Schulsozialarbeit im Landkreis Harburg ist gesichert
Auch die Neu Wulmstorfer Grundschule am Moor kämpft seit Jahren für eine dauerhafte Sicherung ihrer Sozialarbeiterstelle. Foto Michaelis
Der Harburger Kreistag hat in seiner letzten Sitzung des Jahres beschlossen, die Kosten für die Schulsozialarbeit an den Grundschulen und Gymnasien so lange zu tragen, bis das für die Finanzierung dieser Aufgabe zuständige Land die Finanzierung übernimmt.
Dem SPD-Antrag auf eine unbefristete Verlängerung der Finanzierung folgten die Grünen und unerwartet auch die AfD und verhalfen den Sozialdemokraten damit zum Abstimmungserfolg. CDU, Wählergemeinschaft, Freie Wähler und Liberale hingegen stimmten gegen den Antrag. Sie halten die Bereitschaft zur unbefristeten Verlängerung durch den Kreis für ein falsches Signal an das Land, wollten die Finanzierung wiederum nur befristet, bis zum Ende des Schuljahrs im Sommer 2018, verlängern.
Das Ringen um die Finanzierung der Schulsozialarbeit geht bereits seit 2013. „Nach vier quälenden Jahren, die wir den Beschäftigten mit befristeten Brückenfinanzierungen keine wirkliche Planungssicherheit vermitteln konnten, war dieser Erfolg vor allem ein Erfolg für die engagierten Schulsozialarbeiter und Schüler in unserem Landkreis,“ sagt Tobias Handtke, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.
„Wir werden das Land auch weiterhin nicht aus seiner Verpflichtung entlassen diese Stellen zu übernehmen. Bis dahin wollen wir aber die Verantwortung für bestehende Strukturen übernehmen und lassen die Schüler und Beschäftigten nicht im Regen stehen,“ erklärt die schulpolitische Sprecherin der Landkreis-SPD, Brigitte Somfleth. Bestandteil des Antrags der Sozialdemokraten war auch eine Ausweitung auf alle Schulen im Landkreis, die bisher noch keine Stellen finanziert bekommen – weder vom Land, noch in der Zwischenfinanzierung vom Landkreis.
Dazu soll jetzt ein Finanzierungskonzept erstellt werden und mit Unterstützung der Gemeinden der Prozess im Landkreis beschleunigt werden. „Das Land muss in die „Puschen“ kommen, doch bis dahin wollen wir nicht über Zuständigkeiten streiten, sondern konkret den Schülern weiterhelfen“, so Handtke.
Einstimmig beschloss der Kreistag einen weiteren Antrag der SPD zur Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema „Inklusion an den Schulen des Landkreis Harburg“. Der Bundestag hatte 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und damit den Startschuss für die Inklusion in Schulen gegeben. Kinder mit Behinderung haben seitdem das Recht, eine Regelschule zu besuchen. Doch auch acht Jahre später tun sich die Schulen aus vielen Gründen noch immer schwer mit der Umsetzung und stehen vor großen Herausforderungen.
Vielerorts fehlt es an qualifiziertem Personal zur Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte, auch Rückzugsräume sind oft nicht gegeben, auch sind viele Schulen noch immer nicht barrierefrei. Aber auch betroffene Schüler sowie deren Eltern stehen vor enormen Problemen, wenn Schulbegleiter fehlen. Am Runden Tisch sollen die Akteure nun lösungsorientiert überlegen, welche konkreten Veränderungen auf den verschiedenen Ebenen umgesetzt werden müssen. Der Kreis der Beteiligten solle daher Verantwortliche und Vertreter von Betroffenen gleichermaßen umfassen, regt Handtke an. „Wir brauchen eine Verantwortungsgemeinschaft des Landes, der Kreise und Kommunen und zusätzliche Mittel für Personal, Ausbildung und Ausstattung, damit Inklusion gelingt.“