Kirschmarkt in Jork: Altländer feiern die Kirschernte
Die Altländer Kirschenwoche endet traditionell mit dem Kirschmarkt in Jork. Bei strahlendem Sonnenschein sind die Besucher heute in den Stadtkern geströmt – schon das historische Anlanden der Kirschen um 11 Uhr lockte eine große Zahl von Zuschauern an.
Trachtentanz, Kirschkernweitspucken, ein Kunst- und Handwerkermarkt und natürlich der Kirschverkauf durch die hiesigen Obstbauern – dafür steht der Kirschmarkt in Jork. Das Erntefest schließt heute seit 10 Uhr die Altländer Kirschwoche ab. Und eine erfolgreiche Saison. „Durch das gute Wetter haben die Kirschen dieses Jahr eine gute Qualität, sagt Peter Minners, Obstbauer aus Ladekop. „Auch die Erntemenge war okay“. Ganz im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dem die Ernte miserabel gelaufen sei. Minners verkauft seine Kirschen und andere Obstsorten auf dem Markt mit der ganzen Familie und freut sich über zahlreiche Abnehmer: „Die Leute haben Lust auf Kirschen, die großen Kirschen liegen im Trend.“
Gutes Wetter bescherte den Obstbauern eine gute Ernte und eine hohe Qualität.
Direkt gegenüber von seinem Stand ist eine lange rote Plastikfolie ausgelegt. Hier versuchen sich mutige Besucher am Kirschkernweitspucken. „Wer bricht den Rekord“, steht auf einem Plakat und verrät die Spuckweiten aus dem letzten Jahr: 14,40 Meter gilt es in der Kategorie „Männer ab 18 Jahre“ zu schlagen, bei den „Frauen ab 18 Jahren“ sind es 12 Meter. Auch für Kinder und Jugendliche läuft der Wettbewerb. Die Unter-Zehnjährigen müssen eine Marke von 7,30 Meter knacken, Jugendliche ab 10 Jahren gewinnen, wenn sie die Kirschkerne weiter als 11,25 Meter spucken.
Mitten auf dem Marktplatz zeigt die Altländer Trachten- und Volkstanzgruppe in langen Röcken und mit Kopftüchern bekleidet folkloristische Tänze und lässt die Tradition lebendig werden. Mit dem Anlanden der Kirschen zeigten die Trachtenträgerinnen schon am Morgen, wie die Kirschernte im 19 Jahrhundert ablief: Damals hievten die Bauern die Kirschen in Körben auf kleine Kähne, die das Obst zum Markt brachten. Denn befestigte Wege habe es noch nichtgegeben – und durch die feuchten Böden im Alten Land wäre der Transport über Land sehr mühsam gewesen.
Die Ankunft eines solchen Kahns am Markt stellen die Trachtträgerinnen jedes Jahr nach – unter blauem Himmel und strahlender Sonne fanden sich zur diesjährigen Vorführung am Vormittag mehrere Dutzend Zuschauer an der Jorker Hauptwettern ein.
Obstbauer Peter Minners transportiert seine Kirschen nicht mehr über die Wasserwege, freut sich aber über eine Rückbesinnung der Menschen auf lokale Produkte: „Immer mehr Menschen kaufen bewusst Kirschen aus der Region.“ Die Kirschernte war in diesem Jahr etwa 14 Tage früher dran – dadurch lief der Verkauf parallel zu den importierten Kirschen. Trotzdem hätten sich erstaunlich viele Käufer für das Obst aus dem Alten Land entschieden.