TA-Junioren des VfL Horneburg geben Pokalsieg aus der Hand
Das Horneburger Team um Jonas Gerkens (Foto) verspielte einen Sechs-Tore-Vorsprung im Endspiel. Fotos: Enrico Immer
Traum geplatzt: Die Handballer des VfL Horneburg haben das Endspiel um den DHB-Pokal in der A-Jugend-Bundesliga verloren. Am Sonntagabend unterlag der VfL der HSG Rodgau Nieder-Roden in der Göppinger Bundesliga-Halle.
Update: 21.30 Uhr, Stimmen ergänzt
Ole Hagedorn trottet mit hängenden Schultern über das Spielfeld, schmeißt den Ball in hohem Bogen über seine Schulter. Auch Trainer und Vater Stefan Hagedorn kann ihn nicht aufbauen. Mit 26:31 (17:15) verlor der VfL Horneburg das Finale des DHB-Pokals. Mit acht Toren war der Horneburger Ausnahmspieler der beste Werfer seiner Mannschaft.
„Es gibt keinen Anlass, traurig zu sein“, sagte Trainer Stefan Hagedorn mit kratziger Stimme. „Wir haben uns als kleinster Verein teuer verkauft. Für den zweiten Platz müssen wir uns nicht schämen.“
Horneburgs Finalgegner mit körperlichen Vorteilen
Im Endspiel am Sonntagabend vor etwa 500 Zuschauern erwischte der VfL den besseren Start. Die Rückraumspieler Ole Hagedorn und Jonas Gerkens nutzten den freien Raum vor der HSG-Abwehr gepaart mit ihrer Wurfgewalt und brachten Horneburg in der elften Minute mit vier Toren in Führung (7:3). Hinten hatte Torhüter Kjell Motzkus alles im Griff – und auch Glück, da ein HSG-Siebenmeter an den Pfosten ging.
Die HSG Rodgau Nieder-Roden wirkte in den Zweikämpfen gegen Horneburgs stabile Deckung körperlich unterlegen. Und auch aus dem Rückraum konnte das Team aus dem Raum Frankfurt/Main wenig Druck aufbauen. Nach einer Viertelstunde nahm der HSG-Trainer bereits seine zweite Auszeit. Wenig später lag der VfL mit fünf Toren vorne (16:11).
Horneburgs Topwerfer Hagedorn trifft 20 Minuten lang nicht
Doch wie im Halbfinale verspielten die Horneburger die gute Führung. Der VfL geriet zwei Mal in Unterzahl, kam mit der Manndeckung gegen Ole Hagedorn nicht zurecht und wurde immer wieder zu schwachen Abschlüssen gezwungen. In der 38. Minute führte die HSG mit drei Toren (23:20). Horneburgs Deckung bekam Rodgaus Shooter Ben Seidel (14 Tore) nicht in den Griff.
25 Fans feuerten den VfL in der EWS-Arena (6000 Plätze) an.
In der Schlussphase meldete sich Ole Hagedorn nach 20 torlosen Minuten zurück. Die Horneburger kamen jedoch nicht mehr zurück ins Spiel. Zu hoch war die Fehlerquote im Angriff. Vier Minuten vor dem Ende führte die HSG mit fünf Toren (28:23). Jetzt machte sich der Kräfteverschleiß bei dem Team mit der längsten Anreise bemerkbar. Um 18.23 Uhr bekamen die Horneburger einen Wimpel überreicht und die Silbermedaillen um den Hals gehängt. Die 25 mitgereisten Fans applaudierten.
VfL ringt im Halbfinale Gastgeber Göppingen nieder
Das Final Four wurde erstmals an einem Tag ausgetragen, die Spielzeit auf zwei Mal 25 Minuten verkürzt. Der VfL Horneburg hatte am Vormittag das Halbfinale gegen Frisch Auf Göppingen mit 25:24 gewonnen. Die HSG Rodgau Nieder-Roden setzte sich mit 27:24 gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen durch.
Im Halbfinale hatte der VfL Horneburg nach einer starken ersten Halbzeit eine gute Führung verspielt. Göppingen lag sechs Minuten vor dem Ende zum ersten Mal in Führung, doch die Horneburger konnten das Spiel in den Schlussminuten noch drehen. Die besten Torschützen des VfL waren Ole Hagedorn und Jonas Gerkens mit acht und sieben Toren.
Im ersten Durchgang hatte sich der VfL früh abgesetzt. Hagedorn und Gerkens bekamen wenig Gegenwehr und erzielten leichte Tore aus dem Rückraum. Göppingen versuchte, sich durch die Manndeckung gegen Hagedorn und die Hereinnahme des siebten Feldspielers zu wehren, Horneburg aber führte in der 18. Minuten schon mit sechs Toren (12:6).
Die Partie wurde in der zweiten Halbzeit offener, weil der VfL Horneburg nicht mehr so kompakt verteidigte und nicht mehr so effektiv traf wie vor der Pause. Die Führung pendelte sich zunächst bei drei bis vier Toren ein. Durch einen 5:1-Lauf verkürzte Frisch Auf Göppingen den Rückstand zehn Minuten vor dem Ende auf einen Treffer (19:20). „Ich bin froh, dass die Mannschaft die Nerven behalten hat“, sagte Hagedorn.
Horneburg verzichtet im kommenden Jahr auf Bundesliga-Start
Alle Halbfinalisten haben sich bereits für die kommende Saison der A-Jugend-Bundesliga qualifiziert. Der VfL Horneburg nimmt den Startplatz jedoch nicht in Anspruch.
Die Mannschaft und ihre Fans sind am Sonntag nach dem Finale aus Göppingen abgereist. Erwartete Ankunftszeit in Horneburg: Montagmorgen zwischen 4 und 5 Uhr. Trainer und Mannschaft können es verkraften, denn immerhin war es die letzte gemeinsame Reise.
Vor zehn Jahren hatte Hagedorn die heutige A-Jugend übernommen und zu zahlreichen Erfolgen geführt. Im Sommer geht es für die VfL-Talente im Männer-Handball weiter, eine ganze Reihe bleibt in Horneburg. Hagedorn: „So gesehen war das eine schöne Abschlussfahrt.“
VfL-Tore im Finale: O. Hagedorn 8, Gerkens 5, Weiß 3/1, Kortstegge 3, Aukschlat 3, Fürste 2, Meinke 2
VfL-Tore im Halbfinale: O. Hagedorn 8, Gerkens 7, Weiß 4/3, Hansen 2, Kortstegge 2, Aukschlat 1, Witschel 1