TZoff um Maibaum: Gastronom und Lieferant einigen sich auf Kompromiss
Der Maibaum, den Gastwirt Udo Venema im Schwarzwald gekauft hat, ist kürzer als vereinbart. So geht es jetzt weiter. Foto: Kühnemuth
Der Maibaum-Streit ist beigelegt: Der Abbehauser Gastwirt Udo Venema und der Schwarzwald-Förster, der ihm eine zu kurze Douglasie verkauft hatte, haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht.
Von Timo Kühnemuth
Im ersten Moment war der Ärger groß gewesen: Als Udo Venema Anfang kommender Woche feststellen musste, dass die Douglasie, die man für ihn mit großem Aufwand gefällt hatte, viel kürzer als vereinbart war, hat ihn das zunächst tierisch aufgeregt. Doch mittlerweile ist der Ärger verflogen, weil sich eine Lösung für das Problem gefunden hat, mit der er gut leben kann.
Zur Erinnerung: Der neue Maibaum für Udo Venemas Hotel-Restaurant Butjadinger Tor sollte eigentlich zwischen 60 und 65 Meter hoch werden - so war es mit dem zuständigen Förster, der daraufhin in seinem Schwarzwald-Revier eine Douglasie aussuchte, besprochen worden. Doch nachdem der Baum gefällt war und auf dem Waldboden lag, kam das böse Erwachen: Der Stamm war nur 49 Meter lang.
Douglasie liegt aufgebockt auf Parkplatz in Abbehausen
Weil schon alles bestellt, genehmigt und organisiert war, beschloss Udo Venema, den Baum trotzdem mitzunehmen. Seit Donnerstag vergangener Woche liegt er nun aufgebockt auf dem Parkplatz, der sich gegenüber des Abbehauser Dorfkrugs befindet. Und so wie es jetzt aussieht, wird er dort auch bleiben. „Ich behalte die Douglasie“, macht Udo Venema deutlich.
Der neue Maibaum stammt aus dem baden-württembergischen Renchtal. Nachdem der zu kurze Stamm in Nordenham angekommen war, hat Udo Venema mit dem dortigen Bürgermeister Kontakt aufgenommen, um den Maibaum-Streit beizulegen. „Ich hätte massiv Ärger machen können, doch das wollte ich gar nicht“, so der Gastwirt. Er habe keine Lust gehabt, sich mit dem Arbeitgeber des Försters, dem Land Baden-Württemberg, anzulegen.
In kleinem Kreis auf das weitere Vorgehen geeinigt
Also einigte man sich im kleinen Kreis. „Der Förster zeigte sich einsichtig. Er gab zu, dass er die Höhe der Douglasie falsch eingeschätzt hat“, berichtet Udo Venema. Der Forstwirt habe ihm daraufhin alle möglichen Zugeständnisse gemacht, so dass er den Baum letztendlich „sehr günstig“ bekommt, so der Maibaum-Fan.
Somit bleibt die Douglasie, wo sie ist: in Abbehausen. Für den Spezialtransport durch halb Deutschland, für die dafür notwendigen Genehmigungen und für alle anderen Ausgaben wird Udo Venema trotzdem aufkommen müssen. Aber zumindest hat er beim Baum einen Nachlass erwirken können.
So geht es mit dem frisch gefällten Baumstamm weiter
Weil der Baum jetzt definitiv in der Wesermarsch bleibt, hat ihn der Gastwirt auch schon schälen und überdachen lassen. Sein Kumpel Bert Seemüller, der aus Ilmmünster bei Pfaffenhofen stammt und sich mit so etwas auskennt, hat sich mit einer Reihe von Helfern darum gekümmert. Nun muss das Holz erst einmal trocknen. Im kommenden Jahr soll dann der Anstrich folgen.
Und wann wird der alte Maibaum nun durch die frisch geschälte Douglasie ersetzt? Udo Venema hat sich dazu entschieden, das neue weiß-blaue Wahrzeichen für sein Hotel-Restaurant so oder so am 11. Mai 2024 aufstellen zu lassen. Ursprünglich hatte er abwarten wollen, was der nächste Maibaum-TÜV ergibt. Doch selbst wenn der alte Stamm noch in Ordnung sein sollte, will er ihn jetzt definitiv im kommenden Jahr ersetzen lassen.
Die Details will Udo Venema jetzt klären
Natürlich wird dies auch bei Maibaum Nummer acht nicht sang- und klanglos geschehen. „Es wird eine große Party geben“, kündigt Udo Venema an. Über die Details werde er sich jetzt intensiv Gedanken machen.