Zähl Pixel
Archiv

TNeue Aussichten an der Oste

Noch fehlt die Brüstung aus Holz und Glas an den Holzterrassen . Der vordere Bereich soll der Gastronomie zur Verfügung gestellt werden, auf der zweiten im Hintergrund sollen Ruhemöbel zum Verweilen einladen.Fotos: Klempow

Noch fehlt die Brüstung aus Holz und Glas an den Holzterrassen . Der vordere Bereich soll der Gastronomie zur Verfügung gestellt werden, auf der zweiten im Hintergrund sollen Ruhemöbel zum Verweilen einladen.Fotos: Klempow

Fast mondän wirken die neuen Holzterrassen. Wenn die Brüstung aus Holz und Glas gebaut ist, ist auch das Projekt Fährplatz in Gräpel so gut wie abgeschlossen. Im Dezember soll alles fertig sein, gefeiert wird aber noch nicht.

Dienstag, 24.11.2020, 19:22 Uhr

Ein paar lose Enden gibt es beim Projekt Fährplatz in Gräpel noch. Das sind nicht nur die Kabel, an deren Ende die Beleuchtung des Areals noch immer fehlt. Am Schwimmsteg muss noch nachgebessert werden, unter anderem soll er mit Treibgut-Abweisern ausgestattet werden. Am Aufgang fehlt noch eine Stufe. Über den Bootsanleger und eine Gangway hinauf erreichen Freizeitskipper und Wassertouristen nun eine große Plattform mit Anschluss an das höher gelegene Ufer. Entlang des Oste-Ufers schließen zwei Holzterrassen an. Zwischen den hölzernen Plattformen ist eine kleine Lücke. „Die ist so geplant worden, damit die Gäste im Gasthaus den Blick auf das Wasser haben“, sagt Bürgermeister Hans-Werner Hinck. Für die Gemeinde Estorf war es das ehrgeizigste Projekt bislang.

Der Fährplatz hat Parkbuchten bekommen. „Die Bordsteine sind so abgesenkt, dass der Platz auch mit Rollatoren zu überqueren ist“, sagt Hinck. Dass hier ohne Corona wieder Himmelfahrts-Trubel herrscht, „davon gehe ich aus“, sagt Hinck. Gerade der große Platz hatte es in sich. Dass Teer getränkte Bohlen unter dem Schotter lagen, war bekannt. Aber auch Probebohrungen hatten das Ausmaß nicht ans Tageslicht gebracht (das TAGEBLATT berichtete).

Froh über das Ergebnis: Bürgermeister Hans-Werner Hinck vor der neuen Ausstellungsremise.

Froh über das Ergebnis: Bürgermeister Hans-Werner Hinck vor der neuen Ausstellungsremise.

Hölzernes Podest führt zum Prahm

Großes Glück für die Gemeinde: Aus ihren Betriebsunterlagen konnte Karin Plate vom anliegenden Gasthaus Belege beisteuern, wie die Bohlen dicht an dicht in den Untergrund gelangten. Hinweise darauf gab es im Gemeinde-Archiv nicht. Die teure Entsorgung des Holz-Sondermülls soll der Verursacher, die Bundeswehr, übernehmen. Ein entsprechend deutliches Schreiben hat Hinck nach Berlin geschickt. Die Entsorgung, die nach Gewicht berechnet wird, hätte sogar 70.000 statt jetzt 50.000 Euro gekostet, wenn die Bohlen bei der Lagerung in der Sommerhitze nicht ausgetrocknet und um einiges leichter abtransportiert worden wären.

Geblieben sind die drei Stellplätze für Wohnmobile. Neu sind auf dem Areal der verschwenkte Radweg und die fest verankerten Bügel als Fahrradparkplätze. Damit der Prahm in der Fährbucht zu erreichen ist, wurde ein hölzernes Podest mit Stufen gebaut. Eine kleine Remise soll vom Schifferverein betreut werden und später mit einer Ausstellung über die Historie des Hafens als Stackbusch-Umschlagplatz und Werft-Standort informieren.

Ein loses Ende ist noch das Toilettenhäuschen, das für Bootstouristen und Radwanderer sowie Wohnmobilisten gedacht ist. Weil der Förderzeitraum bis Mitte 2021 verlängert wurde, soll das Sanitärhäuschen erst im Frühjahr gebaut werden, geklärt werden muss noch die Bewirtschaftung. Auf der größeren der Holzterrassen am Wasser sollen Ruhemöbel zum Verweilen einladen. Die kleinere „stellen wir der Gastronomie zur Verfügung“, so Hinck. Denn durch den neuen und breit gepflasterten Radweg hat die Außengastronomie Stellfläche verloren. Die Schattenplätze unter Bäumen am Oste-Ufer waren bei Ausflüglern heiß begehrt. Jetzt, wo alles soweit fertig ist, will die Gemeinde vertraglich festhalten, wer die Holzterrassen sauberhalten soll, im Gespräch ist dafür die Gastwirtschaft.

Gesamtkosten: Rund eine Million Euro

Hinck hofft, im Frühjahr die Eröffnung feiern und den Geldgebern zeigen zu können, was aus ihren Zuschüssen geworden ist. Im Gegensatz zu kritischen Stimmen auch aus Gräpel, die das Projekt zu teuer und zu überdimensioniert nennen, ist der Bürgermeister mit dem Ergebnis am Fährplatz „sehr, sehr zufrieden“. Das lange geplante Prestigeprojekt sei außerdem in Bürgerversammlungen ausführlich vorgestellt worden.

Die Gesamtkosten betragen rund eine Million Euro, es wird insgesamt um knapp 50 000 Euro teurer als geplant ausfallen. 400 000 kommen aus dem Leader-Fonds, der Lenkungsausschuss Hamburg-Niedersachsen gibt 255 000 Euro, die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten plant 100 000 Euro, die Gemeinde Estorf bis zu 200 000 Euro.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.