THotel in Bassenfleth: Das sind die Pläne für den Strand
Blick auf die Visualisierung des geplanten Hotels in Bassenfleth in der Gemeinde Hollern-Twielenfleth. Visualisierung/Plan: TSSB architekten.ingenieure
Seit rund einer Woche liegt der erste Entwurf zum B-Plan für das Hotelprojekt am Bassenflether Strand aus. Dieser gibt weitere Einblicke, was sich die Planer im Alten Land vorstellen – auch direkt am Strand. So ist eine Strandbar wieder Thema.
Die Fläche gehört ebenfalls dem Besitzer der Obstplantagen, wo das Hotel entstehen soll. „Der mögliche Hotelbetreiber interessiert sich gar nicht für den Strand“, erklärte Bürgermeister Timo Gerke, „aber für uns war es die Möglichkeit, doch noch eine Strandbar zu realisieren.“ In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder Bestrebungen in diese Richtung (das TAGEBLATT berichtete). Bislang machten Landkreis und Deichverband den Plänen einen Strich durch die Rechnung, weil kein Bebauungsplan für das Vorhaben vorlag. Jetzt könnte dieser aber in einem Rutsch für Hotel und Strand geplant werden.
Die Kreisverwaltung prüfe die aktuellen Pläne noch. „Wir werden unsere Stellungnahme gegenüber der Gemeinde bis zum 11. Juni 2021 verfassen. Vorher ist keine Aussage dazu möglich“, teilte Kreisbaurätin Madeleine Pönitz auf TAGEBLATT-Nachfrage mit. Der Deichverband derweil will seine Entscheidung vom Landkreis abhängig machen. „Wenn der Landkreis dem zustimmt, wären wir nicht prinzipiell dagegen“, sagt der Oberdeichrichter der I. Meile, Dierk König. „Eine mobile Lösung könnten wir uns vielleicht vorstellen.“ Er betont aber, dass dies noch nicht das finale Meinungsbild sei. „Bei uns hat auch noch keiner diesbezüglich angefragt.“
Ein Schlag ins Gesicht für Kritiker
Geplant wäre ohnehin ein „mobiler Gastronomiecontainer“, wie es im B-Plan-Entwurf heißt. Besonders für die Urlaubs- und Badesaison, insbesondere von April bis Oktober, fehle es an Versorgungsstrukturen – wie ein Imbiss, Café oder Restaurant. Beabsichtigt wäre ein Standplatz am Strand für einen Verkaufswagen (Außenverkauf) sowie mobile Toiletten. Dafür müsste eine Aufstellfläche mit tragfähigem Unterbau und eine befestige Zufahrt für Versorgungsfahrzeuge gesichert sein – auch um die Wagen in der Wintersaison entfernen zu können. Auf den Bau von Ver- und Entsorgungsleitungen würde aus „Gründen der Wirtschaftlichkeit wahrscheinlich verzichtet werden“.
Für die Kritiker sind die neuen Pläne am Strand ein weiterer Schlag ins Gesicht. Sie fürchten, dass Investor und Betreiber das Teilstück als Privatstrand für die Hotelbesucher anbieten wollen. Davon steht allerdings nichts in den ausliegenden Plänen.
Diese beiden Teilflächen umfasst der erste Entwurf für den B-Plan für das Hotel am Bassenflether Strand. Foto: Google Maps, Grafik: Elbberg
Besonders die direkten Anwohner wehren sich weiterhin gegen das Hotelprojekt (das TAGEBLATT berichtete), darunter Barbara Hagemann. Sie kritisiert vor allem die Größe des Hotels, es passe in der vorliegenden Planung nicht an den Standort in Bassenfleth. Der aktuelle B-Plan habe ihre Sorgen nicht ausgeräumt – im Gegenteil.
Details kommen erst noch
Der Plan sieht zwei Teilflächen vor. Zum einen am Strand und am Deich auf Höhe der Hausnummer 60 mit 14.663 Quadratmetern Fläche aus Grünland mit teilweisem Busch- und Baumbestand, Strand und Wasserfläche der Elbe. Zum anderen auf der Obstbaufläche, auf der das Hotel entstehen soll. Wie berichtet soll das Hotel über 80 Doppelzimmer verfügen. Zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss sieht der Entwurf vor. Die Planer betonen: „Die Zeichnungen sind als erste Ideen für die öffentliche Diskussion zu verstehen, die sich im Laufe des Verfahrens noch verändern können.“ Maßgeblich für die späteren Bauten seien die späteren Festsetzungen des B-Plans. „Wie und was genau – die Details der Ausführung kommen erst noch“, sagt auch Timo Gerke. Bislang hat es noch keinen Ratsbeschluss zum Hotel oder dem Bauplan gegeben. Gerke rief erneut Bürger auf, ihre Anmerkungen zum Hotel in der Bürgerbeteiligung zu machen, auch Kritik sei erwünscht. „Aber die Bedrohung von Bürgern, die sich Pro Hotel äußern und Fake-News werden wir nicht mehr dulden.“
Den Plänen zufolge soll das Hotel im 3,5-Sterne-Niveau angesiedelt werden. Hier sei ein besonderer Bedarf in der Region, da in der weiteren Umgebung kein Hotel zu finden sei, welches durch Wellness- und Fitnessangebote auch längere Aufenthalte attraktiv macht. Zudem gebe es generell Bettenbedarf in der Region, insbesondere im Alten Land. Seit das ObstArt Hotel Anfang 2017 geschlossen hat, fehlt ein Hotel in Hollern-Twielenfleth.
Landwirt äußert Bedenken im Rat
Obwohl es nicht auf der Tagesordnung stand beschäftigte das Hotel am vergangenen Montag auch den Gemeinderat. Landwirt Claus-Harry Eckhoff, der die angrenzende Obstbaufläche bewirtschaftet, äußerte Kritik am ersten B-Plan-Entwurf: „Wir sollten unsere Bedenken kundtun und jetzt taucht nichts davon im Plan auf.“ Er befürchte, dass alle Beteiligten unterschätzen, was es heißt, ein Hotel neben einem Obstbaubetrieb zu führen – für beide Seiten. Er lud Gemeinderat, Investor und Betreiber zu einem Ortstermin ein. „Das macht aktuell keinen Sinn“, entgegnete Timo Gerke. Aktuell gebe es noch keinen Investor, auch der Betreiber sei noch nicht in Stein gemeißelt. Die frühzeitige Beteiligung ziele vor allem auf die Träger öffentlicher Belange ab. „Wir wollen das Verfahren noch in unserer Legislaturperiode auf den Weg bringen“, erklärte Gerke. Der Rat stehe zu 100 Prozent hinter dem Projekt. Wenn die politische Beratung zum Hotel beginnt, sollen die Anwohner mit ins Boot geholt werden. „Das Versprechen gilt weiter.“
Der B-Plan liegt noch bis einschließlich Freitag, 11. Juni, im Rathaus der Samtgemeinde Steinkirchen aus, ist außerdem über die Webseite der Samtgemeinde unter dem Reiter Rathaus/öffentliche Bekanntmachungen aufrufbar. Stellungnahmen und Anregungen zum Entwurf können während der Auslegung von jedermann schriftlich, mündlich oder per E-Mail an bauamt@luehe-online.de vorgebracht werden.