6 Methoden, den Maulwurf aus dem Garten zu vertreiben

LANDKREIS. Er frisst Schädlinge und steht unter Naturschutz: der Maulwurf. Trotzdem ist er kein gern gesehener Gast im Garten. Grund sind die Erdhaufen, die das Säugetier aufwirft, wenn es den Rasen untergräbt und ein Tunnelsystem aufbaut. Was Hobbygärtner tun können.


Von Julia Balzer (mit vdb)

In diesem Artikel:

 

Wenn ein Maulwurf auf dem saftig grünen englischen Rasen braune Erdhügel auftürmt, ist das der Alptraum vieler Gartenbesitzer. Die meisten Hobbygärtner wollen jetzt nur eines: das Tier so schnell wie möglich loswerden.

Maulwürfe jagen, fangen und töten ist verboten

Zwei Dinge sind allerdings verboten: den Maulwurf zu fangen und umzusiedeln und ihn zu töten. Wer’s dennoch tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in vierstelliger Höhe geahndet werden kann. Das gilt übrigens auch, wenn die Maulwurfgänge zerstört werden. Denn auch diese stehen unter Naturschutz. Dennoch müssen Gartenbesitzer nicht tatenlos zusehen, wenn der Maulwurf den Rasen umpflügt. Sie haben verschiedene Möglichkeiten – darunter Hausmittel und im Handel erhältliche Produkte –, den Maulwurf schonend in die Flucht zu schlagen. Denn: Wenn der Insektenfresser lange genug gestört wird, verlässt er oft freiwillig den Garten.

Methode 1: Den Maulwurf mit Wasser vertreiben

Maulwürfe gelten als faul und lieben Ruhe. Daher empfiehlt es sich, frisch aufgeworfene Maulwurfshügel zu wässern – und zwar so, dass der Maulwurfshügel nicht beschädigt wird, aber die Gänge unter Wasser gesetzt werden. Das funktioniert am besten, indem man den Gartenschlauch mit sanftem Strahl in die Öffnung des Hügels hält, bis die Erde kein Wasser mehr aufnehmen kann. Obwohl der Maulwurf schwimmen kann, empfindet er den „Wasserschaden“ als lästig – dieser könnte ihn zu einem Umzug veranlassen.

Maulwurfshügel sind vielen Hobbygärtnern ein Dorn im Auge.

Methode 2: Vertreiben mithilfe von Gerüchen

Der Maulwurf ist blind, riecht aber dafür sehr gut. Er verabscheut den Geruch von sauren Milchprodukten wie Molke und Buttermilch. Dazu eine Schraubverschlussflasche zu Dreivierteln mit Molke und zu einem Viertel mit Buttermilch füllen. Gut schütteln, bis sich beide Flüssigkeiten vermischt haben. Dann in jeden Maulwurfshügel eine Tasse des Gemischs hineingießen. Regelmäßig wiederholen. Auch von Knoblauch haben Maulwürfe schnell die Nase voll und verduften, wenn man diesen in gepresster Form mit Wasser vermengt und die Mischung in die Maulwurfshügel schüttet.

Methode 3: Mit Lärm und Erschütterungen verscheuchen

Laute Geräusche mögen die ruheliebenden Maulwürfe gar nicht. Eine Glasflasche, schräg mit der Öffnung nach oben in den Boden gesteckt, erzeugt durch Wind einen permanenten Pfeifton – Gift für empfindliche Maulwurfsohren.Auch Erschütterungen, zum Beispiel durch ballspielende oder trampolinhüpfende Kinder auf dem Rasen, können Maulwürfe  nicht ausstehen. 

Methode 4: Einsatz von Maulwurfsgittern

Neben den genannten Hausmitteln sind im Handel verschiedene Mittel erhältlich, die den Maulwurf aus dem Garten vertreiben sollen.  Horizontale Maulwurfbarrieren sind engmaschige Gitter aus Kunststoff, die etwa fünf Zentimeter unter der Grasnarbe verlegt werden. Sie verhindern, dass der Erdaushub nach oben geschaufelt wird. Nachteil: Der Einbau der Gitter in den Rasen ist sehr aufwändig. Besser ist,  die Maulwurfbarrieren gleich beim Anlegen des neuen Rasens zu integrieren.

Der Maulwurf hat Schaufelhände - perfekt zum Graben.

Methode 5: Akustischer Maulwurfschreck

Solarbetriebene Schallwellengeräte (ca. 30 Euro) stören den Maulwurf – wie die Getränkeflaschen im Boden – durch ein Dauergeräusch. Dabei werden Schallwellen um 400 Hertz in den Boden übertragen.   

Methode 6: Geruchsdrops

Geruchsdrops enthalten natürliche Duftstoffe, die ihre Wirkung entfalten sollen, wenn man sie in ein Loch im Boden legt, das anschließend verschlossen wird. Nachteil: Der Geruch kann nachlassen, wenn die Erde nass ist oder der Maulwurf den Drop verscharrt. Laut Herstellerangaben soll die Wirkung vier bis sechs Wochen anhalten, je nach Bodenbeschaffenheit.

Der Maulwurf ist ein schädlingsfressender Nützling

Jeden Gartenbesitzer, der dem Maulwurf mit den beschriebenen Mitteln zu Leibe rücken will, erinnert Dr. Uwe Andreas vom Naturschutzamt des Landkreis Stade daran, dass es sich bei dem Mitbewohner um ein nützliches Tier handelt: „Der Maulwurf ist ein ausgesprochener Nützling im Garten, verspeist er doch genau die Schädlinge, die den Gartenfreund zur Verzweiflung treiben, etwa Schnecken Engerlinge und auch Wühlmäuse. Der Maulwurf trägt außerdem dazu bei, den Boden zu durchmischen, zu belüften und zu drainieren. Maulwurfshügel liefern zudem hervorragende Erde für Blumenbeete.“

Unser Experte

Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes des Landkreises Stade, www.landkreis-stade.de

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