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Neuer Chemiegigant mit Werk in Stade

Die beiden Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont haben fusioniert. Damit ist der größte Chemiekonzern der Welt entstanden, der in Stade seine größte deutsche Produktionsstätte hat. Ändern soll sich durch die Fusion in Stade nicht viel - Selbst der alte Firmenname wird erhalten bleiben.

Von Wolfgang Stephan Montag, 04.09.2017, 20:19 Uhr

Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche: Die beiden US-amerikanischen Chemie-Konzerne Dow Chemical und Dupont haben mehr als zwei Jahre an der Fusion gearbeitet, die am 31. August offiziell vollzogen wurde. Damit gibt es hinter der deutschen BASF einen neuen Branchenführer auf dem Weltmarkt mit 108 000 Beschäftigten und einem Börsenwert von 127 Milliarden Euro. Die Aktien der neuen Gesellschaft DowDupont sind unter dem Börsenkürzel DWDP am Start.

Der neue Großkonzern soll jetzt in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespaltet werden. Die Stader Produktionsstätte soll künftig dem neuen Unternehmen „Materials Science“ zugeordnet werden.

„So kurz nach der Fusion ist es noch zu früh über Auswirkungen zu spekulieren“, sagt Dow-Sprecher Stefan Roth. Dow-Werkleiter Dieter Schnepel hatte aber bereits im Vorfeld der Fusion angekündigt, dass er bezüglich der Arbeitsplätze und der Produktion keine gravierenden Änderungen erwartet.

Das Stader Dow-Werk ist in dem weltweit operierenden Konzern ein Stützpfeiler, rund vier Milliarden Euro wurden in den Standort an der Elbe investiert. 1300 eigene und einige Hundert Beschäftigte bei Vertragsfirmen stellen jährlich rund drei Millionen Tonnen Grund- und Spezialitätenchemikalien für den Eigenbedarf und für den Weltmarkt her. Der Zusammenschluss der beiden Chemie-Riesen war zuletzt von der amerikanischen Kartellbehörde genehmigt worden.

In der Chemie-Branche ist so eine Fusion kein Einzelfall, bekanntlich will das deutsche Unternehmen Bayer den US-Saatgutspezialisten Monsanto für 66 Milliarden Dollar übernehmen, dafür gibt es aber von den Kartellbehörden noch keine Zustimmung.

Nach Einschätzungen von Analysten liege der Wert der Fusion von Dow und Dupont in der nun folgenden Aufspaltung in die drei Unternehmen, die jeweils auf dem Weltmarkt eine große Rolle spielen können – beziehungsweise ihre Stärke noch besser ausspielen sollen.

Für Stade bedeutet das: Das neue Unternehmen mit der Zuordnung in „Material Science“, zu deutsch „Material-Wissenschaften“, wird weiterhin den Namen „Dow“ führen und seinen Hauptsitz in Midland, Michigan, USA, haben. Für den Umbau des Konzerns sind eineinhalb Jahre geplant. Sprecher Roth sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Dow in Stade auch die Dow bleibt.“

Dass bei beiden Konzernen die Fusion nicht groß gefeiert wurde, liegt am Hurrikan Harvey, der rund ein Drittel der amerikanischen Chemieproduktion lahmgelegt hat. Betroffen davon: Dow Chemical und Dupont.

 

Ed Breen, der neue Chef von DowDupont: „Die Bildung von DowDupont ist die Basis für die geplanten drei starken Unternehmen, die hervorragend aufgestellt sein werden, um in Forschung und Innovation zu investieren. Nach dem Abschluss der Fusion werden wir uns jetzt auf die Festlegung der grundlegenden Strukturen für die drei geplanten Unternehmen konzentrieren – und darauf, die entstandenen Synergien zu nutzen. Jedes der drei geplanten Unternehmen wird mit klarem Fokus, deutlicher Sichtbarkeit im Markt und produktiven Forschungsaktivitäten als ein branchenführendes Unternehmen erfolgreich sein.“

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