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Zum Jubiläum spielen Wischhafener einen Klassiker

Zeitweise geht es bei den Aufführungen der Wischhafener Theatergruppe recht turbulent zu. Foto: Kordländer

Zeitweise geht es bei den Aufführungen der Wischhafener Theatergruppe recht turbulent zu. Foto: Kordländer

Zur Jubiläumsaufführung hat sich die Theatergruppe des Wischhafener Turnvereins einen Klassiker ausgesucht. Sie zeigt in ihrer 50. Aufführung die Komödie „Mein Mann, der fährt zur See“, die in den 1950er Jahren spielt.

Von Hans-Lothar Kordländer Mittwoch, 25.11.2015, 17:37 Uhr

Geschrieben hat der Hamburger Autor Wilfried Wroost das Werk im Jahr 1971. Es ist eine Rückblende in die 50er Jahre. Die Wischhafener spielen in Hochdeutsch. Bei den ersten Aufführungen im Wischhafener „Fährkrug“ hatten die Besucher bereits viel zu lachen.

Der Erzähler und Dramatiker Wroost –1889 in Hamburg geboren und 1959 dort gestorben – hat seine Theaterstücke in Plattdeutsch geschrieben. Den Stoff und die handelnden Personen dafür bezog er aus dem niederdeutschen Milieu. Bekannt wurden seine Stücke vorwiegend durch Aufführungen im Hamburger Ohnsorg-Theater. Für Fernsehübertragungen von Stücken wie zum Beispiel „Mien Mann, de föhrt to See“ wurden seine Arbeiten ins Hochdeutsche übertragen.

Das Stück „Mein Mann, der fährt zur See“ passt zur Kehdinger Landschaft. Wischhafen liegt zwar nicht an der See, aber direkt an der Elbe. Auch Schifffahrt gibt es in dem Ort, heute allerdings im Hafen vorwiegend im Freizeitbereich. Aber auf der Elbe ziehen „große Pötte“ an Kehdingen vorbei. Die Theateraufführungen sind im Wischhafener Fährkrug. Dort haben die Akteure die Bühne allerdings in die Hafenkneipe „Zum blauen Peter“ verwandelt.

Bei den Aufführungen zeigen sich die Laiendarsteller des Turnvereins einmal mehr in ihrer bekannten Machart. Mit individueller Mimik und Gestik agieren sie mit Schwung und Esprit im hellen Rampenlicht. Jeder Akteur steigert sich so in seine Rolle hinein und verwandelt sich auf der Bühne in die jeweilige Figur.

Es geht darum, dass Karl Brammer, der Wirt der Gaststätte „Zum blauen Peter“ – diesen Part hat Dietmar Grothmann übernommen – wegen Zigarettenschmuggels für drei Monate ins Gefängnis muss. Seine Ehefrau Mary, dargestellt von Andrea Grothmann, erzählt aber allen Gästen: „Mein Mann, der fährt wieder zur See“. Alles läuft soweit gut, bis durch die Nachrichten kommt, dass besagtes Schiff mit Mann und Maus untergegangen ist. Die beiden Stammgäste Johannes Menck und Justus Alldag – in diese Rollen sind Matthias Raap und Armin Wittenberg geschlüpft – nutzen nach der Meldung unverschämt die Chance, um um das Herz der Wirtin zu werben. Und die liebe Verwandtschaft beginnt schon einmal damit, das Erbe in der Gaststätte aufzuteilen. Brammers Bruder Friedrich verkörpert Christian Grupe, dessen Frau mimt Alkje Wittenberg-Dieh. Und als Brammers Schwester Malwine setzt sich resolut Melanie Hagenah in Szene. Ihren zunächst gehorsamen Mann stellt Eduard Scholtissek – nach einigen Jahren Pause mal wieder auf der Bühne – dar. Weitere Darsteller im Spiel sind Svenja Ehlers, die die Bedienung Ulli auf der Bühne auslebt und Marcel Grothmann, ein ehemaliger Stewart, der eine ganz besondere Rolle im wahrsten Sinne des Wortes (wird hier nicht verraten) übernimmt. Regie führt Jasmin Lorenzen. Den Wroost-Klassiker „Mein Mann, der fährt zur See“ haben die Wischhafener bereits 1979 schon einmal gespielt.

Der Vorhang öffnet sich

Die nächsten Aufführungen im „Fährhaus“ sind am Freitag, 27. November (20 Uhr), Sonnabend, 28. November (20 Uhr, bereits ausverkauft), Sonntag, 29. November (15 Uhr), Freitag, 4. Dezember (20 Uhr) und Sonnabend, 5. Dezember (20 Uhr). Anmeldungen für alle Veranstaltungen täglich von 12 bis 19 Uhr unter 01 71/ 4 96 05 65.

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