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TWo die Touristen im Alten Land vor der Tür stehen bleiben

Wo die Touristen im Alten Land vor der Tür stehen bleiben

Ein fürs Alte Land untypischer Bauklotz: Der alte Speicher an der Este auf Moorender Seite hat eine ihm eigene Strahlkraft. Seit jeher zieht es Touristen mit einer gewissen Dreistigkeit auf das Privatgrundstück, um den Speicher aus der Nähe zu begutachten.

Von Jan Bröhan Dienstag, 21.12.2021, 08:31 Uhr

Das Alte Land ist bei Touristen nicht nur wegen seiner Blüte beliebt. Auch die traditionelle Bauart und alte Fachwerkhäuser ziehen die Besucher in ihren Bann und sind gern gesehene Fotomotive. Auf der Estebrügger Brücke bestaunen die Touristen auch immer wieder den alten Speicher. Manche gehen gar einfach auf das private Grundstück und rütteln an dem verschlossenen Holztor. Kaufanfragen gibt es sogleich, wenn der Besitzer, oder im aktuellen Fall der Mieter, des Wohnhauses vor Ort ist und die Touristen etwas irritiert darauf aufmerksam machen muss, dass sie sich auf einem Privatgrundstück befinden. Der Vorbesitzer ließ deshalb einen Metallzaun mit Pforte auf der Auffahrt anfertigen.

Das heute denkmalgeschützte Gebäude wurde 1854 als Getreidespeicher gebaut. Seinerzeit war die Este noch Transportweg für Schuten. Die innere Holzkonstruktion besteht aus solidem Ständerwerk, ist derweil aber von Holzwürmern gezeichnet. Die Decken der vier Ebenen sind tief, die Stehhöhe also knapp. An der Nordwand waren Pferdeställe. Dort lagerte der einstige Kaufmann Buchholz auch Kohlen.

Tischtennis und Darts im alten Speicher

1976 kaufte ein Hamburger das Este-Grundstück. Unter anderem hatte auch er sich in diesen Speicher verliebt. Umbaupläne scheiterten an den Denkmalschutzauflagen. Eine Zeit lang nutzte der Besitzer den Speicher als Kanuverleih für Touristen. Im vergangenen Jahr wurde das Grundstück erneut verkauft. Der derzeitige Mieter nutzt die untere Ebene als Spielwiese mit Darts, Tischtennisplatte, Stehtischen für gesellige Abende – und wunderte sich kurz nach dem Einzug über so manchen Touristen im Sommer, der Einblick haben wollte.

Blick aus dem Fenster im zweiten Stock . Foto: Bröhan

Blick aus dem Fenster im zweiten Stock . Foto: Bröhan

Eine Künstlerin nutzt die zweite Ebene schon seit vielen Jahren für Ausstellungen. Die Vereinbarung gilt auch mit dem neuen Besitzer. Die dritte Ebene und das Dachgeschoss sind ungenutzt. Der Denkmalschutz und andere Auflagen machen Sanierung inklusive besserer Nutzung fast unmöglich. Die Strahlkraft von außen wird aber noch viele Jahre Touristen auf der Estebrügger Brücke verweilen und den Fotoapparat zücken lassen.

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