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Wiederentdeckung der Inge Brandenburg

Wurde von Jazz zu Schlager umerzogen: Sängerin Inge Brandenburg .

Wurde von Jazz zu Schlager umerzogen: Sängerin Inge Brandenburg .

Mit der Wiederentdeckung von Inge Brandenburg gelang Marc Boettcher. Während einer Tea-Time-Lesung im Schloss Agathenburg gibt der Dramaturg, Regisseur und Autor den Zuhörern am Sonntag, 26. November, ab 17 Uhr einen Einblick in das preisgekrönte Werk „Sing! Inge, sing!“

Mittwoch, 22.11.2017, 15:12 Uhr

In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders wird Inge Brandenburg plötzlich als beste europäische Jazzsängerin gefeiert, doch das Publikum ignoriert die Begabung der herausragenden Jazzerin und die Plattenindustrie versucht, sie (erfolglos) auf Schlager zu reduzieren. Ein Schicksal der 1950er- und 60er-Jahre, einer Zeit, in der es in Deutschland keinen Platz gab für selbstbewusste Frauen mit internationalen Träumen, dramatischem Interpretationsstil und einer emanzipierten Erotik. Marc Boettcher stellt mit Texten, Musik- und Filmausschnitten Leben und Musik der Jazzsängerin vor.

Boettcher machte zu Beginn der 1980er Jahre sein Abitur in Berlin-Charlottenburg. In jener Zeit drehte er bereits eigene preisgekrönte Super8-Filme. Parallel zu seinem Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin absolvierte er eine Schauspielausbildung. 1988 ging Boettcher als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur ans Stuttgarter Theater im Westen. Nach dem Mauerfall zog er 1989 zurück nach Berlin und begann dort seine Tätigkeit als freischaffender Künstler und Journalist mit ersten Print- und Hörfunkbeiträgen. Seitdem ist er auch als Synchronautor und -regisseur tätig, unter anderem bei „Eine unanständige Frau“, „Heinrich V.“, bei diversen Walt-Disney-Produktionen und Fernsehserien wie „Perry Mason“, „Eine himmlische Familie“ und „Men in Trees“. Etliche Biografien und Porträts – viele von ihnen preisgekrönt – stammen aus Boettchers Feder. Sein 2011 erschienenes Kinoporträt „Sing! Inge, sing! – der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg“ erhielt das Prädikat „Wertvoll“, die gekürzte TV-Fassung wurde für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Soundtrack und DVD erhielten den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. (st)

Die Tea Time Lesung ist eine Kooperation mit dem Literaturzentrum Hamburg im Literaturhaus. Der Eintritt kostet 12 Euro, Tee und Gebäck inklusive. Karten gibt es unter 0 41 41/ 6 40 11 oder info@schlossagathenburg.de.

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