 000 Euro reicht D/A gleich an einen Pokal-Solidartopf weiter. Mit 120 000 Euro kann der Verein arbeiten. 80 000 Euro kostet die Ausrichtung des Pokalspiels, das vom Fernsehsender Sky in einer Konferenz live übertragen wird. Weil Gladbach potenzieller Champions-League-Teilnehmer ist, soll das Spiel mit Vorzug behandelt werden.

Sechs Leute gehören in Drochtersen zum harten Kern des Organisationsteams. In der heißen Phase vor dem Spiel helfen 15 bis 20 Menschen mit. Sie kümmern sich um die Logistik, die Versorgung, die Entsorgung und helfen beim Tribünenbau. Am Spieltag selbst werden 100 Helfer dabei sein. Die Erfahrung, die die D/A-Macher mit dem Aufstieg in die Regionalliga in Sachen Organisation sammelten, kommen ihnen jetzt zugute. Nur der Aufwand müsse mit drei multipliziert werden, sagt Rigo Gooßen. Viel ehrenamtliches Engagement stecke in den Vorbereitungen.

1 - Auf der mobilen Tribüne hinter dem Tor sollen bis zu 3000 Plätze entstehen. Sowohl Sitzplätze, als auch Stehplätze.

2 - Insgesamt 2000 Sitzplätze schafft D/A ebenfalls durch eine mobile Tribüne zwischen dem Tor und dem Vereinsheim.

3 - Normalerweise finden 500 Menschen auf der Haupttribüne Platz. Gegen Gladbach benötigen der DFB, die Fernsehleute und Werbepartner des DFB 200 Plätze. Zudem wird eine große Schar von Journalisten erwartet, die ebenfalls unterm Dach sitzen wird.

4 - Die gesamte Gegengerade inklusive der alten Tribüne soll 1000 Menschen Platz bieten. Wo D/A die Heimfans und die Gästefans unterbringt, ist noch unklar.

5 - Die Fans von Borussia Mönchengladbach gehen durch den Gästeeingang ins Stadion.

6 - Im ViP-Bereich des Kehdinger Stadions finden 300 Menschen Platz. Direkt neben der Haupttribüne entsteht diese Zone.

7 - Der Haupteingang ins Kehdinger Stadion bleibt. Insgesamt gibt es drei Eingänge, von denen aus die Zuschauer in die vier verschiedenen Sektoren des Stadions gelangen. Einlass soll bereits um 12.30 Uhr sein.

8 - Die Übertragungswagen mit der Ausrüstung für die Fernsehübertragung belegen die Skateranlage und das Areal bis hin zur Tennishalle. Dort soll zudem ein Stromgenerator installiert werden.

9 - D/A ist ein guter Gastgeber. Der Bundesligist zieht sich in den Kabinen um, die ansonsten von Heim- und Gastmannschaft genutzt werden. Die Drochterser ziehen für das Pokalspiel in die Umkleidekabinen in der Sporthalle nebenan.

10 - In der Sporthalle finden die Kollegen der Einsatzbereitschaft Platz, sowohl des Ordnungsdienstes als auch der Polizei. Ein bis zwei Hundertschaften und ein von D/A gestellter Sicherheitsdienst schauen bei dem Pokalspiel nach dem Rechten. Die Schiedsrichter sind in der Sporthalle untergebracht, der Dopingraum und der Medizin-Bereich. Es wird einen Presseraum geben, in dem im Anschluss an das Spiel die Pressekonferenz stattfinden wird.

11 - Ein einziger Fernsehturm für Amateuraufnahmen existiert bislang im Kehdinger Stadion. Das wird sich für das Pokalspiel ändern. Die Partie wird eine derjenigen sein, die häufiger in der Konferenz vom Bezahlsender Sky gezeigt werden. D/A-Gladbach ist ein „6+1-Spiel“ – mit sechs festen Kameras und einer mobilen.

12 - In allen Sektoren des Kehdinger Stadions wird D/A Essen und Getränke anbieten. Den Getränkeverkauf steuert D/A selbst, den Rest übernehmen Gastronomen.

13 - In allen Sektoren installiert D/A Toiletten für die 7000 Menschen. Es wird sechs Wagen geben.

 

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