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Briten wollen Deutsche werden

Der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat in Hamburg offenkundig mehr Briten veranlasst, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Zahl ihrer Einbürgerungen hat sich 2017 auf 373 verdreifacht, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Damit seien eingebürgerte Briten und Nordiren in der Statistik erstmals unter den fünf wichtigsten Herkunftsländern.

Montag, 25.06.2018, 19:51 Uhr

Der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat in Hamburg offenkundig mehr Briten veranlasst, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Zahl ihrer Einbürgerungen hat sich 2017 auf 373 verdreifacht, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Damit seien eingebürgerte Briten und Nordiren in der Statistik erstmals unter den fünf wichtigsten Herkunftsländern.

Auch wenn die Gründe nicht erfasst werden, sehen die Behörden einen Zusammenhang mit dem Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016. „Wir vermuten, dass manche Briten sich mit der Einbürgerung weiterhin europäische Privilegien sichern wollen“, sagte ein Experte des Statistikamtes Nord.

Der Trend rückläufiger Einbürgerungszahlen setzte sich 2017 fort. Nach Angaben des Statistikamts Nord erhielten in der Hansestadt 5608 Ausländer einen deutschen Pass. In 2016 waren es noch 5819 und 2015 sogar 5891 gewesen. Überdurchschnittlich stark sank 2017 die Zahl der eingebürgerten Türken um etwa 17 Prozent (von 607 auf 499).

Die meisten neuen deutschen Staatsbürger in Hamburg kamen erneut aus Afghanistan (813). Es folgen die Türkei, Polen (409) und nach Großbritannien Iran mit 355 Einbürgerungen. Neben Briten wurden mit 297 auch wieder mehr Ghanaer eingebürgert (2016: 236).

Wer die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen will, muss mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt haben, gut Deutsch sprechen und einen Einbürgerungstest bestehen.

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