Zwei Pächter und ein Neuanfang
Der Zapfhahn ist frisch poliert, die Gäste können kommen: Andreas Bach und Harry Jakupovic sind die neuen Pächter der „Fernsicht“ Foto Meybohm
Nicht einen, sondern gleich zwei Pächter hat die Gemeinde Grünendeich für die „Schöne Fernsicht“ gefunden. Andreas Bach und Harry Jakupovic führen ab sofort das Altländer Traditionslokal. Sie wollen wieder Schwung in die „Fernsicht“ bringen.
Der Zapfhahn ist blank poliert. Aus der Küche zieht der Duft frisch gebackener Pizza in die Gaststube. „Ein Probelauf“, sagt Harry Jakupovic. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Andreas Bach will er in der kommenden Woche eröffnen. Die beiden sind die neuen Pächter der „Schönen Fernsicht“.
Die Arbeit wollen sie sich teilen: Andreas Bach ist der Kaufmann, Harry Jakupovic Restaurantleiter. „Nur so kann man einen Laden dieser Größe langfristig erfolgreich führen“, sagt Bach. Ihr Vorgänger, Ilhan Cicek, hatte die „Schöne Fernsicht“ Ende 2017 nach zwei Jahren aufgegeben. Seitdem war die Gemeinde auf der Suche nach einem neuen Pächter. Jetzt hat sie gleich zwei: Gegen mehrere Bewerber haben sich Bach und Jakupovic durchgesetzt. Ihr Vertrag läuft über fünf Jahre.
Das Konzept, mit dem Bach und Jakupovic Schwung in die „Schöne Fernsicht“ bringen wollen, hat die Gemeinde überzeugt. Auf der Speisekarte stehen neben der „Fernsicht-Pizza“ vor allem gutbürgerliche, deutsche Gerichte. Kein Convenience, keine Tiefkühlware, stattdessen Lebensmittel aus der Region und ein Koch, der sein Handwerk versteht. Fleisch und Wurst liefert Schlachter Düwer. Der Küchenchef setzt die Jus für die Sauce selbst an. „Einfach eine ehrliche Küche mit frischen Zutaten“, sagt Bach. Das Frühstücksbüfett am Sonntag führen die neuen Pächter wieder ein.
Neben der Küche sei der Service das andere große Thema, sagt Bach. „Die Gäste sollen sich wohlfühlen.“ Besonders für die Dorfgemeinschaft soll die „Schöne Fernsicht“ ein Treffpunkt sein. Neben der Gaststätte mit Saal und Kegelbahn unterhält die Gemeinde Grünendeich in dem Gebäude ihre Dorfgemeinschaftsanlage. Künftig soll regelmäßig eine plattdeutsche Theatergruppe auf der Bühne stehen. „Wir hätten auch gern eine Hausband, die bei uns proben kann und dafür ab und an auftritt“, sagt Bach. Ausflügler können bald E-Bikes an der „Fernsicht“ ausleihen. Im Sommer wollen sie die Kinder aus dem Dorf zu einem Angelausflug mitnehmen – der Fang wird anschließend im Garten der Gaststätte gegrillt. „Natürlich sollen auch Touristen zu uns kommen“, sagt Bach. „Wir sind aber vor allem für das Dorf da.“ Erste Kontakte zu örtlichen Geschäftsleuten, Vereinen und anderen Gruppen haben er und Jakupovic schon geknüpft. Der Kontakt zur Gemeinde sei hervorragend. Servicekräfte und Küchenhilfen werden noch gesucht.
„Wir sind schon jetzt gut aufgenommen worden“, sagt Jakupovic. Der 46-Jährige mag die typisch ländliche Nähe. Er stammt gebürtig aus Salzburg und lebt seit 1980 in Hamburg. Dort arbeitete er unter anderem im Hotel Mövenpick. Noch lebt Jakupovic in der Hansestadt – er möchte aber so schnell wie möglich ins Alte Land ziehen.
Andreas Bach ist 44 Jahre alt und wohnt seit zweieinhalb Jahren in Jork. Er kommt aus Hamburg, hat unter anderem in Heidelberg und im Ausland gelebt und gearbeitet. Er hat bereits ein Bistro geführt und Appartements vermietet, war aber auch in der Automobilbranche selbstständig tätig. „Ich hatte schon immer ein Faible für den Dienstleistungsbereich“, sagt Bach, der auch die Gastronomie vor allem als Service am Gast versteht.
Harry Jakupovic und Andreas Bach haben sich bei der Arbeit kennengelernt und den Plan geschmiedet: Irgendwann eröffnen wir zusammen ein Lokal. Am 29. März ist es soweit.
Am Gründonnerstag, 29. März, eröffnet die Gaststätte „Zur Schönen Fernsicht“ unter neuer Führung. Einlass ist ab 19 Uhr. Neben einem Sektempfang und Häppchen wird es eine Snack-Karte geben. Livemusik kommt vom Duo Harmony.