Ortsumgehung wird erneut zur Baustelle
Die Horneburger Ortsumgehung (Kreisstraße 36) muss ein zweites Mal saniert werden. Der Versuch, die stark strapazierte Asphaltdecke mit Rollsplitt in Schuss zu halten, ist gescheitert. Nun müssen die Bauarbeiter erneut tätig werden.
Die gewählte Form der Oberflächenbehandlung habe sich „nachträglich als nicht geeignet erwiesen“, gab Landkreis-Sprecher Christian Schmidt auf TAGEBLATT-Nachfrage zu.
Ende Juni hatte der Landkreis Stade die Straße sanieren lassen. Um Schäden in der Fahrbahn zu beseitigen, setzten die Straßenbauer auf eine Bitumenemulsion. Mit einer Walze und mit Hilfe der Pkw und Lkw sollte der Splitt in den flüssigen Belag eingearbeitet werden. Damit sollte die Oberfläche geglättet und besser befahrbar werden. Doch das Ergebnis überzeugte nicht. Die Fahrbahn ist nach dem Ende der Bauarbeiten noch unebener als zuvor.
An der Umsetzung hagelte es heftige Kritik. Lkw- und Pkw-Fahrer klagten über Splittschäden an ihren Fahrzeugen, unzählige Gesteinskörner verteilten sich auch auf der Autobahn 26 und der Bundesstraße 73. Auf der Kreisstraße 36 lag der Splitt teils handhoch. Bei der Polizei sind diverse Anzeigen eingegangen, wie Sprecher Rainer Bohmbach bestätigte.
Autofahrer mussten ihre Autos in der Werkstatt reinigen lassen, Bitumen und Splitt beschädigten auch die Bremsscheiben. Es kam zu Lack- und Glasschäden, Geschädigte fordern vom Kreis Schadenersatz. Auf der Autobahn gingen die Autofahrer in Höhe der Auffahrt wegen des Steinschlags sogar in die Eisen. Die nicht erfolgte Aufstellung von Tempo-30-Schildern, von den Autofahrern moniert, sei nicht erforderlich gewesen, sagte Kreis-Sprecher Schmidt. Schließlich sei ein Hinweisschild aufgestellt worden. Die Fahrer hätten deshalb „ihre Fahrweise anpassen und aufpassen müssen“, hieß es.
Erstaunlich: Zeitgleich lief die Sanierung weiterer Kreisstraßen mit Rollsplitt weitgehend störungsfrei. An der Kreisstraße 30 in Höhe des Stader Airbus-Werkes allerdings stellten die Arbeiter vorsorglich Tempo-30-Schilder auf. Lediglich auf der Kreisstraße 36 kam es zu unerwarteten Problemen. Als Ursache werde die dort sehr hohe Verkehrsbelastung vermutet, sagte Schmidt auf Nachfrage.
Nun müssen die Bauarbeiter an der Horneburger Ortsumgehung erneut tätig werden. Das ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen Straßenbauverwaltung, Polizei und Baufirma. Autofahrer benötigen starke Nerven: Die komplette Asphaltdeckschicht solle ausgetauscht werden, dazu müsse die Straße voraussichtlich voll gesperrt werden. Ein Termin stehe noch nicht fest, werde aber rechtzeitig bekanntgegeben, teilte Schmidt mit.
Für die nicht zielführenden Ausbesserungsarbeiten muss der Landkreis laut Behördensprecher Schmidt nur einen Teil der ursprünglich veranschlagten Kosten tragen. Außerdem übernehme die Baufirma die Schadensersatzansprüche der geschädigten Autofahrer und sei zuständig für die Schadensabwicklung.