Zähl Pixel
Ehrenamt-Adventskalender

Sie stricken für die Allerkleinsten

Die Stricklieseln, untere Reihe von links: Gisela Wutzke, Edeltraud Kalisch, Elisabeth Wiering und Ellen Edeler. Obere Reihe von links: Doris Koch, Ilse Madaus und Eva-Maria Schawohl. Nicht auf dem Bild: Gabi Wolf, Renate von Krenski und Bi

Die Stricklieseln, untere Reihe von links: Gisela Wutzke, Edeltraud Kalisch, Elisabeth Wiering und Ellen Edeler. Obere Reihe von links: Doris Koch, Ilse Madaus und Eva-Maria Schawohl. Nicht auf dem Bild: Gabi Wolf, Renate von Krenski und Bi

Die Stricklieseln stricken Kleidung und Accessoires für Frühchen, Babys und Obdachlose. Edeltraud Kalisch leitet die Gruppe und geht wie ihre neun Mitstreiterinnen mit Leidenschaft zu Werke. Das offenbart sich bei jedem einzelnen Teil.

Montag, 09.12.2019, 10:00 Uhr

{picture1s}Schühchen, Mützchen und passende Jäckchen in zarten Pastelltönen, mit aufwendigen Mustern und herzförmigen Knöpfen. Eine farbenfrohe Streifendecke, royalblaue Stulpen, eine gelbe Strickente, bunte Elefanten und Kraken mit Armen, die wie spiralförmige Telefonkabel aussehen, fördert die Leiterin der Stricklieseln aus einer prall gefüllten Tüte zutage, die sie heute eigens mitgebracht hat.

„Babys, die im Brutkasten liegen, spielen gerne mit den Krakenarmen, weil sie sich ähnlich wie die Nabelschnur anfühlen“, sagt Edeltraud Kalisch, während sie die Strickstücke auf dem Tisch drapiert. Ringsherum sitzen ihre Kolleginnen und schlagen geschwind die Maschen an. Seit vier Jahren schwingt die Gruppe, die aus zehn Frauen besteht, an jedem letzten Montag des Monats im Gemeindehaus der Lutherkirche die Stricknadeln für Frühchen, Neugeborene und Obdachlose.

„Die Kleidung liefern wir zwei- bis dreimal im Jahr an Krankenhäuser in Hamburg und im benachbarten Rotenburg“, erklärt die gelernte Schneiderin. Währenddessen strickt sie an einem Socken. Ohne hinzusehen. Wie von selbst klappern die Stricknadeln. „Die Wolle sind Spenden von Privatpersonen. Neulich hatten wir drei Kombis voll.“ Daran haben die Damen buchstäblich lange zu stricken. Grundsätzlich strickt jede Liesel, so viel sie will.

Und: Jede hat ihr Spezialgebiet. Elisabeth Wiering hegt zum Beispiel ein Faible für Schühchen, Renate von Krenski ist die Krakenspezialistin, Edeltraud Kalisch fertigt bevorzugt Decken und Schühchen. Alle haben einen hohen Anspruch an ihre ehrenamtliche Arbeit und legen großen Wert auf Qualität. Denn nicht jede Wolle taugt für Babykleidung. „Dünn muss sie sein, darf nicht kratzen und sollte helle, fröhliche Farben haben.“ Wenn ein Teil nicht schön aussieht, nehmen die Stricklieseln kein Blatt vor den Mund. Den ehrlichen Umgang miteinander schätzen die Gruppenmitglieder sehr. Außerdem geben sie sich gegenseitig Tipps.

„Jede profitiert vom Können der anderen. Ich habe hier viel dazu gelernt,“ resümiert die 70-Jährige. Ein Thema, das die Runde gerade beschäftigt, ist der anstehende Weihnachtsmarkt bei der Lutherkirche. Am 15. Dezember verkaufen die Damen hier erstmals ihre Strickwaren. Der Erlös geht an die Kirchengemeinde. Weitere Stricklieseln sind übrigens willkommen. Auch männliche. „Pastor Schneider haben wir schon mehrmals gefragt, aber er hat sich verweigert“, sagt Edeltraud Kalisch lachend.

Das TAGEBLATT öffnet in der Adventszeit jeden Tag ein Türchen. Hinter diesem Türchen verbirgt sich ein ehrenamtlich engagierter Mensch.

Gestern: Hilfe für Senioren

Heute: die Stricklieseln

Morgen: Hilfe mit Hunden

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.