Krautsand: Alte Klappbrücke im Fokus
Die Klappbrücke, die die Elbinsel Krautsand mit Dornbusch verbindet, ist nicht mehr im besten Zustand und müsste in den nächsten Jahren saniert werden. Und das kann richtig teuer werden.
Deshalb soll jetzt eine Machbarkeitsstudie prüfen, wie hoch die Sanierungskosten wären und ob nicht auch eine feste Querung der Süderelbe möglich wäre. Zeitdruck ist zwar nicht gegeben, weil die nächste große Brückenprüfung, eine Art Brücken-Tüv, erst 2021 erfolgt, aber Drochtersens Bürgermeister Mike Eckhoff möchte rechtzeitig Planungssicherheit haben, um reagieren zu können. Deshalb gab der Ausschuss für Bau und Verkehr kürzlich auch einstimmig bei den Haushaltsberatungen grünes Licht, 20 000 Euro Planungskosten für eine Machbarkeitsstudie in den Etat 2018 aufzunehmen.
Im Jahr 1988 ist die Klappbrücke in Betrieb gegangen. Sie ersetzte damals eine alte Prahmfähre, wie sie heute noch als Touristenattraktion auf der Oste verkehren. Schon 2006 gab es eine erste Kostenermittlung zur Brückensanierung. Allein die Aufbereitung des Waagebalkens, der Pylone und der Betonlager lag damals schon bei fast 120 000 Euro. Da mittlerweile noch größerer Sanierungsbedarf hinzugekommen ist und die Preise sicher angestiegen sind, ist von deutlich höheren Kosten auszugehen.
Genau diese sollen nun von einem Ingenieurbüro ermittelt werden. Gleichzeitig soll es prüfen, ob künftig vielleicht sogar ganz auf die Klappbrücke verzichtet werden kann. Denn genutzt wird die Klappfunktion in der Regel nur zweimal pro Jahr – immer dann, wenn das alte Kümo „Käpt’n Klünder“ im Frühjahr den kleinen Dornbuscher Hafen verlässt und im Herbst wieder hineinfährt, um dort zu überwintern. Im Sommer liegt das historische Schiff, das von einem Verein ehrenamtlich erhalten wird, ohnehin im Ruthenstrom.
Ob es lohnt, dafür eine Klappbrücke vorzuhalten, muss am Ende die Politik entscheiden. Sollte es zu einer festen Querung der Süderelbe kommen, werde auf jeden Fall das Gewässer erhalten, sagt Eckhoff. Ein Durchlass, wie auch immer er gestaltet werden würde, könne auf jeden Fall so groß sein, dass ein kleines Sport- oder Angelboot die Brücke unterfahren könnte.
Bevor das Thema im kommenden Jahr vertieft wird, müssen zunächst konkrete Zahlen und Daten vorliegen. Um ein extremes Klappern der Holzbohlen zu minimieren, sollen auf jeden Fall die Bolzen, die diese Bohlen mit der Unterkonstruktion verbinden, nachgezogen werden.
Weniger Zeit als bei der Frage der Zukunft der Klappbrücke hat die Kommune als Träger des kleinen Hafens am Ruthenstrom. Hier gibt es insgesamt neun Zugangsstege zu den Anlegestellen, die auch außerhalb des mit Kaimauern versehenden Hafenbereichs liegen. Vier von diesen Stegen sind nicht mehr verkehrssicher und wurden vom Stader Außenbezirk des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts gesperrt.
Sie müssen nun wieder hergerichtet werden. Das kostet stolze 145 000 Euro. Der Grund ist, dass dort vom Wasser aus gearbeitet werden muss. Nun überlegt die Kommune, dass sie nur zwei dieser Stege ertüchtigt und zwei endgültig schließt, um Kosten zu sparen. Es sollen entsprechende Mittel in den Haushalt für 2018 eingestellt werden.