THalloween: Landkreis Stade gibt grünes Licht für die Süßigkeitenjagd
"Buhh! Gebt Süßes, oder es gibt Saures!": Kleine Geister und Monster freuen sich, wenn sie dieses Jahr wieder Halloween feiern dürfen. Foto: Arne Dedert/dpa
An Halloween 2020 schwärmten aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen kaum Geister, Hexen und Vampire aus. In diesem Jahr könnte das anders aussehen - trotz andauernder Pandemie.
Am Abend des 31. Oktober 2020 waren die Straßen nicht nur im Landkreis Stade leer: Neben dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatten auch die niedersächsische Gesundheitsministerin und die damalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geraten, nicht von Tür zu Tür zu ziehen. Stattdessen schauten viele Familien daheim verkleidet Gruselfilme oder bastelten. Seitdem hat sich viel getan, viele Erwachsene und Kinder über zwölf Jahre sind gegen Covid-19 geimpft.
Dieses Jahr heißt es deshalb wieder "Süßes, sonst gibt's Saures!": „Klingeltouren“ zu Halloween sind in diesem Jahr möglich - sofern die geltenden Corona- und AHA-Regeln eingehalten werden. Das teilte das Gesundheitsamt des Kreises Stade auf TAGEBLATT-Nachfrage mit. Wer von Haus zu Haus zieht, muss demnach den Mindestabstand von 1,5 Metern, die Hygieneregeln sowie die Husten- und Niesetikette beachten. Auch wenn an der frischen Luft keine Maskenpflicht herrscht, rät der Landkreis, an Haustüren oder in Treppenhäusern - also überall dort, wo Abstandhalten nicht möglich ist -, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Maske kann ja passend zum gruseligen Outfit gewählt werden. Kinder mit Erkältungssymptomen sollten in jedem Fall darauf verzichten, von Tür zu Tür zu ziehen.
Das sagen die Kinderärzte
Ähnliche Empfehlungen waren aus deutschen Bundesländern zu hören. So empfiehlt das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt, bei den Klingeltouren eine Maske zu tragen, um Tröpfcheninfektionen zu vermeiden. "Vielleicht passt die ja sogar zur Verkleidung", überlegte auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Das Thüringer Gesundheitsministerium riet, besonders bei Kindern, die sich noch nicht impfen lassen konnten, auf die Abstands- und Hygieneregeln zu achten.
Auch aus Sicht von Kinder- und Jugendärzten spricht nichts dagegen, dieses Jahr mit der nötigen Umsicht und Rücksichtnahme "um die Häuser" zu ziehen. "Die Kinder haben ja viel Freude daran. Aber man kann natürlich bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen", sagt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Das heißt für ihn: In festen Gruppen gehen, nur Eingepacktes annehmen und direkte Kontakte vermeiden.
Geschlossene Türen respektieren
Halloween-Freunde sollten allerdings beachten: Nicht jeder freut sich angesichts der anhaltenden Pandemie über spontane Besuche von Hexen, Geistern und Vampiren an der Haustür. Wenn jemand die Tür nicht öffnet, sollte dies gerade angesichts von Corona aber besonders respektiert werden. Tipp von Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz: Nur dort klingeln, wo Lichter oder ein leuchtender Kürbis signalisieren, dass kleine Geister auch willkommen sind.
In jedem Fall dürften in diesem Jahr mehr Kinder als im vergangenen Jahr an den Haustüren klingeln. Viele Eltern planen eine Halloween-Tour mit ihren Kindern, wie eine Umfrage unter den TAGEBLATT-Facebook-Nutzern ergeben hat. Auf die Frage "Geht ihr dieses Jahr trotz Corona an Halloween los, um mit euren Kindern Süßigkeiten zu sammeln?" antwortet Andrea "Auf jeden Fall". Auch Nutzerin Janina will mit ihren Kindern "eine kleine Runde drehen". Es gibt aber auch Stimmen, die das Umherziehen von Haus zu Haus kritisieren - nicht wegen der Corona-Pandemie, sondern grundsätzlich. "Man muss auch nicht alles mitmachen. Kauf meinen Kindern lieber selber Süßigkeiten ", kommentierte ein Userin. Andere Nutzer bevorzugen Neujahrswünschen statt Halloween-Umzüge.
Alternativen zur klassischen Klingeltour
Wer nicht riskieren möchte, vor verschlossenen Türen zu stehen und Halloween vorsichtiger angehen möchte, kann sich zum Beispiel mit Eltern von Kita- und Schul-Freunden der eigenen Kinder absprechen. So kann man etwa für die Süßigkeitenjagd in der Nachbarschaft ausmachen, nur bei den Haushalten zu klingeln, mit denen die Kinder sowieso Kontakt haben, schlägt Dana Mundt, Sozialpädagogin von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), vor.
Auch eine Feier ohne Klingeltour ist denkbar: Die Hauptsache für die Kinder sei das Verkleiden, Schminken, Kürbis schnitzen und Treffen von anderen Kindern, sagt Mundt. Das könne man zur Not auch draußen und im kleinen Kreis machen - zum Beispiel in Form einer Taschenlampen-Wanderung.