Noch jung und schon lange dabei
In der Drochterser Tennishalle: Nic Bunge vom TuSV Bützfleth bietet Rollstuhlfahrern Trainingsstunden an. Foto: Reineke
Seit zehn Jahren engagiert sich Nic Bunge ehrenamtlich in der Integrationssportgruppe des TuSV Bützfleth. Nach und nach übernahm er mehr Verantwortung im Training. Im vergangenen Jahr gründete er zudem die Rollstuhltennisgruppe.
{picture1s} In der Tennishalle in Drochtersen spielt Nic Bunge den Teilnehmern der Rollstuhltennisgruppe des TuSV Bützfleth die Bälle zu. Dorthin muss die Gruppe in den Wintermonaten ausweichen. Derzeit besteht die Gruppe aus drei Spielern. Es waren allerdings auch schon mal doppelt so viele. Im August 2018 hatte Bunge die Gruppe gegründet. Zuvor hatte er sich mit zwei seiner Trainingsschüler regelmäßig zum Tennis getroffen. „Da kam mir die Idee, die Gruppe zu gründen.“
Mit seinem C-Trainerschein Tennis darf er Gruppen und Spieler unterrichten. Für Rollstuhltennis gibt es keine Lizenzen oder Weiterbildungen. Sein Wissen eignete er sich selbstständig an. Dazu holte er sich Tipps von einem der besten deutschen Rollstuhltennisspieler. „Toni Dittmar hat mir Übungen gezeigt und Ideen gegeben“, sagt Bunge.
Ehrenamtlich aktiv ist Bunge, seit er sieben Jahre alt war. Er unterstützte seine Mutter Ulla Bunge in der Integrationssportgruppe des TuSV. Vor vier Jahren übernahm er eigenständig die Leitung des Tennistrainings des Integrationssports. Die Arbeit mit behinderten Menschen ist für den 18-Jährigen wichtig. „Es ist wichtig, dass sie Spaß am Sport haben und ihre eigenen Ziele verfolgen“, sagt Bunge. Bestes Beispiel hierfür sei Mario Mani. Er ist einer der Schützlinge von Bunge und spielt auch auf internationalen Turnieren.
Neben dem Rollstuhltennis engagiert sich Bunge auch im Jugendsport des TuSV. Zwei Kindergruppen zwischen vier und zwölf Jahren unterrichtet Bunge. Insgesamt vier Stunde steht er ehrenamtlich in der Woche auf dem Tennisplatz. Hinzu kommt die Vorbereitungszeit. Ob er Menschen im Rollstuhl oder ohne Rollstuhl trainiert, sei für ihn nicht entscheidend. „Es ist nicht anders als bei Fußgängern. Da gibt es keinen Unterschied.“ Dass er stets mit Freude dem Training nachkommt, liegt auch an der Resonanz der Teilnehmer. „Man bekommt sehr viel Dankbarkeit entgegengebracht.“
Vor der Leistung seiner Spieler beim Rollstuhltennis hat er Respekt. Bei seiner Trainerausbildung durfte er selbst vorübergehend im Rollstuhl Platz nehmen. „Es ist komisch, weil ich viel eingeschränkter war. Ich habe nichts hinbekommen.“ Dabei spielt Bunge seit 14 Jahren Tennis. Trotz seines ehrenamtlichen Engagements kann sich der Zwölftklässler des Vincent-Lübeck-Gymnasiums in Stade nicht vorstellen, beruflich in diesem Bereich zu arbeiten. „Als Hobby werde ich aber versuchen, es weiterzumachen.“
Das TAGEBLATT öffnet in der Adventszeit jeden Tag ein Türchen. Hinter diesem Türchen verbirgt sich ein ehrenamtlich engagierter Mensch.
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