HSV- und St.-Pauli-Bosse kritisieren Geisterspiel-Regelungen
Fans im Millerntorstadion des FC St. Pauli sitzen in Corona-Abständen auf der Tribüne. Bei Geisterspielen dürfen nicht einmal wenige Hundert in die Arena. Archivfoto: Daniel Reinhardt/dpa
Der neue HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld will die jüngsten Corona-Regelungen des Hamburger Senats für den Sport nicht hinnehmen. Auch St.-Pauli-Boss Oke Göttlich kritisiert die neuen coronabedingten Zuschauerbeschränkungen.
„Ich werde jetzt schnell Kontakt zur Hamburger Politik aufnehmen, um die aus meiner Sicht nicht nachvollziehbare Corona-Behandlung beziehungsweise den Zuschauerausschluss für den Hamburger Profisport im Vergleich zum Amateursport oder auch zur Kultur anzusprechen und dort unsere Position zu vertreten“, sagte er in einem Interview auf der Webseite des Fußball-Zweitligisten.
Der Senat hatte am Dienstag mitgeteilt, dass vom kommenden Montag an bei Sportveranstaltungen nur noch 200 Zuschauer im Innenbereich und 1000 Zuschauer im Freien zugelassen sind. Heimspiele des HSV und des Liga-Rivalen FC St. Pauli sollen aber nur als Geisterspiele ohne Publikum stattfinden. Bislang waren bei Veranstaltungen nach der 2G-Regel im Freien maximal 5000 und in Hallen höchsten 2500 Zuschauer zugelassen.
Stadtderby wird Geisterspiel
Demnach wird auch das Stadtderby des HSV gegen den FC St. Pauli am 21. Januar ohne Fans stattfinden. „Da gibt es viel Gesprächs- und Erklärungsbedarf“, meinte Wüstefeld mit Blick auf die Senatsbeschlüsse. Es könne nicht plausibel erklärt werden, dass zu Nicht-Profi-Sportveranstaltungen 1000 Zuschauer zugelassen werden, beklagte auch St. Paulis Präsident Oke Göttlich. Man müsse fragen, „warum innerhalb von weniger als zwei Wochen Verordnungen auf den Weg gebracht werden, die mehr Fragen als Antworten liefern“, sagte der 46-Jährige.
Neu-HSV-Vorstand Wüstefeld war am Dienstag für ein Jahr zum Nachfolger von Frank Wettstein in die Führung der HSV Fußball-AG berufen worden. So lange lässt er sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender ruhen. Wettstein hatte vor einiger Zeit seinen Rückzug zum 31. Mai verkündet.
Finanzsorgen beim HSV
Zu seinen ersten Aufgaben gehöre es, „in Anbetracht der zu erwartenden Einbußen in diesem Geschäftsjahr sehr viele Gespräche zur Stabilisierung der HSV-Gesamtlage“ zu führen, sagte Wüstefeld. Auch will er nach eigenen Angaben „zukunftsträchtige“ Gespräche für die kommenden Spielzeiten mit Banken, mit der Stadt, mit Sponsoring-Partnern und dem Vermarkter suchen. (dpa)
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