20.06.2019, 18:05
Jork: Polizei schützt beim Aufräumen

JORK. Unter Polizeischutz hat der Landkreis Stade am Mittwoch und Donnerstag – im Zuge einer Ersatzvornahme – auf einem früheren Obsthof westlich des Museums in Westerjork aufgeräumt. Die Altländer haben laut Verwaltung gegen Brand- und Umweltschutzauflagen verstoßen.


Das bestätigte das Kreishaus am späten Nachmittag dem TAGEBLATT auf Anfrage. So lagerten auf dem ehemaligen Obsthof unzählige Holzpaletten, Autowracks und (flüssige) Gefahrstoffe. Mehrfach hatte der Kreis die Familie aufgefordert, den Hof endlich in Ordnung zu bringen. Die Jorker, im Jahr 2003 machten sie als Marmeladenfälscher bundesweit Schlagzeilen, weigerten sich.

Hof-Eigentümer zeigt sich uneinsichtig

Deshalb hat der Landkreis Stade als zuständige Bauordnungs- und Umweltbehörde das „ungenehmigt gelagerte Material“ mit Unterstützung einer Fachfirma entfernen lassen. Von diesem sei „eine Gefahr für Mensch und Umwelt“ ausgegangen. Die Kosten in Höhe von möglicherweise mehreren 10 000 Euro werden dem Eigentümer der Flächen in Rechnung gestellt. Die Entsorgung erfolgte im Rahmen einer Ersatzvornahme durch die Behörde. Der Hofeigentümer hatte sich nach Einsatz anderer Rechtsmittel wie Ordnungswidrigkeiten- beziehungsweise Bußgeldverfahren mit Anhörungen sowie Zwangsgeldandrohungen uneinsichtig gezeigt.

Polizisten schützen die Mitarbeiter des Umweltamtes des Landkreises und einer Entsorgungsfirma beim Aufräumen in Westerjork . Foto Vasel

Bereits im Mai 2018 seien auf dem Gelände bei einem Ortstermin ungenehmigte Nutzungen, ungenehmigte Lagerung von Paletten und Holz, unsachgemäße Lagerung von Abfall, Schrott und Autos, mangelhafte Standsicherheit eines Gebäudes und andere Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Der Obst- und Gemüseverkauf darf laut Bauordnungsamt weitergehen.

Wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten

Katastrophale betriebliche und hygienische Verhältnisse und Straftaten riefen die Behörden bereits mehrfach auf den Plan. Vor Gericht kamen die Jorker immer mit einem blauen Auge davon. Weil Mitglieder der Familie wiederholt gewalttätig geworden sind (auch gegen Polizisten) und Behördenmitarbeiter bedroht haben, schützte die Polizei die Aktion; mindestens ein Mal kam es dabei auf dem Hof zu einer „ruppigen Situation“, so der Polizeisprecher.

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