TEwer Margareta erhält seine Seitenschwerter zurück
Eines der beiden Seitenschwerter des Ewers Margareta schwebt über das Fleth. Foto: Frank
Der Ewer Margareta wurde wieder einmal flottgemacht: Seit Donnerstag sind die bearbeiteten Seitenschwerter und das Ruderblatt wieder am Rumpf befestigt. Für das historische Schiff arbeiten viele Menschen Hand in Hand.
An diesem Denkmal ist immer etwas zu tun: Nachdem im vergangenen Jahr der Mast des Ewers Margareta gelegt, geschliffen und geölt wurde, werden in diesem Jahr die Seitenschwerter, das Ruderblatt und die Ruderpinne auf Vordermann gebracht. Einige Teile sind schon weitgehend fertig bearbeitet – am Donnerstag wurden sie wieder angeliefert und schwebten über das Fleth.
Am Morgen um kurz nach 9 Uhr rücken die Fahrzeuge der Zimmerei Peters aus Buxtehude an. Das Westfleth wird gesperrt, der Kran ausgefahren – und eines der zwei Seitenschwerter schwebt an der Kette über das Fleth. Der Einbau am Ewer ist Zentimeterarbeit, viele Mitglieder des Fördervereins Buxtehuder Hafen und Este und Mitarbeiter der Zimmerei sind sowohl an Deck als auch an Land aktiv. Und sie müssen zwischendurch immer mal wieder Rede und Antwort stehen, denn ein Fernsehteam des NDR begleitet die Arbeiten und dreht einen Beitrag für die Sendung „Nordtour“. Bis zum Herbst kommt das Team insgesamt etwa fünf Mal für Dreharbeiten nach Buxtehude.
Ewer ist 125 Jahre alt
Heraus kommt schließlich ein etwa vierminütiger Beitrag, der wahrscheinlich im Winter zu sehen sein wird. „Wenn das Schiff erzählen könnte, dann hätte es sicher das ein oder andere zu erzählen“, antwortet Robert Kamprad vom Altstadtverein schmunzelnd auf die NDR-Frage, ob so ein altes Schiff eine „Seele“ hat. Der Ewer Margareta feiert in diesem Jahr Geburtstag: Am 11. Mai wurde das Schiff 125 Jahre alt. Von Juni bis September wird der Geburtstag mit einem Jubiläumsprogramm gefeiert.
Im vergangenen Jahr wurden die Holzarbeiten draußen an Deck erledigt. Das brachte einen entscheidenden Nachteil mit sich: die Abhängigkeit vom Wetter. Bei Regen lässt es sich nun einmal schlecht schleifen und ölen. In diesem Jahr hatte der Altstadtverein daher für zwei Monate einen Raum am „Fruchthof“ angemietet. Dort waren Jugendliche der Jugendbauhütte aktiv, haben die Seitenschwerter und das Ruderblatt gereinigt, abgeschliffen und mit einem Holzschutzöl behandelt. Von Mitgliedern des Fördervereins wurde das Schiff derweil frisch gestrichen, schwarz, weiß und grün, wie man es kennt. Nur der Schiffsname und der Heimathafen müssen jetzt noch aufgemalt werden.
Weißer Kunststoff ist nicht denkmalgerecht
Die Ruderpinne liegt derzeit noch in der Jugendwerkstatt Walze in Neukloster. Teile des Holzes sind morsch und müssen herausgefräst und ersetzt werden. „Das macht man am besten in der Werkstatt“, sagt Jörg Eisebraun vom Förderverein Buxtehuder Hafen und Este.
„Es muss alles denkmalgerecht sein“, erklärt Eisebraun. Alle Arbeiten müssen mit der für Denkmalschutz zuständigen Fachgruppe der Stadt Buxtehude abgesprochen werden. So kam auch noch eine Aufgabe hinzu. Die Festmacherleinen, die Vor- und die Achterleine, sind aus weißem Kunststoff – das ist nicht denkmalgerecht. Sie müssen hanffarben sein. Die Leinen werden in den nächsten Wochen noch ausgetauscht. 1992 wurde der Ewer als Denkmal deklariert. Zum einen ist das Schiff für die Ortsgeschichte bedeutsam, zum anderen hat es einen „Zeugnis- und Schauwert“ für die Heimatkunde sowie für die Geschichte von Wirtschaft und Technik.
Pünktlich zum Stadtfest ist alles fertig
Am Donnerstagvormittag läuft alles nach Zeitplan. Um 8 Uhr wurden die Seitenschwerter und das Ruderblatt am „Fruchthof“ abgeholt, gegen 11 Uhr rücken die Fahrzeuge der Zimmerei schon wieder vom Fleth ab. Die Ruderpinne wird bald nachgeliefert. Rechtzeitig zum Stadtfest vom 10. bis zum 12. Juni soll der Ewer flottgemacht sein und wieder zur Belebung des Fleths beitragen.
Eines der beiden Seitenschwerter des Ewers Margareta schwebt über das Fleth. Foto: Frank
Das Ruderblatt wird wieder am Ewer angebaut – begleitet von einem Fernsehteam des NDR. Foto: Frank