Zähl Pixel
Archiv

Gewerkschaft NGG fordert soziale Agenda

Mit Blick auf eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine „Arbeits- und Sozial-Agenda“ gefordert.

Dienstag, 19.12.2017, 16:14 Uhr

Die NGG Bremen-Weser-Elbe richtet einen Appell an die Bundestagsabgeordneten: „Es muss klar sein, dass die Interessen der Beschäftigten nicht unter die Räder kommen.“

18 300 Menschen im Landkreis hätten nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur eine Teilzeitstelle. Das seien 24 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Gewerkschafter Dieter Nickel sieht in den Zahlen einen Auftrag an eine neue Bundesregierung: „Wer seine Arbeitszeit für die Erziehung der Kinder oder die Pflege der Angehörigen runterfährt, der muss danach auch wieder voll in den Job zurückkehren können.“

Auch die Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes lehnt die NGG ab. „13-Stunden-Tage und Dauer-Verfügbarkeit per Smartphone können nicht die Arbeitswelt von morgen sein. Wer flexible Arbeitszeiten braucht, kann sie per Tarifvertrag regeln“, so Nickel. Genauso wenig dürfe an den Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn gerüttelt werden. „Wir brauchen einen zweistelligen Euro-Betrag als unterste Lohngrenze. Das geht nur, wenn dahinter ein deutlicher politischer Wille steht. Genau das erwarten Mindestlohn-Empfänger von der neuen Bundesregierung“, mahnt Nickel.

Oben auf die Agenda gehöre ein Plan, um die Krankenversicherung auf neue Füße zu stellen. In einem Land, dem es wirtschaftlich gut gehe, müsse die „Zwei-Klassen-Medizin“ ein Ende haben.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.