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Zwei Professoren wirken im Geiste Lessings

Der Rat hat ihnen am Sonnabend bei den Lessing-Gesprächen im Museum Altes Land die Ehrenmedaille der Gemeinde Jork verliehen: Professor Dr. Alexander Deichsel (84) und Professor Dietrich Fornaschon (76) sind die Bürgerpreisträger 2019 der G

Der Rat hat ihnen am Sonnabend bei den Lessing-Gesprächen im Museum Altes Land die Ehrenmedaille der Gemeinde Jork verliehen: Professor Dr. Alexander Deichsel (84) und Professor Dietrich Fornaschon (76) sind die Bürgerpreisträger 2019 der G

Bürgermeister Matthias Riel (parteilos) hat am Sonnabend im Museum Altes Land in Jork im Namen des Rates die Professoren Dietrich Fornaschon (76) aus Jork und Professor Dr. Alexander Deichsel (84) aus Neuenkirchen/Hinterdeich mit dem Bürgerpreis 2019 ausgezeichnet.

Montag, 11.11.2019, 09:20 Uhr

Riel würdigte das Engagement der (Neu-)Altländer als Ideengeber der LessingGespräche und als gute Ratgeber in vielen Fragen – von der Markenentwicklung bis zur Verkehrsplanung. Riel überreichte den beiden die Silbermedaille und eine Urkunde. Es gelte, „ein Lebenswerk zu ehren“, sagte der neue Bürgermeister vor rund 140 Gästen im Museum Altes Land.

Der Sozialwissenschaftler Dr. Alexander Deichsel (seit 1992) und der Verkehrsplaner und Ingenieur Fornaschon (seit 1994/ 1995) begleiten die LessingGespräche seit fast drei Jahrzehnten, sie setzen – gemeinsam mit Susanne Höft-Schorpp vom Altländer Archiv – die Themen. Diese reichten vom Klimawandel und Bürgerengagement über Welterbe bis hin zu genetischer Diagnostik und Europa.

Dabei, so Riel, hätten sich die beiden als kongeniale Partner ergänzt: der eine eher leidenschaftlich und visionär, der andere als Ingenieur eher rational.

Reihe soll zum Nachdenken anregen

Die Reihe, sie soll zum Nach- und zum Mitdenken anregen, ist kein Gespräch über Lessings Wirken. Ziel sei es vielmehr, mit seiner Art zu denken. Und das auf Grundlage „unbegrenzter Neugier, die alle anstaunt und erkennen will“, wie es einst der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781) selbst formuliert hatte. Riel sprach in seiner Laudatio vom „Blick über den Tellerrand“, in kontroversen Diskussionen seien wichtige Impulse gesetzt worden.

Ihr Engagement zeige auch, wie wichtig und wie unbezahlbar das Ehrenamt sei. Und: Dem Geist Lessings und dem Thema, verriet Riel, seien die beiden oft „durch den Weingeist“ nahe gekommen. Das Feld ist bestellt: Beide ziehen sich zurück, der Jurist Dr. Jan Deichsel und die Sinologin und TAGEBLATT-Redakteurin Anping Richter sind in ihre Fußstapfen getreten. Sie moderierten die Veranstaltung.

Deichsel gehörte mit Dr. Klaus Frerichs – vielen als Leiter des Museums in Buxtehude noch ein Begriff – zu den Ideengebern, sie überzeugten 1991/1992 den damaligen Gemeindedirektor Richard Kladiwa und die Politik. Fornaschon stieß nach seinem Vortrag „Der beschilderte Ort“ (1994) hinzu.

Mit dem Bürgerpreis fühle er sich „zum Altländer geadelt“, dankte Fornaschon, wie Deichsel in den 1970er Jahren zugezogen. Die Preisträger –  ausgezeichnet werden können lediglich ehrenamtlich tätige Personen – unterstrichen, „dass Susanne Höft-Schorpp ein großer Anteil am Bürgerpreis gebühre“. Denn die Archivarin der Gemeinde Jork gehört ebenfalls zum Organisationsteam und betreut die Schriftenreihe der Lessing-Gespräche.

Um Deichsel ehren zu können, hatte der Rat im Juni einstimmig eine Lex Deichsel verabschiedet. Denn der 84-Jährige wohnt am Hinterdeich – in Neuenkirchen. Dem Alten Land fühle er sich seit den 1950er verbunden, zum Ansegeln steuerte der Hamburger die Gaststätte „Zur Erholung“ in Borstel-Neuenschleuse an.

Die Ehrenmedaille wird an ehrenamtliche tätige Personen oder Gruppen verliehen, die sich auf politischem, wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem, heimatpflegerischem und sportlichem Gebiet, auf dem Gebiet der kommunalen Verwaltung, der europäischen Verständigung oder des Umweltschutzes um die Gemeinde Jork verdient gemacht haben.

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