TZu viele Events?
Zum Weihnachtsmarkt in Buxtehude (diverse Artikel im TAGEBLATT) schreibt Helga Pehrke aus Buxtehude:
Ich frage mich schon lange, ob das nicht alles ein wenig übertrieben ist mit diesen Massenveranstaltungen. Im Frühjahr beginnt es bei uns mit dem Hafengeburtstag, gefolgt von Alstervergnügen und Oktoberfest, kein Wochenende ohne ein großes Event. Es endet dann mit den Weihnachtsmärkten in allen Städten und Dörfern. Die Besucherzahlen lassen einen fast erschrecken. Haben die Leute eigentlich kein Zuhause mehr? Auch Buxtehude mischt kräftig mit, dieses Jahr vom Geesttor bis zum Petriplatz Bratwurstbuden und Glühweinstände, nur unterbrochen von kaum beachteten Märchenbildern und Geschenkartikelbuden. Und man lässt es sich auch etwas kosten. Die Lokal-Presse berichtet wöchentlich über dieses Wintermärchen, in das die hoch verschuldete Stadt immerhin 150.000 Euro investiert, ein Glück, dass die zu teure Gema das ständige Gedudel wenigstens verhindert.
All das, inklusive der Ausgabe von 1,3 Millionen für eine marode Villa in der Stader Straße, hätte man sich vielleicht sparen können und dafür lieber dem Antrag der Elternvertreter zustimmen sollen, die um die Kostenübernahme für Regenbekleidung ihrer Kinder in den maroden Schulen angefragt hatten. Wurde abgelehnt - die Kinder müssen jetzt wieder ihren eignen Regenschirm zum Unterricht mitbringen.
Früher hat die Stadt jedem Geschäft in der Innenstadt einen Weihnachtsbaum gespendet, den die dann selbst geschmückt haben. Ihre Schaufenster wurden passend phantasievoll dekoriert und am Mittwoch und Samstag kamen die Wochenmarktbeschicker mit ihren weihnachtlich geschmückten Ständen dazu. Auf dem Rathausplatz gab es auch Glühweinstände und ein Kinderkarussell.Und das Stadtsäckel wurde nicht belastet. Die Geschäfte verschwinden jetzt hinter Bretterbuden und die Marktleute wurden auf einen Parkplatz abgeschoben. Hier noch mein Vorschlag für nächstes Jahr: Der Kirchenvorplatz von St. Petri böte sich vielleicht noch für ein paar zusätzliche Buden und Glühweinstände an. Wäre doch ein tolles Ambiente für den Open-Air-Gottesdienst am Heiligen Abend. Ich bin kein guter, gläubiger Christ, aber vielleicht sollte man den Anlass dieses Festes, nämlich die Geburt von Jesus Christus, der kam, um uns Menschen kriegsuntüchtig und friedenswillig zu machen – was ihm leider in den letzten Jahrtausenden nicht gelang – mit mehr Würde und Respekt zu begegnen.